Neuigkeiten

Ihr trinkt, Moabit und Neukölln profitieren

16. Februar 2018 11:11:52

lisa.wiedemuth

Was für eine nervenaufreibende Zeit: In den letzten sechs Wochen gingen fast 1500 Stimmen bei uns ein. In diesem Voting war lange nicht klar, wer von eurem Konsum profitieren wird. Am Ende war das Ergebnis dann aber doch sehr eindeutig. Wir fördern mit jeweils1000€

- Mentorenprojekt Neukölln (482 Stimmen)
- The Glass Project (375 Stimmen)

Für "Meine Daten gehören mir" (347 Stimmen) und "Konzept Europa" (294 Stimmen) hat es diesmal leider nicht gereicht. Wir hoffen aber trotzdem, dass die Initiativen viele Menschen auf ihre Arbeit aufmerksam machen konnten und wünschen weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung zukünftiger Vorhaben.

Hier geht's direkt zur nächsten Abstimmung

WOLOHO verbindet Menschen in Berlin

12. Februar 2018 16:24:00

lisa.wiedemuth

Der Newsletter: Bis heute einer der wenigen Instrumente, die noch direkt & ohne Umwege an die Empfänger*innen gelangen. Während viele Informationen ungefiltert und im Übermaß direkt am Auge vorbeifliegen, verbindet WOLOHO seit 10 Jahren Suchende & Findende im Berliner Posteingang und setzt ein Zeichen für gegenseitige Solidarität.

 

 

Seit wann gibt es WOLOHO? Was war eure persönliche Motivation diesen Newsletter aufzusetzen?
 

Reza: WOLOHO gibt’s schon seit einer Ewigkeit. Warte, ich glaube das Ganze hat vor ungefähr 10 Jahren angefangen, als ich in meinem Freundeskreis angefangen hatte, Wohnungsangebote meiner Freunde zu verbreiten. Immer mehr Freunde von Freunden wollten in den Verteiler und so ergab sich irgendwann mal die „Vorstufe“ von WOLOHO, die sich damals noch Sherlock Homes Berlin nannte. Sherlock war wie ein Geheimtipp in Berlin, und die Wohnungen waren noch zahlreich, und die Mieten waren noch im Keller. Es war noch Goldgräberzeit im Wohnungsmarkt, und man konnte wirkliche Perlen entdecken, wenn man nur die richtigen Verbindungen hatte. Schnell hatte ich 10.000 Subscriber zusammen, aber hab die Emails immer noch von Hand zusammengestellt und auch versendet. Dann kam ich auf die Idee, auch Jobs anzubieten, was dann Watson Berlin hieß. Auch das ging ab wie eine Rakete, aber die Arbeit wurde mir einfach zu viel für ein Hobby, für das ich über 4 Jahre keinen Cent verdient hab (auch wenn ich die Arbeit natürlich super gerne gemacht hab!). Der Verteiler wurde auch so groß und international, dass es schon fast etwas unheimlich wurde, und deswegen wollte ich daraus ein Unternehmen machen, und anfangen, für die Stellenanzeigen Geld zu verlangen, um ein paar Grundkosten zu decken und vielleicht sogar Personal einzustellen. Das war mein Traum. Und der ist mir mit WOLOHO in Erfüllung gegangen.
 
Warum ich das ganze überhaupt angefangen hab? Tja, ich war schon immer dafür, Menschen miteinander in Kontakt zu bringen, weil ich es schade finde, dass wir uns (gerade in Großstädten) immer mehr voneinander wegbewegen, anstelle zusammenzuwachsen. Und gleichzeitig wollte ich auch meinen Beitrag leisten, das Leben etwas schöner, persönlicher und simpler zu gestalten.
 

(Reza)

Warum ist in einer Stadt wie Berlin eine Arbeit wie eure so wichtig?
 

Natalie: In Berlin gibt es extrem viele Leute, die frisch zuziehen oder sogar nur für ein paar Monate kommen. Für dieses Publikum, aber auch für unsere waschechten Berliner, sind unsere Letter echt hilfreich. Im Workletter findet man neue Jobs, auch praktische Nebenjobs für StudentInnen, die mindestens so bunt gemischt sind, wie die Leute in der Hauptstadt. In unserem Loveletter informieren wir über verschiedene Events, Kursangebote und versuchen Menschen zusammen zu bringen, in dem sie gegenseitige Hilfe anbieten oder suchen, oder auch direkt neue Bekanntschaften suchen. Unser Homeletter bietet nicht nur kurzfristige und langfristige Wohnungsangebote, InteressentInnen können auch für einen kurzen Besuch in Berlin bei uns fündig werden.

Reza: Ja, und man darf auch nicht vergessen, dass gerade in Städten wie Berlin die Gefahr, sich zu isolieren, oder isoliert zu werden, absurder Weise sehr hoch ist. Umso besser, wenn es einen Weg gibt, mit anderen Berlinern oder Zugezogenen in Kontakt zu treten.
 

Mittlerweile gibt es sehr viele Ehrenamts- und Nachbarschaftsbörsen. Was unterscheidet euch von diesen?
 

