Kunsttherapie für traumatisierte geflüchtete Menschen

Förderzweck

Verschiedene Kunsttherapiematerialien, wie Farben, Papier, Pinsel, Stifte etc..

Das Zentrum Überleben ist ein Behandlungszentrum für Menschen, die Kriegs-, Folter- und anderen Gewalterfahrungen erleben mussten und daraufhin eine Traumafolgestörung entwickelt haben. Viele unserer Patient*innen leiden unter immer wiederkehrenden Erinnerungen an traumatische Erlebnisse, Albträumen, gedrückter Stimmung, Angstsymptomen und sozialem Rückzug. Durch die Unterbringung in Sammelunterkünften, einem unsicheren Aufenthaltsstatus und Problemen mit verschiedenen Behörden wird die Verarbeitung traumatischer Erfahrungen zusätzlich erschwert. 

In unserer interkulturell ausgerichteten Tagesklinik wollen mir diesen Menschen durch eine traumafokussierte Behandlung dabei unterstützen, ihre Vergangenheit zu bewältigen und sich ein neues Leben in Deutschland aufzubauen. Die Zusammenarbeit mit speziell geschulten Sprach- und Kulturmittler:innen ermöglicht geflüchteten Menschen einen Zugang zu psychotherapeutischer und psychiatrischer Versorgung, der ihnen durch das bestehende Gesundheitssystem in der Regel verwehrt bleibt. Ab sofort erweitert die Tagesklinik im Zentrum ÜBERLEBEN ihr Angebot und stockt die verfügbaren Behandlungsplätze von 15 auf 24 auf. Es wurden jedoch nicht nur die Kapazitäten vergrößert, sondern auch ein neues, verhaltenstherapeutisch konzipiertes Behandlungskonzept entwickelt, welches von nun an zusätzlich zum bereits etablierten psychodynamischen Behandlungszweig angeboten wird. Das neue Konzept sieht vor, dass Patient:innen in der verhaltenstherapeutischen Gruppe über einen Zeitraum von 12 Wochen in der Tagesklinik behandelt werden.

Einen zentralen Bestandteil der Behandlung in der Tagesklinik stellt dabei die Kunst- und Gestalttherapie dar. Darin können sich Patient:innen in ihrem kreativen Schaffen wieder als Handelnde erleben. Sie entdecken eigene Ressourcen neu oder beleben sie wieder. Für ihre kreativen Werke erfahren sie Respekt und Anerkennung. Das von ihnen Geschaffene lässt sich aufbewahren und hat dadurch Bestand – ein wichtiges Signal für Menschen, die aus ihrer Heimat flüchten mussten und oft alles verloren haben. Zudem stellt die Kunsttherapie einen niederschwelligen, sprachungebundenen Zugang zu Emotionen und Erlebtem dar und hilft bei deren Verarbeitung und Einordnung. 

Dazu benötigen wir finanzielle Unterstützung, um neue Materialien zu kaufen, von Pinseln, über Kreide und Wachsmalstifte, aber auch Papier, Karton, Ton und Erde. So können wir abgestimmt auf die Bedürfnisse der Patient:innen verschiedene Materialien nutzen und den Raum für kreativen, leistungsfreien Ausdruck eröffnen.