Kontaktstelle Wohnen

Förderzweck

400€

Mittelverwendung: Übernachtungs- & Fahrtkosten für Jahrestagung, Verpflegung für Workshops

Wer nach Deutschland flieht, muss oft Monate in Erstaufnahmen und Gemeinschaftsunterkünften verbringen. Eigener Wohnraum wird zum Schlüssel zu einem selbstbestimmten Leben und zum guten Ankommen in der Gesellschaft. Bezahlbarer Wohnraum wird jedoch immer knapper und der Zugang zum Wohnungsmarkt ist schwierig. Seit 2016 unterstützt die Kontaktstelle Wohnen in Leipzig geflüchtete Menschen bei der Wohnraumsuche. Wir bringen Ehrenamtliche und Geflüchtete zusammen, die dann gemeinsam auf
Wohnungssuche gehen. Während dieser Wohnungspatenschaften helfen die Ehrenamtlichen bei der Überwindung von Sprachbarrieren bei der Kommunikation mit Vermietungen, begleiten zu Wohnungsbesichtigungen, unterstützen bei den zum Umzug benötigten Anträgen und Mietverträgen. Die Kontaktstelle Wohnen steht den Ehrenamtlichen und Geflüchteten dabei beratend zur Seite.

Wir helfen Geflüchteten dabei, Zimmer in bereits bestehenden Leipziger WGs zu finden und unterstützen bei den zukommenden Formalitäten, damit eine Kostenübernahme durch Sozialamt oder Jobcenter stattfinden kann. Desweiteren betreiben wir auf
Vermieter*innenseite Aufklärungsarbeit, um die Bereitschaft zu stärken, Geflüchtete als Mieter*innen aufzunehmen. In einer zweistündigen zwei mal pro Woche stattfindenden Sprechstunde berät die Kontaktstelle Geflüchtete und Unterstützer*innen zu Themen rund ums Wohnen (Mietverträge, Anträge, Nachzahlungen etc.). Parallel zur Sprechstunde vor Ort findet auch eine Telefonsprechstunde statt. Außerdem veranstalten wir regelmäßig Vorträge und Workshops zu Wohnthemen, Rechtlichem, Antidiskriminierung, Verbraucher*innenschutz u.v.m.

Wir bieten kostenfrei bundesweit Coachings für Initiativen, Vereine und Projekte an, die ein ähnliches Projekt zur Unterstützung von Geflüchteten oder anderen auf dem Wohnungsmarkt benachteiligten Menschen in der eigenen Stadt ins Leben rufen wollen. Hierbei vermitteln wir unsere Erfahrungen, Struktur, Modelle, Fördermöglichkeiten und Registrierungssoftware. Seit Mai 2016 konnten bereits über 450 Personen in eigenen Wohnraum umziehen. Durchschnittlich werden pro Woche 16 Personen während den zweistündigen an zwei Tagen stattfindenden Sprechstunden beraten und weitere 105 monatlich per Telefon. Momentan gibt es 98 laufende Wohnungspatenschaften (Stand August 2017). Veröffentlichung einer Broschüre für Ehrenamtliche und eines mehrsprachigen Handbuchs für
Geflüchtete zur Selbsthilfe bei der Wohnraumsuche. Einstellung von 2 Mitarbeitern und einem Bundesfreiwilligendienstleistenden mit Fluchterfahrung.

Ziele des Vorhabens:
- Dezentrales selbstbestimmtes Wohnen für Geflüchtete
- LeipzigerInnen und Geflüchtete zusammenbringen
- UnterstützerInnenstrukturen auch im Umland stärken
- Gegen Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt vorgehen

Zielgruppen:
- Geflüchtete, Ehrenamtliche, Vermieter*nnen, andere Initiativen