Reza: Ich glaube, dass wir uns abheben, weil wir auf dem Boden bleiben, haha. Wir machen einfach wöchentlich unser Ding und wollen gar nicht zur größten Plattform der Welt werden. Das wäre mir viel zu viel Stress. Ich finde es gut, dass wir auch nach so vielen Jahren ein Geheimtipp geblieben sind und unsere treuen Fans bei der Stange halten konnten. Und bei uns ist fast alles kostenlos, und nur die Unternehmen in Berlin müssen für ihre Stellenanzeigen und Büroplätze einen vergleichsweise günstigen Preis bezahlen. 

Natalie: Hoch und heilig ist uns der gegenseitige Hilfe Gedanke. Wir wollen einfach, dass sich Menschen wieder mehr helfen. Bei uns suchen Leute nach Unterstützung von Anderen zum Sprachenlernen, zum Gassigehen, zum Umzug. Wir haben kostenlose Angebote von Photografen, die Portraits knipsen wollen oder von Yogalehrerinnen, die gratis Stunden in Park anbieten. Wir sind selbst Woche für Woche überrascht, was unser Loveletter so für unsere LeserInnen bietet - ein ganz schön wilder Mix. Und im Workletter, aber auch im Loveletter, haben wir immer wieder coole Organisationen, die nach ehrenamtlichen Helfern suchen. Das Feedback was wir von den Institutionen bekommen ist wirklich schön!
 

Auf welche Matchings über euren Newsletter seid ihr besonders stolz? Haben sich eure Nutzer*innen zurückgemeldet und von ihren Geschichten erzählt?
 

Natalie: Geschichten haben wir hierzu genüge. Wir haben Unternehmen, die Stellen bei uns ausschreiben und gleichzeitig für ihre zugezogenen Mitarbeiter in unserem Homeletter Wohnungen finden. Wir bekommen auch immer wieder Feedback von Leuten, die über uns ihre neue Stelle gefunden haben. Vor einigen Wochen sind wir über den Blog eines Fotografens gestolpert, der letztes Jahr Frauen für Portraits gesucht hat, die sich natürlich ablichten lassen. Wenn wir über solche "Endprodukte" stolpern, freuen wir uns natürlich.

Reza: Ein guter Freund hat mir von einem Spanier erzählt, der im Loveletter ein Angebot einer Frau für ein Deutsch-Spanisch Sprachtandem angenommen hat, die inzwischen seine Verlobte geworden ist! Das ist schon ganz schön toll!
 

Wie sieht eure tägliche Arbeit aus? Ist WOLOHO eine Nebensache oder könnt ihr davon leben? Wie finanziert ihr euch?
 

Reza: Unser Team besteht aus drei Leuten: Natalie, unserer Content und Digital Marketing Managerin, Salina, unserer Designerin und meiner Wenigkeit. Allerdings haben wir alle auch einen zweiten Beruf. Natalie ist zur Zeit in Ghana für ihre Doktorarbeit unterwegs, Salina arbeitet in einer Designagentur und ich bin eigentlich Filmemacher und Drehbuchautor. WOLOHO ist wie gesagt gar nicht darauf ausgelegt, schnell zu wachsen oder die Welt zu erobern. Wir lassen uns damit Zeit und wollen die Community organisch heranwachsen lassen. Mal sehen, wo die Reise langeht!

Natalie: Zu unserer täglichen Arbeit gehören Emails beantworten, Inserate prüfen, Inserenten kontaktieren, unsere Letter zum Versand bereit machen, die Buchhaltung und vor allem viele schöne (virtuelle) Gespräche mit unseren LeserInnen, InserentInnen und Kunden. Fast alle unsere Letter sind in den einzelnen Städten in Deutschland kostenfrei. Lediglich für den Berliner Workletter verlangen wir von den Unternehmen pro Inserat einen kleinen Betrag und so finanzieren wir auch das Ganze. 

 

(Natalie)


Ihr setzt zum Teil auch eigene Veranstaltungen um. Worum geht es bei diesen Events und wie erfährt man davon?
 

Natalie: Seit 2016 veranstalten wir gemeinsam mit der youngcaritas Berlin unseren Give & Help Day. Zwei mal im Jahr (Frühjahr und Herbst) sammeln wir in unserer Community noch gut erhaltene Kleidung, Schuhe, Bettwäsche und Spielsachen für Bedürftige Berliner. Wir kooperieren hier mit der Caritas Kleiderkammer, die unsere gesammelten Schmuckstücke ganz kostenlos an Flüchtlinge, Obdachlose und andere Bedürftige ausgibt. Wir kündigen das Event immer einige Wochen im Voraus in unseren Lettern, aber auch auf unserer Facebookseite an (https://www.facebook.com/woloho), damit auch jeder genug Zeit hat durch seinen Kleiderschrank zu gehen und ein paar Taschen vollzupacken. In 2017 haben wir auch das erste Mal am Nikolaustag in der Wärmestube der Caritas ein leckeres Essen für Obdachlose organisiert. Mithilfe wunderbarer Kooperationen konnten auch 100 Personen mit warmen Socken, Mützen, Handschuhen und Schals ausgestattet werden. 2018 versuchen wir noch kreativer zu werden und schöne Veranstaltungen für unsere Community zu planen - alles unter dem Gedanken der gegenseitigen Hilfe!


Wohin soll die Reise mit WOLOHO gehen?
 

