Schlafplatzorga

Förderzweck

1000€

Mittelverwendung: BVG-Tickets, Organisation, Materialkosten

Ein Platz zum Schlafen ist wichtig – für alle. In Berlin ist das Recht auf Wohnen zunehmend umkämpft, Mieten steigen, eine Wohnung zu finden kann lange dauern und Verdrängung, Wohnungslosigkeit sowie Obdachlosigkeit nehmen zu. Aber nicht alle sind gleich betroffen. Migrant*innen, besonders Migrant*innen ohne Papiere, im Asylverfahren oder mit prekärem Aufenthaltsstatus sind strukturell auf dem Wohnungsmarkt benachteiligt, bzw. ausgeschlossen. Zu den Ausschlüssen gehören Residenzpflicht und Wohnsitzauflage, die Menschen zwingen, sich an Orten aufzuhalten, an denen sie nicht sein können oder wollen und die ein Leben an anderen Orten nur informell möglich machen. Die meisten Asylbewerber*innen müssen in Gemeinschaftsunterkünften, oft in ländlich gelegenen Orten, an denen sie täglich angefeindet werden, unter unhygienischen Bedingungen leben und teilen ihre Zimmer über Jahre mit ihnen Fremden. Die Bewilligung, die nötig ist um eine eigene Wohnung zu beziehen, erhalten die wenigsten. Auch Arbeitsverbote, die es unmöglich machen, genug Geld für eine Wohnung in Berlin zu haben und die Illegalisierung von vielen Migrant*innen, die in Deutschland im Moment keinen legalen Aufenthaltsstatus haben, erschweren es ihnen, ihr grundlegendes Recht auf Wohnen durchzusetzen.

Die Schlafplatzorga setzt dem praktische Solidarität entgegen. Menschen, die Wohnraum haben, teilen diesen - manchmal nur für eine Nacht, manchmal für länger. Und wir als Gruppe bieten drei Mal die Woche eine offene Sprechstunde an, bei der wir ansprechbar für alle sind, die heute oder in nächster Zeit keinen (oder nur einen untragbaren) Platz zum Schlafen haben. Wir bemühen uns einen Platz bei Menschen zu finden, die ein freies Zimmer, Sofa oder auch nur eine Luftmatratze anbieten. Wir vermitteln aber wenn nötig auch an die Kältehilfe und beraten zu anderen Anlaufstellen für rechtliche, medizinische und andere Beratung. Außerdem stellen wir Nahverkehr- Tickets für den Weg zu dem Schlafplatz und zurück zu uns zur Verfügung, um Menschen eine legale und sichere Fahrt zu ihrem Schlafplatz zu ermöglichen. Wenn wir oder betroffene Personen ein Zimmer zur Miete gefunden haben bezahlen wir auch Mieten und versuchen andere längerfristigere Finanzierungsmodelle zu erarbeite.

 

Ziele der Schlafplatzorga:

-          Menschen kurzfristig einen sicheren Schlafplatz ermöglichen

-          Mit den Betroffenen zusammen langfristig Wege aus der Obdachlosigkeit finden

-          Zeit schaffen, in der Menschen sich in Ruhe Gedanken über nächste Schritte machen und Beratung in Anspruch nehmen können

-          Verbindungen zwischen hilfsbereiten, solidarischen Berliner*innen und Geflüchteten in prekären Situationen herstellen, und den Bedürfnissen beider Seiten im Vermittlungsprozess gerecht werden