Geplantes Chaos

Förderzweck

1.000 Euro für die Produktion einer Video-Dokumentation des Dialogs

GEPLANTES CHAOS ist ein Dialogprojekt zwischen Jugendlichen und Entscheidungstragenden in Berlin, in dessen Rahmen wir die Rahmenbedingungen für freizeitliche Open Airs im öffentlichen Raum diskutieren und vereinfachen wollen. Ziel ist es, Freiräume für kreative Praktiken zu vergrößern und zugleich Lösungen für bestehende Konflikte um Lärm, Müll und die Schädigung von Grünflächen zu entwickeln. 

Von März – Mai 2015 führt der Kulturersatz e.V. in Kooperation mit der Clubcommission Berlin, der IHK Berlin und weiteren Partnern das Projekt GEPLANTES CHAOS durch. Das Projekt ist eine Fortsetzung der seit 2013 laufenden Initiative von Veranstalter_innen freizeitlicher Musikevents – den so genannten „Free Open Airs“ – in Berlin.

Projektinhalt:

Der Titel GEPLANTES CHAOS setzt sich zusammen aus zwei gedanklichen Teilen. Erstens befassen wir uns mit dem kulturellen Wildwuchs Berlins, dem „kreativen Chaos“, das sich abseits professioneller Strukturen unaufhörlich seinen Weg sucht in die Nischen und Freiräume der Stadt. Seine Hauptakteure sind junge Menschen, die sich zu Kollektiven zusammenschließen, um in ihrer Freizeit gemeinsam gestalterisch zu experimentieren, Musik zu spielen, Orte zu erobern und Menschen zusammenzubringen. Freiräume dafür suchen sie immer häufiger im öffentlichen Raum, der Platz bietet und zugänglich ist. Doch führen die spontanen Events oft zu Konflikten mit anderen Nutzer_innen des öffentlichen Raums aufgrund von Lärm und Verschmutzung.

Aus diesem Grund stellen wir, zum Zweiten, die Frage, wie aus diesen gegensätzlichen Nutzungsinteressen im öffentlichen Raum durch einen Dialogprozess ein gemeinsamer Plan entstehen kann, der den berechtigten Ruhebedürfnissen in der Gesellschaft ebenso entgegen kommt, wie der Wertschätzung des Gestaltungsdrangs der Jugend und ihrem Bedarf an Freiräumen.

Format und Ablauf:

Das Format von GEPLANTES CHAOS ist der „Strukturierte Dialog“. Mit seiner Hilfe stellen wir den Kontakt her für Jugendliche zu städtischen Entscheidungstragenden, um einen Austausch auf Augenhöhe zu schaffen über Jugendthemen – konkret: über die Rahmenbedingungen freizeitlicher Musikevents im öffentlichen Raum, den so genannten „Free Open Airs“. Das Ziel dieses Austauschs ist es, im Verlauf von fünf Veranstaltungen einen gemeinsamen Aktionsplan zu entwickeln, in dem sich alle beteiligten Gruppen selbstbestimmt zu konkreten Handlungsschritten verpflichten. Mit der Umsetzung des Aktionsplans sollen neue, dauerhafte Rahmenbedingungen für freizeitliche Musikevents im öffentlichen Raum entstehen.

Dokumentation:

Besonderes Anliegen im Rahmen des Projektes ist es, den Dialog nicht nur punktuell - zu einem Moment ein einem Ort - zu führen, sondern ihn medial zu dokumentieren, damit er über die Grenzen Berlins und langfristig Debatten um kreative Freiräume für die Jugend entfachen kann!