R: Tja, das ist eine gute Frage! Ich will keine überambitionierten Ziele setzen, denn ich bin sehr zufrieden mit unserem Baby, das stetig wächst und sehr gesund ist. Wenn ich weit in die Zukunft schaue, dann seh ich WOLOHO aber schon auch in anderen europäischen Großstädten starten. Let's see...


Wie kann ich den Newsletter erhalten und/oder eine Anzeige aufsetzen?
 

N: Beides geht ganz einfach über unsere Webseite. Zum Newsletter anmelden könnt ihr euch unter http://woloho.com/#subscriben und Anzeigen könnt ihr ganz einfach und schnell in unseren Online-Masken der jeweiligen Letter eingeben, die ihr hier wählen könnt: http://woloho.com/#posten

Der Görli im Wandel

8. Februar 2018 13:46:10

lisa.wiedemuth

"Wichtig ist nicht, woher ein Mensch kommt, sondern was er alles im Park machen möchte"

Cengiz Dermici ist seit über einem Jahr der Parkmanager des Görlitzer Parks und soll ihm ein neues Image verschaffen. In Zusammenarbeit mit verschiedenen ansässigen Initiativen & Projekten, sowie mit einer aktiven Bürger*innenbeteiligung soll ein „Wohnzimmer für alle“ entstehen. Welche Chancen & Herausforderungen birgt ein Umwandlungsprozess wie dieser und wie können öffentliche (Frei)räume wieder stärker für das Gemeinwohl genutzt werden? Wir trafen Cengiz und sprachen über das Modellprojekt des Bezirksgrünflächenamts Friedrichshain-Kreuzberg.

Wie würdest du den Görlitzer Park in seinem jetzigen Zustand als öffentlichen Raum beschreiben?

Cengiz: Der Görlitzer Park ist ein Raum für Freidenker*innen. Er besitzt eine Wildheit, die dem Menschen die Möglichkeit gibt frei zu denken. Solch einen Raum – der das Wilde herauskitzelt – braucht jede Stadt.

Welche Möglichkeiten & Potenziale birgt der Park?

Cengiz: In der Zukunft sollen neue Räume geschaffen werden z.B. ein neuer Bolzplatz mit vielen Sportalternativen, Räume für Diskussionen, Spielereien & Selbsthilfe, also drogenfreie Treffpunkte. Das Ziel ist es dabei nicht, die Wildheit zu besänftigen, sondern neue Räume mit Hilfe und in Zusammenarbeit mit vielen unterschiedlichen Menschen zu schaffen. Den Anwohner*innen soll die Möglichkeit geboten werden, wieder Verantwortung für ihr Umfeld zu übernehmen. Es ist ein anstrengender Prozess, aber sobald der ins Rollen kommt, bewegt sich alles.

Welche Herausforderungen birgt der Park?

Cengiz: Ich denke, die generelle Herausforderung des 21. Jahrhunderts ist die Integration aller. Die Gesellschaft führt aber derzeit eine falsche Debatte darüber. Integration heißt nicht, dass sich Migrant*innen integrieren müssen. Integration bedeutet, dass sich alle in diese neue Form der vielfältigen Gesellschaft integrieren sollten – egal ob Deutsche, Alte, Türken… Die Frage ist, wie schaffen wir eine Bürger*innenbeteiligung, an der wirklich alle teilhaben können. Auch weniger Rede- und Wissensbegabte müssen die Debatte verstehen und ihre eigene Meinung mitteilen können. Wir befinden uns derzeit noch im elitären Bereich der Bürger*innenbeteiligung, sie soll aber für alle geöffnet werden. Das ist die aktuelle Herausforderung für den Görlitzer Park.

Im Konzept zum Görlitzer Park wird explizit auf die Zusammenarbeit zwischen Bezirksgrünflächenamt (Politik), Anwohner*innen (Bürger*innenbeteiligung), angrenzenden Vereinen und dir als Koordinationsstelle eingegangen. Wie sieht diese Zusammenarbeit in der Praxis aus?

Cengiz: Grundsätzlich gibt es zwei Anlaufstellen: Mich und den Gründungsrat. Alle Menschen die Ideen, Probleme oder Beschwerden bezüglich des Parks haben, können dahin kommen. Das Ziel ist, auf der Basis dieser Anregungen Projekte zu entwickeln und die Ideen in die Praxis umzusetzen. Prinzipiell kann weder der Parkmanager noch der Gründungsrat eigene Projekte umsetzen, da die juristischen Strukturen fehlen, um öffentliche Gelder zu beantragen. Deswegen sind beide Akteure eher ein Sammlungsbecken von Wünschen und Anregungen. Der Gründungsrat oder das Parkmanagement suchen dann Initiativen aus dem Kiez, die solche Projekte umsetzen könnten und kontrolliert, ob daraus positive Resonanzen entstehen. Der Gründungsrat soll thematische Anstöße geben und die Entwicklungen des Parks an die Öffentlichkeit tragen. Das Bezirksgrünflächenamt zeigt die Richtlinien und Rahmenbedingungen auf und informiert über bestehende Regeln, zum Beispiel, dass keine laute Musik im Park gespielt werden darf. Nun soll das Amt aber dazu animiert werden, flexibler zu sein. Solange man Illegalität nicht kontrollieren kann, sollte man kontrollierte Freiheiten zur Verfügung stellen. Zum Beispiel kann dann verstärkte Musik nach einer vorherigen Anmeldung an einem bestimmten Platz gespielt werden.

