Heart of Code e.V.

Förderzweck

Umzug und (Eigen-)Ausbau eines barrierefreien Hackspaces (Werkbank, Stauraum. Sitzecke, Mikro-Elektronik)

Die Heart of Code ist ein gemeinnütziger Verein, der in seinem Baumschiff im Herzen Berlin-Kreuzbergs einen Freiraum geschaffen hat, in dem Entwicklerinnen und technikbegeisterte Frauensternchen sich vernetzen und gemeinsam an Projekten arbeiten können. Sie bietet einen gemeinsamen Anlaufpunkt, professionelle technische Ausstattung, und veranstaltet kostenlose Workshops und Vorträge für alle Skill Level. Die Frauensternchen der Community sprechen auf Konferenzen und in Medien, setzen sich aktiv für mehr Diversität in der IT ein und haben regelmäßige Treffen für Projekt, AGs und Lerngruppen.

Als wir 2015 das erste mal die Idee eines Hackspaces für Frauensternchen in der berliner Tech-Community streuten, war die Resonanz riesig. Nach vier Wochen hatten sich über 300 Interessierte für unseren Newsletter eingetragen. Es folgten gemeinsam organisierte Hackdays (ganztägige Lern- und Praxistreffen), verschiedenste Workshops, gemeinsame Besuche bei Tech-Veranstaltungen und Konferenzen, Ausflüge in andere Hackspaces, gemeinsame Projekte usw.

Viele zuvor oft isolierte Hackerinnen schlossen sich in dieser Zeit zu einer Community zusammen, einem offenen Netzwerk mit geringen Einstiegsschwellen. Die Heart of Code war gestartet. Ab 2016 gab es wöchentliche Treffen, die wir bis heute Damensalon nennen, ab 2017 den jetzigen
Raum in der Remise in einem Kreuzberger Hinterhof. Dort treffen sich jeden Abend Gruppen von Frauensternchen und arbeiten gemeinsam an Themen (zur Zeit Montags Hardware & Gaming, Dienstags: Datenvisualisierung & Python-Einsteigerinnen, Mittwochs: IT-Security, Donnerstags: Damensalon, Freitags: wechselnd).

Einmal im Monat ist Heart of N00bs, wo wir ein besonders offenes Ohr für Neueinsteigerinnen haben. Im Baumschiff findet sich technisch anspruchsvolle Ausstattung (3D-Druckerinnen, Mikroelektronik Werkzeug, professionelles Podcast Equipment, uvm.), mit der Frauensternchen aus der Community ihre Projekte realisieren können, sowie Literatur zu Programmiersprachen, Technikgeschichte und Ethik.

In Workshops und gemeinsamen Lerngruppen vermitteln wir unser Wissen weiter. Dafür geben wir (z.B. im Frauenzentrum Frieda, im Kreuzberger Mädchentreff und anderen Einrichtungen) Einführungsworkshops zu Themen wie Netzpolitik, Programmiersprachen oder Sicherheit im Internet. Ebenso beraten wir regelmässig Aktivistinnen (auch in gefährdeteren Zusammenhängen, wie beispielsweise Frauenrechtsaktivistinnen im Libanon oder dem Iran) zur sicheren Kommunikation im Internet.

Auf zwei gemeinsamen Sommer-Code-Camps haben wir uns jeweils zehn Tage freigenommen und uns mit Coaches ausschließlich dem Lernen von
Programmiersprachen, oder Lösen anspruchsvoller Programmieraufgaben gewidmet. Neben der Vernetzung unter uns, mit Frauenorganisationen in Berlin und Deutschlandweit, sind wir auch international eingebunden und treffen uns mit aktiven Frauen mit ähnlicher Agenda und Zielsetzungen.

Von Anfang an haben wir uns gegenseitig darin bestärkt öffentlich in Erscheinung zu treten, sei es in Radiointerviews, Zeitungen und Podcasts, oder auf den Bühnen der Fachkonferenzen. Dass dieses Konzept aufgeht, zeigt die wachsenden Zahl von Anfragen für Presseinterviews, Vorträge und Diskussionsrunden. Frauensternchen aus unserer Community sind inzwischen regelmässig auf allen grossen Bühnen (Re:publica, CCC, CeBit oder IFF), in Leitmedien wie dem Spiegel oder Szeneformaten wie dem Chaosradio vertreten, und zeigen dort, dass auch Frauen* ein aktiver Teil der Hacking Community sind. Auf der Makerfactory Challenge 2018 haben Mitglieder der Heart of Code gezeigt, wie Technologien auch weiblich geprägt sein können, etwa mit einer Weste, die mit Sound ungewollte Berührungen anzeigt oder dem Spiel "Fishing for Compliments", das auf die Diskriminierung der Meinungen von Frauen aufmerksam macht.

Mit unseren öffentlichen Auftritten möchten wir das Bild des (weissen männlichen) Programmierers aus den Köpfen diversifizieren und Mut machen, die Entwicklung der uns bestimmenden Technologien selbst in die Hand zu nehmen. 2016 waren wir zum ersten mal als F.U.C.K.-Netzwerk (Frauen* Und Computer Kram), auf dem CCCongress mit einer Assembly vertreten (der Congress ist der grösste selbstorganisierte Kongress der Hacking Community, an dem jährlich zwischen Weihnachten und Neujahr 16.000 Menschen teilnehmen). Inzwischen ist das Netzwerk stark gewachsen: man findet F.U.C.K.
Spaces und regelmässige MeetUps inzwischen in neun Städten in Deutschland und Österreich! #fuckeverywhere

Momentan leben wir im Baumschiff auf ca. 14qm am Ende einer 4m hohen Leiter. Im Winter hat es Minusgrade, im Sommer ist es heiss, das Fenster ist winzig. Das ist kuschelig anarchistisch und natürlich unseres und sowieso viel besser als garkein Raum. Trotzdem wünschen wir uns auf Dauer einen barrierefreien Ort mit etwas mehr Licht und Platz. Diesen bekommen wir voraussichtlich bald im New Yorck/Bethanien. Von der Förderung möchten wir den Umzug und (Eigen-)Ausbau des neuen Spaces bezahlen (Werkbank, Stauraum, Sitzecke, Licht), sowie den Ausbau unserer Mikroelektronik Werkbank für Hardware Projekte.