Man braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen

Autor meike.hornbostel

Erstellt am 9. April 2018 14:59:43

Stadt Berlin


Dieses afrikanische Sprichwort stellt nicht nur den Leitsatz des Mentorenprojektes Neukölln dar, sondern visualisiert zugleich wie wichtig bürgerschaftliches Engagement ist. Denn nur mit der Hilfe vieler (Ehrenamtlichen) gelingt jungen Menschen der Sprung ins Leben. Insbesondere an Orten an denen die Chancengleichheit nicht unbedingt gegeben ist, sind solche Projekte notwendig - einer dieser Orte ist Neukölln und hier sitzt das Mentorenprojekt der Bürgerstiftung Neukölln.

Wie wichtig dieses Projekt ist, zeigt das Ergebnis unserer Online-Abstimmung, bei der ihr für dieses Projekt gevotet habt. Nun waren wir vor Ort und haben am monatlichen Arbeitstreffen der Mentor*innen teilgenommen.

Die Initiative existiert schon seit 2006 und ist wohl das älteste Jugend-Mentoring-Projekt in Berlin. In diesem Zeitraum wurden über 300 Paare vermittelt, die sich zwei Jahre auf ihren Lebenswegen begleiten. Für die Schüler*innen sind diese zwei Jahre entscheidend, da es sich um den Übergang vom Schul- ins Berufsleben handelt und viele Schüler*innen die Unterstützung vor den Abschlussprüfungen gut gebrauchen können.

Was genau innerhalb des Mentorings gemacht wird, vereinbart jedes Team für sich. Fest steht, dass sie sich mindestens einmal in der Woche für mindestens eine Stunde treffen. Alles andere ergibt sich ganz von selbst, sei es die Hausaufgabenhilfe, ein gemeinsames Kaffeetrinken, die Hilfe bei der Berufsorientierung, spazieren gehen, der Besuch einer Bibliothek oder ein individueller Ausflug. Das Besondere des Mentoring ist die persönliche eins-zu-eins Begegnung, das Abbauen von Vorurteilen und das gegenseitige Kennenlernen.

Somit verbessert das Mentoring nicht nur die Schulnoten und das Selbstbewusstsein der Jugendlichen, sondern bedeutet auch gelebte Integration. Die Mentor*innen übernehmen die Aufgabe ehrenamtlich und unterstützen die Hilfe zur Selbsthilfe. Beeindruckend ist dabei, dass durch ein Mentoring die Prozentzahl der Schüler*innen die ihren Abschluss schaffen von 15% auf erstaunliche 64% steigen kann.

Damit das Projekt weiterhin so erfolgreich fortgeführt werden kann, sucht das Mentorenprojekt Neukölln noch eine*n neue*n, feste*n Sponsor*in. Ende letzten Jahres ist der Sponsor kurzfristig abgesprungen, da die Firma ihren Betrieb eingestellt hat. Das war auch die Zeit in der sich das Projekt für eine Förderung bei Quartiermeister beworben hat. Um allerdings die Fortbildungen für Mentees und Mentor*innen, regelmäßige monatliche Mentor*innentreffen und wöchentliche Schul-Sprechstunden in der bisherigen Art weiterlaufen zu lassen, braucht das Mentorenprojekt zusätzliche Unterstützung – sowohl finanziell, als auch ehrenamtlich durch neue Mentor*innen.

Kontaktdaten Mentorenprojekt Neukölln:

Ansprechpartnerin Ursula Rettinger: ursula.rettinger@neukoelln-plus.de

Web: http://www.mentorenprojekt-neukoelln.de/

Facebook: https://www.facebook.com/MentorenprojektNeukoelln/


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