Wie kann ich Teil des Entscheidungsgremiums werden?

Cengiz: Zum einen hat man die Möglichkeit an den Wahlen teilzunehmen und für einen Platz im Parkrat zu kandidieren. Wird man nicht gewählt, hat man die Möglichkeit als Beisitzer*in an den Sitzungen teilzunehmen. Das Ziel ist es, einen Parkrat mit vielen Menschen zu organisieren. Diese könnten sich in verschiedenen Untergruppen organisieren. Zu betonen ist, dass der Parkrat wirklich für alle offen ist. Die nächste Wahl findet im Juni statt.

Dein Bauwagen mit Büro steht zentral mitten im Görli. Die Medien haben in letzter Zeit ausführlich über dich und das Handlungskonzept berichtet. Du bist quasi der Ansprechpartner für alle. Was schätzt du an deinem Job und welchen Herausforderungen begegnest du täglich?

Cengiz: An meinem Job schätze ich, dass ich mit Menschen zusammenarbeiten, diskutieren und Lösungen finden kann. Ich selbst profitiere davon nicht direkt, da ich nicht in Kreuzberg wohne. Vielleicht schaffe ich es aber, eine kleine Spur in der Geschichte zu hinterlassen, sodass Menschen am Ende sagen können: „Der Park, ein Wohnzimmer für alle! Es ist schön! Mein Görli ist mir wichtig und ich teile ihn mit allen anderen!“ Die Herausforderung dabei ist, dass jede Gruppe ihre Interessen unbedingt durchsetzen will. Ich kann die Drogendealer nicht vom Görli verweisen, sondern ihnen nur sagen, dass sie nicht so eng stehen und den vorbeigehenden Menschen Platz lassen sollen, Frauen nicht belästigen oder Kindern und Jugendlichen nichts verkaufen sollen. Es fehlt den Menschen das Bewusstsein, dass der Görli ein Park für alle ist, für Jung und Alt. Wir müssen lernen, emphatisch zu sein und die Rechte von anderen Menschen zu schützen und zu achten – auch Rechte, die sie zum Teil aufgrund von Aufenthaltsstatus, Alter oder Sprache selbst nicht schützen können. Jede Community will ihre eigenen Vorstellungen durchsetzen – Ruheliebende, Drogendealer, Hundebesitzer*innen, Sportler*innen. Diese Gruppen respektieren und tolerieren sich noch nicht genug. Sie sollen aber in Zukunft zur Reflektion ihres eigenen Verhaltens angeregt werden.

Welche Projekte wurden bisher schon erfolgreich umgesetzt?

Cengiz: Da dies ein Modell-Projekt ist, müssen sich alle Gremien finden und neu erfinden. Bei einigen geht dieser Prozess schneller und bei einigen langsamer. Man muss sich das so vorstellen: Es gibt Akteur*innen, die arbeiten Vollzeit und können professioneller an dem Prozess arbeiten. Und dann gibt es ehrenamtliche Personen die sich aller zwei Wochen für 2-3 Stunden im Gremium treffen. Darüber hinaus ist das dann ein Gremium mit elf unterschiedlichen Charakteren, die sich auf eine Meinung einigen müssen. Ich bin sehr froh, dass sich Menschen dazu bereit erklären etwas für die Allgemeinheit zu tun. Ach was, ich bin dankbar dass Menschen ihre Freizeit dafür hergeben, um für andere eine schöne Lebenswelt zu schaffen, aber es braucht eben seine Zeit. In Planung ist der Umbau des Bolzplatzes zu einer modernen Fläche mit vielen Breitensportmöglichkeiten, auch mit betreuten Sportangeboten. Der Lagerplatz soll zu einem Platz mit vielen verschiedenen Angeboten (von Kaffee bis zu afrikanischem oder arabischen Essen, Fahrradwerkstatt und Atelier) umgestaltet werden. Diese Projekte sollen im März starten. Im Sommer soll ein Sommerteegarten aufgebaut werden. Dort kann dann kostenlos Tee getrunken werden. Generell lässt sich sagen, dass ein Park Kulturangebote braucht, sonst stirbt er. Durch freie und offene Kulturangebote soll jede*r die Möglichkeit bekommen mit seinen Mitmenschen in Kontakt zu kommen.

Unter welchen Bedingungen würdest du die Umsetzung des Handlungskonzepts als erfolgreich für dich selbst und den Park einstufen? Was müsste bis dahin geschehen?

Cengiz: Erfolgreich bin ich, wenn ich nicht mehr gebraucht werde. Es gibt sehr gut funktionierende Parkstrukturen in anderen Orten auf diese Welt. Wir sollten nicht immer das Rad neu erfinden, sondern Projekte die schon erfolgreich sind, adaptieren oder transformieren. Ich denke an Parks die es geschafft haben sich selbst zu verwalten, zum Beispiel durch eine Parkgenossenschaft oder eine Parkstiftung, die von Bürger*innen des Kiezes organisiert wird. Ich weiß nicht, ob dieser Wunsch realisierbar ist. Aber ich tue alles im Rahmen meiner Möglichkeiten. Solange ich hier arbeite, werde ich versuchen alle ins Boot zu holen. Meine Absicht ist, den Park nicht nur einer Gruppe zu geben, sondern der Allgemeinheit. Wichtig ist nicht, woher ein Mensch kommt, sondern was er alles im Park machen möchte.

