Mentorenprojekt Neukölln

Förderzweck

1000€

Mittelverwendung: Deckung einer Finanzierungslücke zur Weiterführung des Projekts bis April (laufende Kosten: Honorarkraft, Betriebskosten, Material)

Das Mentorenprojekt der Bürgerstiftung Neukölln entstand im Jahr 2006 und ist ein außerschulisch angelegtes Projekt. Es vermittelt Schüler*innen kurz vor dem  Übergang einer Neuköllner Sekundarschule in den Beruf mit ehrenamtlichen Mentor*innen in einer 1:1-Begleitung. Die Ehrenamtlichen begleiten die Jugendlichen zwei Jahre lang.

In Neukölln leben viele (Groß-)Familien in engen, prekären und/oder gewalttätigen Verhältnissen, oder auch Flüchtlingsfamilien, die von vorn anfangen müssen. Dieser Stadtteil gilt als hartes Pflaster, die Chancengleichheit ist nicht wirklich gegeben, weil die Kinder und Jugendlichen in ihren Familien oft Aufgaben der Eltern übernehmen müssen und sich so nicht auf sich selbst konzentrieren und lernen zu können. 70%-80% der Kinder unserer Partenerschulen leben in Familien die auf Transferleistungen angewiesen sind.

Getreu unseres Mottos: "Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen", springt hier das Bürgerschaftliche Engagement ein, denn nur mit der Hilfe vieler schaffen junge Menschen den Sprung ins Leben. Das gilt besonders für Neukölln.

Der Schritt in den Berufsalltag ist einer der schwierigsten und prägendsten im Leben. Hierbei begleitet und gefördert zu werden, gibt den Jugendlichen Vertrauen in sich selbst und ihr Handeln, hin zu einem eigenständigen Leben.

Aber bis es so weit ist, müssen sie noch gut empowert werden. Und wie unsere Erfahrungen und Ergebnisse zeigen, lohnt es sich allemal Energie in die Zukunft der Gesellschaft zu investieren, denn in den Jugendlichen steckt enormes Potential und das Engagement der Mentor*innen ist ungebrochen. Eine Rolle der Mentor*innen per se ist ihre Vorbildfunktion: sie üben einen Beruf aus und führen ein eigenständiges Leben. Ihre Aufgabe ist es, ein vertrauensvolles Verhältnis aufzubauen und ihren Mentees Mut und Zuversicht zu vermitteln, ihnen Fenster zu öffnen und mit ihnen neue Wege zu wagen. Ihr Selbstvertrauen zu stärken und Erfolge (z.B. durch Verbesserung der schulischen Leistungen) erleben zu lassen. Aber sie müssen auch Geduld mitbringen und sich immer wieder an ihre eigene Pubertät zurück erinnern.

Mentoring bedeutet Hilfe zur Selbsthilfe. Bei gemischten Altersklassen, Bildungsstufen und gemischten Kulturen ist Mentoring gelebte Integration. Für die Mentees und Mentoren finden Fortbildungen statt, regelmäßige monatliche Mentorentreffen und wöchentliche Schul-Sprechstunden, sowie enger Kontakt zu den Lehrern.

Durch den Rückzug eines unserer Sponsoren ist für unser Projekt eine Finanzierungslücke von Januar bis April entstanden, die wir überbrücken müssen.