“Klotzbeuten” - der natürliche Lebensraum für kleine Helfer

Autor meike.hornbostel

Erstellt am 9. Juli 2018 09:30:23

Stadt Berlin


Anfang des Jahres wurden “Äpfel und Konsorten” mit 1000 Euro von Quartiermeister gefördert. Das Geld wurde für die Anschaffung einer Motorsäge verwendet, um die sogenannten “Klotzbeuten” zu bauen. Was das genau sein soll? Unser Verein hat die Ehre direkt auf die Streuobstwiese eingeladen zu werden und sich vor Ort aufklären zu lassen.


Klotzbeute auf der Streuobstwiese „Luchweg“

Bei Klotzbeuten handelt es sich um ausgehöhlte Baumstämme, in denen Bienenvölker auf artgerechte und natürliche Art und Weise leben können, weswegen sie auch Bienenhöhlen genannt werden. Die Bienen nutzen den Stamm als Nest und produzieren Honig für die harten Wintermonate. Durch eine Symbiose, des nur wenige Millimeter großen Bücherskorpions, ist ein Einsatz von Pestiziden nicht notwendig. Dieser befreit den Stamm von Varroamilben, dem größten Feind der Bienen ganz natürlich. Für “Äpfel und Konsorten” etwas absolut Entscheidendes, denn der Verein erhält alte Streuobstwiesen und Obstbaumsorten auf biologische, ursprüngliche und sich selbstversorgende Art. Doch wie wir alle wissen, werden die Bienen immer weniger. Dieses wichtige landwirtschaftliche Nutztier kämpft weltweit ums Überleben. Besonders deutlich wird dies in Asien, wo Obstbäume schon mit der Hand bestäubt werden müssen. Die Klotzbeuten auf den natürlichen Streuobstwiesen sollen einen artgerechten Rückzugsort für die Bienen bieten. Aus dem Obst wird bei “Äpfel und Konsorten” natürlich dann auch viel Leckeres gezaubert.

Superfood für zukünftige Generationen

Unser Gastgeber Bernd Schock (Vorstandsvorsitzender des gemeinnützigen Vereins und Mitgründer von OSTMOST) verdeutlicht uns vor Ort, dass die neu angelegten Streuobstwiesen erst für unsere nächsten Generationen voll nutzbar sind. Es liege also in unserer Verantwortung Insekten und Sortenschutz jetzt schon für unsere Nachkommen zu fördern. Schließlich ist der heimische Apfel ein echtes “Superfood”. Er regt die Bauchspeicheldrüse dazu an, mehr Insulin zu produzieren und senkt das Diabetesrisiko. Der Ballaststoff Pektin entgiftet unsere Leber und die Polyphenole in Äpfeln haben außerdem einen positiven Einfluss auf unsere Verdauung. Außerdem beinhaltet der Apfel wirklich viele antioxidative Nährstoffe und existiert in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen – viele davon kennen wir gar nicht mehr, da die Supermarktäpfel nur ein Bruchteil der Vielfalt darstellen.

So kannst Du Äpfel und Konsorten unterstützen

Äpfel & Bienen sind deine Freunde? So kannst du Äpfel & Konsorten unterstützen:

Der Verein sucht immer wieder Unterstützung bei der Ernte und Pflege der Streuobstwiesen, sowie Baum- und Bienenexpert*innen, die ihr Wissen teilen und den Verein dadurch unterstützen – getreu dem Motto “Reclaim Streuobstwiesen”. Wer weniger Zeit hat, kann Baumpate werden und seinen Patenbaum auf der Streuobstwiese gemeinsam mit Äpfel und Konsorten einpflanzen. Außerdem werden Streuobstwiesenbesitzer gesucht, um stetig zu wachsen und Artenvielfalt gemeinsam zu erhalten.

Doch auch trinken hilft! Äpfel und Konsorten wird zusätzlich von der Berliner Getränkemarke OSTMOST unterstützt. Mit dem Verkauf von Getränken fördert OSTMOST den Verein, um noch mehr Streuobstwiesen zu pachten und eine größere Wirkung erzielen zu können. Die Getränkevielfalt erstreckt sich über diverse Schorlen und Cider aus den Früchten von Streuobstwiesen. Das Konzept ist dem von Quartiermeister sehr ähnlich. Auch hier wirken Verein und GmbH zusammen und verändern die Wirtschaftslandschaft “Bottom Up” mit Bio-Getränken.


Meike und Daniela vom Quartiermeister e.V. zusammen mit Bernd Schock von Äpfel und Konsorten e.V

Um das ganze Wissen über Streuobstwiesen, Klotzbeuten und Sortenvielfalt weiterzugeben werden einerseits Workshops mit Schulklassen auf den Streuobstwiesen veranstaltet, bei denen die Schüler*innen von der Ernte bis zur Abfüllung ihren eigenen Saft produzieren. Andererseits sollen Workshops für Imker*innen und Interessierte angeboten werden, bei denen mit der geförderten Motorsäge neue Klotzbeuten hergestellt werden und die Haltungsart verbreitet wird.


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