Quartiermeister übernimmt

5. Februar 2018 15:53:21

lisa.wiedemuth

Quartiermeister München wurde bisher selbstständig von Jan Svensson und in Kooperation mit der Partnerbrauerei Gut Forsting geführt. Über 8000€ konnten dadurch in den letzten 6 Jahren an soziale Projekte in der Region ausgeschüttet werden. Nun gibt Jan in beidseitigem Einverständnis & Interesse seine bisherige Arbeit an unser Sozialunternehmen ab. Wir übernehmen dadurch nicht nur die Kooperation mit der Brauerei, sondern haben durch unsere professionellen Vertriebsstrukturen ebenfalls die Möglichkeit in der Region zu wachsen. In diesem Sinne können wir noch mehr Projekte fördern & noch mehr Gutes tun - auch über die Grenzen Münchens hinaus. Unser ganz besonderes Schmankerl: Neben dem Original Hellen gibt’s pünktlich zum Neustart noch ein Bio Helles nach eigener Rezeptur. Wie es jetzt in den nächsten Monaten weitergeht und was die Expansion genau für unser Unternehmen bedeutet, erfahrt ihr hier.

Als Jan Svensson die Idee von Quartiermeister 2012 im Süden adaptierte, erhielt er die vollste Unterstützung aus unserem Unternehmen. Schließlich war und ist es bis heute unser Anliegen, das Konzept des korrekten & gemeinwohlorientierten Wirtschaftens auch in anderen Regionen zu etablieren. In den letzten Monaten kristallisierte sich jedoch heraus, dass das eigentliche Potenzial des Quartiers mit seinen zeitlichen Kapazitäten nicht vollkommen ausgeschöpft werden kann. Im letzten Jahr wandten sich darüber hinaus die studierten Brauingenieure Daniel und Lennart an uns, als sie von Quartiermeister München erfuhren. Sie boten uns an, die Entwicklung vor Ort voranzutreiben und den Vertrieb aktiv mitzugestalten.

Nach mehreren Gesprächen mit der Partnerbrauerei Gut Forsting und Jan fiel im November 2017 die Entscheidung, Quartiermeister München an unsere GmbH anzugliedern. Durch unsere festgelegten Prinzipien und die Doppelstruktur aus Verein & Unternehmen kann ab jetzt vor Ort noch transparenter, korrekter und partizipativer gewirtschaftet werden. Ihr könnt ab sofort mitbestimmen, wer von unserer Förderung profitiert und wohin die Reise mit unserem sozialen Zauberbier geht.

Unser Verein – unsere Förderung

Bisher entschied ein örtlicher Beirat über die Fördermittelvergabe vor Ort. Wir möchten unser Tool der Onlineabstimmung jedoch auch nach München übertragen, sodass jeder mitbestimmen kann, wohin die Förderung fließt. Die erste Fördermittelvergabe findet voraussichtlich in den ersten Sommermonaten statt. Die Mitglieder des örtlichen Beirates werden an unseren Verein in Berlin angegliedert, sodass unsere Förder- und Auswahlkriterien einheitlich vor Ort umgesetzt werden können. Für diese Vereinszelle suchen wir weiterhin fleißig aktive Mitglieder, die sich nicht nur um die Projekte kümmern, sondern ebenfalls die Möglichkeit haben, eigene Veranstaltungen & Formate umzusetzen, sowie Bier für den guten Zweck zu zapfen.

Weitere Informationen zu unserem Verein findet ihr hier!

Unser Bio Helles

Zu einem korrekten Wirtschaften gehört für uns gleichermaßen ein ökologischer Anspruch. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, unser Sortiment in München um ein Bio-Helles zu ergänzen. Das Rezept dafür entstand in Kooperation mit unserem Brauingenieur Matheo und wurde gestern das erste Mal in der Brauerei Gut Forsting abgefüllt. Prädikat: Besonders wert- und geschmackvoll! In den nächsten Wochen beginnt unser Vertrieb und die Akquirierung von Neukund*innen in der bayrischen Hauptstadt und ihr könnt euch sicher sein: Wir werden ordentlich Bambule machen!

Wachstum ja, aber mit Sinn & Verstand

Wenn wir ehrlich sind: Die Entscheidung Quartiermeister München zu übernehmen, fiel uns nicht schwer. Wir verfolgen grundsätzlich das Ziel in andere Städte und Regionen zu expandieren, aber aufgrund unseres Fördermodells & unserer finanziellen Unabhängigkeit fehlt uns schier das Investitionskapital. Durch die bestehende Kooperation mit der Brauerei & den Strukturen vor Ort sind die Grundsteine für einen einfachen Neuanfang gelegt. Trotzdem freuen wir uns natürlich, wenn ihr uns in unserer Arbeit unterstützt. Lasst uns gemeinsam die Idee hinter Quartiermeister auch im Süden etablieren! Ihr kennt tolle Projekte, nette Kneipen, coole Festivals? Her damit! Schreibt uns direkt an muenchen@quartiermeister.org oder besucht und schreibt uns auf facebook! Prost!

Es wächst zusammen, was zusammen gehört (Braumeister Christian und Quartiermeister Daniel stoßen auf die kommende Zusammenarbeit an)

Mit der Förderung ins neue Jahr

3. Januar 2018 10:12:46

lisa.wiedemuth

Ein knappes Rennen kurz vor Jahresende! Über 1100 Stimmen sind in den letzten sechs Wochen bei uns eingegangen. Ihr habt entschieden, welche Projekte wir mit jeweils 1000€ fördern!

Der erste Platz geht an KommRinn e.V. (348 Stimmen). Die Initiative vermittelt und fördert durch Spenden privaten Wohnraum für geflüchtete Menschen.

Auf dem zweiten Platz sind die Elhana Lernpaten (272 Stimmen) gelandet. Das Projekt unterstützt Kinder in ihrer schulischen Laufbahn, durch Eins-zu-Eins-Patenschaften.

Für "Das Kinderparlament" hat es mit 270 Stimmen leider ganz knapp nicht gereicht. Wir wünschen trotzdem ganz viel Erfolg bei der Umsetzung zukünftiger Beschlüsse des Parlaments und hoffen, dass die Finanzierung auch anderweitig zustande kommt. Das Gleiche gilt für unsere Freund*innen von Restlos Glücklich (236 Stimmen), die sich aktiv und kreativ gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen.

 

Ihr habt entschieden, Dresden dankt!

12. Dezember 2017 10:29:57

lisa.wiedemuth

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und vier Projekte haben kurz vor Weihnachten einen ganz besonders großen Grund zur Freude. Zwei Wochen lang konntet ihr entscheiden, wer von eurem Konsum in Dresden profitiert. Insgesamt 4000€ habt ihr in der Landeshauptstadt im Jahr 2017 zusammengetrunken. Während wir die ersten 2000€ bereits im Juni an gute Initiativen spenden konnten, folgte nun die zweite Fördermittelausschüttung. Wir möchten genau da helfen, wo unser Bier getrunken wird und bestehende Strukturen & Netzwerke von Stadt- und Nachbarschaftsgestalter*innen stärken. Über 1000 Stimmen sind bei uns eingegangen. Hier das Ergebnis der Onlineabstimmung.

Foto: Julia Sloboda

Wir gratulieren den folgenden vier Initiativen zu jeweils 500€ und sind gespannt wie sie ihre Wirkung durch unsere Förderung verstärken können:

- verrückt - Ein Videopodcast über Gesellschaft und Politik (245 Stimmen)
- Lesereihe Ostkap (198 Stimmen)
- AIAS e.V. - Studenten gegen Blutkrebs (186 Stimmen)
- NEUstattTraum - NeustadtTRAUM (185 Stimmen)

Für die folgenden Projekte hat es leider nicht gereicht, wir wünschen aber weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung zukünftiger Vorhaben:

- Streetfood in der Markthalle (111 Stimmen)
- #MeetU (90 Stimmen)
- Agamemnon (78 Stimmen)
- Multimoves (76 Stimmen)

Unser neues Rotbier kommt

14. November 2017 13:33:59

lisa.wiedemuth

Demnächst gibt's das Quartiermeister Rotbier. Die kupferrote Farbe und der malzige Geschmack machen dieses untergärige, handwerklich gebraute Bier zum „Rotschlagargument“ für alle Bierliebhaber*innen.


Das Rotbier bedeutet für uns nun eine sinnvolle Ergänzung zu unseren beiden Pilssorten. Es gehört zu den wenigen Roten in Bioqualität und deckt den etwas anderen bzw. ausgefalleren Geschmack ab. In den nächsten Wochen ist das Rote in allen BIO COMPANYS, LPG's und weiteren kleinen Bioläden erhältlich. Aber auch die ein oder andere (Fassbier-)Kneipe wird in den nächsten Monaten unser Bier vertreiben. Ihr dürft also gespannt bleiben!

Das Einmalzeins des Rotbiers

Das untergärige, handwerklich gebraute Bier ist etwas stärker eingebraut als herkömmliche Biere. Sorgfältig ausgewählte Spezial- und Karamellmalze verleihen ihm seine rote Farbe und den ausgeprägt malzigen Charakter. Unsere Variante ist eine zeitgemäße Interpretation des traditionellen Roten mit einer speziellen Hopfennote. Unser Quartier(brau)meister und Brauereitechnologe Matheo erklärt den Geschmack wie folgt:

„Wir verzichten bewusst auf Bitterhopfen und nutzen die feinen Aromasorten Perle und Huell Melon, die das Bier mit einer angenehm milden Hopfennote versehen. Huell Melon gehört zu den neuen, gefragten Flavourhopfen mit Aromen von Honigmelone und Waldbeere. Diese Akzente runden den malzigen Geschmack unseres Bieres ab.“

Unser Rotbier hat eine Stammwürze von 12,9°P, einen Alkoholgehalt von 5,2 % und ist nach deutschem Reinheitsgebot gebraut.

Aber mal ganz ehrlich: Wir lieben Bier genauso wie ihr. Aber noch mehr lieben wir unsere Nachbarschaft. Deswegen zählt neben all den raffinierten Geschmacksumschreibungen, die heute zu einem guten Bier dazugehören vor allen Dingen der Gedanke: Regional trinken, Lokal helfen. Das ist und bleibt der Grundgedanke unseres Wirtschaftens.

Das neue Wir beleben

31. August 2017 08:58:49

lisa.wiedemuth

Wer sich erinnert: Die Emser Straße gehörte vor einigen Jahren noch zu den weniger gediegenen Ecken in Neukölln. Mittlerweile weichen die unzähligen Spielekasinos den neuen Szenekneipen. Der Platz vor der Feuerwache mit dem Kneipenurgestein Laika ist längst nicht mehr der einzige Treffpunk am Abend. Während sich die einen über das wachsende Angebot freuen und die anderen von Verdrängung sprechen, ist die Bürgerstiftung Neukölln darum bemüht, in dem Wandel für alle einen Mehrwert zu schaffen. Wir haben die Stiftung besucht und mit der Geschäftsführerin Idil Efe über die Arbeit im Kiez gesprochen.

„Neukölln ist Avantgarde!“ Idil lächelt, der Tonfall lässt vermuten, dass dieser Satz nicht das erste Mal über ihre Lippen kommt. Dabei spricht sie weniger den Lifestyle der Zugezogenen an, als den erleb- und sichtbaren Meltingpottcharakter. „Es gilt nicht die Differenzen und Konflikte in der Nachbarschaft abzustreiten, oder kleinzureden. Wichtig ist es nur, einen Raum zu schaffen, in dem diese Differenzen ausgesprochen werden können und gleichzeitig Gemeinsamkeiten & Potenziale entdeckt werden!“. Genau diese Aufgabe hat sich die Bürgerstiftung Neukölln auf die Fahne gesetzt. Schon seit 12 Jahren agiert sie als Plattform und Unterstützer für engagierte Menschen im Kiez. Dabei setzt sie eigene Projekte um, fördert aber auch mit dem n+-Förderfond, sowie dem Bürgerpreis externe Initiativen aus Neukölln mit kleineren Summen.

 „In der Praxis heißt das konkret: Wir leisten Bildungs-, Eltern- und Netzwerkarbeit!“. Ca. 100 Menschen verschiedenster Nationalität, Herkunft und Orientierung sind als Unterstützer*innen in der Stiftung aktiv, 7 Menschen werden ihr beschäftigt. Ein besonderer Fokus in der eigenen Projektarbeit liegt auf einer Eins-zu-Eins-Patenschaftsvermittlung. Neuköllner Talente (Link) vermittelt Pat*innen an Kinder im Grundschulalter. Sie helfen ihnen fernab von Schule und Elternhaus eigene Begabungen und Stärken zu entdecken. Im nächsten Jahr feiert das Projekt Jubiläum. Schon jetzt hat es seit 2008 über 300 Patenschaften vermittelt. Die Erfahrung einer Patenschaft bereichert dabei nicht nur das Leben der Kinder, sondern auch das ihrer Pat*innen. Es entstehen langjährige Freundschaften zwischen Menschen, die sich wohl so im Kiez nicht getroffen hätten.

Ähnliche Erfolge feiert das wohl älteste Patenschaftsprojekt Berlins: Das Mentorenprojekt Neukölln. Im Gegensatz zu den Neuköllner Talenten werden hier seit 2006 Jugendliche vermittelt, die beim bedeutenden Übergang vom Schul- ins Berufsleben Unterstützung eines erwachsenen Mentor*in erfahren. Ob Hausaufgabenhilfe, oder gemeinsame Ausflüge: Der größte Erfolg liegt wohl auf der persönlichen Begegnung. Ursula Rettinger, Leiterin des Projekts, hätte sich in ihrer Jugendzeit gern selbst so einen Menschen an ihrer Seite gewünscht: „Teenager haben oftmals das Gefühl, von Erwachsenen nicht verstanden oder ernst genommen zu werden. Das Mentorenprojekt zeigt ihnen: Es gibt auch Erwachsene, die mit dir auf Augenhöhe reden, mit denen du angstfrei über deine Sorgen und Wünsche sprechen kannst!“.

Beim N+-Chor oder den N+-Werkstätten können Menschen aus der Nachbarschaft aufeinandertreffen. Ebenfalls wird das Wissensformat „Fokus Neukölln“ für dieses Jahr wieder geplant, in dem wissenschaftliche Vorträge, für alle frei zugänglich, verständlich und auf den Punkt gebracht, aufbereitet werden. „Die reine Chancengleichheit ist eine Utopie, aber wir möchten uns ihr annähern. Wir möchten das neue Wir beleben und es als Chance begreifen!“, Idil ist Überzeugungstäterin, auch wenn die Bürgerstiftungsarbeit in heutigen Zeiten nicht immer die einfachste ist. „Der weit verbreitete Stiftungsmythos, nach dem wir als Institution im Geld schwimmen würden, ist weit hergeholt. Wir kämpfen stets um die Finanzierung unserer Projekte!“ Woher nimmt die Geschäftsführerin dabei ihre persönliche Motivation? „Es ist unheimlich bereichernd, den Niederschlag der eigenen Arbeit direkt in den Projekten und Begegnungen zu erfahren. Wir gestalten die Gesellschaft hier im Kleinen.“

Der Umgang mit Diversität wird hier professionell betrieben, dazu gehören auch Seminare und Fortbildungsangebote für die Ehrenamtlichen.

Seit April ist die Stiftung Kooperationspartner mit dem Humboldtforum „Berlin und die Welt“ Ausstellung. Sie berät und gestaltet in kuratorischer Arbeit, in der Person von Idil Efe die Ausstellung und hat sich zum Ziel gemacht, Neukölln und Neuköllnern eine Visibilität in Mitte zu verschaffen.

Die Arbeit der Bürgerstiftung lässt sich in vielen Bereichen unterstützen. Finanziell können alle Privatpersonen oder Unternehmen mit einer Mindestsumme von 500€ zustiften, einmalig oder eine Dauerspende einrichten. Wem diese Summen zu hoch sind, kann Sachspenden auf dem Trödelmarkt im Handwerkerhof neben der Villa Rixdorf vorbeibringen. Jeden Sonntag wird dort für die Bürgerstiftung Neukölln getrödelt, alle Erlöse kommen den eigenen Projekten zugute.

Aber auch Zeit lässt sich in die Bürgerstiftung Neukölln investieren. Wer von dem bunten Angebot des Bezirks fleißig profitiert, hat hier die Möglichkeit dem Kiez etwas zurück zu geben. Mit eigenen Projektideen und Vorschlägen zur Verbesserung einzelner Lebensbereiche im Kiez, oder als Pat*in für ein Neuköllner Kiddie. Ich selbst habe mir eine Patenschaft fest nach dem Urlaub vorgenommen. 

Bleibt Fair - Ein Apell zur Onlineabstimmung

16. August 2017 15:51:19

lisa.wiedemuth

Bevor ich bei Quartiermeister 2014 mein Praktikum begann, war ich noch mitten in der Umsetzung meines Semesterprojekts. Die Finanzierung fehlte, ich stieß auf die soziale Biermarke, bewarb mich mit unserem intergenerationellen, dokumentarischen Theaterstück und fand mich plötzlich im Abstimmungswahnsinn wieder. Das war nervenaufreibend. Ganze vier Wochen zitterte ich vor meinem Bildschirm, wir lagen immer ganz knapp hinten. Kurz vor Ende lud ich all meine Freund*innen mit ihren Computern zu mir ein, es gab Sekt (kein Bier) und wir trommelten gemeinsam auf unseren Tastaturen herum, um noch die letzten Kontakte aus dem Freundesfriedhof bei facebook (wahlweise Datingplattformen) zu generieren. Das war alles ganz schön unangenehm, aber an dem Abend auch ziemlich lustig und vor allen Dingen FAIR.

Unfair dagegen sind generierte Email-Adressen. Das tut allen Parteien nicht gut. Weder den Projekten, die die Zweitstimme erhalten, noch unserer Außenwirkung als Quartiermeister. Ich selbst habe auch einen riesigen Aufwand, in Kleinstarbeit Stimmen zu kontrollieren und sie ggf. zu löschen. Wir haben das Tool der Onlineabstimmung gewählt, weil wir möchten, dass alle mitbestimmen können, wohin unser Geld fließt. Wir möchten, dass pro Person zwei Stimmen vergeben werden, damit am Ende die beste Idee gewinnt und nicht nur das Projekt mit dem größten Netzwerk. In der letzten Zeit sind gehäuft Fälle von Manipulation und Betrug aufgetaucht und wir möchten daher noch einmal dringlich aufrufen: Bleibt fair! Ihr seid alle Teil von wunderbaren Projekten, die es alle verdient haben, von uns gefördert zu werden. Für eine Finanzierung von 1000€ zu betrügen ist kein Kavaliersdelikt! Die Stimmen müssen natürlich nicht von den Projektinitiator*innen selbst kommen, aber trotzdem solltet ihr wissen und an alle eure Unterstützer*innen weiterleiten: Manipulation ist absolut zwecklos! Wir behalten es uns vor, zukünftig Projekte ganz aus dem Voting auszuschließen, sollte es nochmals zu Unregelmäßigkeiten kommen.

Und nun zum Ergebnis der letzten Abstimmung. Herzlichen Glückwunsch, wir fördern mit jeweils 1000€:

- Sleep Out - eine Kampagne von mob e.V. 366 Stimmen
- Baumscheibenfest 363 Stimmen

Für diese beiden Projekte hat es diesmal leider nicht gereicht. Wir wünschen trotzdem weiterhin viel Erfolg:

- Kotti Paten 345 Stimmen
- StraßenfestiYalla 325 Stimmen

An einem Tisch, in einer Bibliothek!

3. Juli 2017 14:05:54

lisa.wiedemuth

Ihr habt entschieden, der Kiez dankt!

In dieser Abstimmung haben sich ein paar falsche Emailadressen eingeschlichen! Aus diesem Grund haben wir die Stimmen bereinigt und sind zu folgendem Ergebnis gekommen. Wir fördern mit jeweils 1000€:

1. Between Us. Die neue Bibliothek (372 Stimmen)
2. An einem Tisch, an einem Strang von Kreuzberg hilft (337 Stimmen)

Herzlichen Glückwunsch! Für die beiden folgenden Projekte hat es diesmal leider nicht gereicht, wir wünschen aber weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung zukünftiger Vorhaben:

3. Graffitiworkshops an der Marianne-Cohn-Schule (312 Stimmen)
4. Freunde fürs Leben e.V. (311 Stimmen)