Kontaktstelle Wohnen

Förderzweck

Aufstockung der Eigenmittel, Einrichtung des Beratungsraumes mit Kinder- und Sofaecke

Die Kontaktstelle Wohnen wurde im Frühjahr 2016 aus zwei ehrenamtlichen Initiativen ("Willkommen im Kiez" und fluechtlingswohnungen.org) gegründet. Zunächst waren wir nur in Leipzig im Projekt "Wohnungen für Geflüchtete" aktiv, bei dem geflüchtete Menschen durch Unterstützung von Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen aus der Gemeinschaftsunterkunft in eigenen Wohnraum ziehen können.

2017 wurden wir mit dem selben Projekt auch im Landkreis Leipzig aktiv, da es gerade im ländlichen Raum an Unterstützungsstrukturen mangelt. Da der Bedarf insgesamt sehr groß war (über 900 Bedarfsgemeinschaften auf der Warteliste), fokussierten wir unsere Arbeit zunächst auf die Wohnungssuche und den Umzug. Als sich das Projekt etabliert und professionalisiert hatte, starteten wir im November 2018 mit dem zusätzlichen Projekt "Wohn- und Nachbarschaftsberatung für Geflüchtete", das mit Unterstützung nach dem Umzug ein gutes Ankommen in der Wohnung und Nachbarschaft gewährleistet.

Bisher konnten wir über 1200 Personen dabei unterstützen, die eigenen vier Wände zu beziehen und so ein selbstbestimmtes Leben in Deutschland zu beginnen. Zu unseren offenen Sprechstunden zwei mal pro Woche in Leipzig kommen jährlich um die 1000 Menschen, zu den wöchentlichen Sprechstunden in Borna und Grimma insgesamt ca. 300 Menschen und der Bedarf ist weiterhin groß: Nur in Leipzig leben derzeit rund 2000 Menschen in Gemeinschaftsunterkünften; 50% der Personen schon seit mehr als 24 Monaten (Quelle: Stadt Leipzig). Gleichzeitig spitzt sich die Situation auf dem Leipziger Wohnungsmarkt immer weiter zu. Erst vor wenigen Tagen erreichte uns die Einschätzung einer Immobilienmaklerin: „Ich habe heute NUR für diese Wohnung 100 Anfragen bekommen“. Neben den „Berufseinsteigern, Studenten oder Pendlern“ sehe sie für Geflüchtete „keine Möglichkeiten“. Nachrichten wie diese verdeutlichen die extrem angespannte Situation auf dem Leipziger Wohnungsmarkt und führen uns schmerzhaft vor Augen, wie ungleich die Chancen auf ein Mietverhältnis verteilt sind.

Darüber hinaus waren wir in diesem Jahr sehr stark von den Einschränkungen durch Covid-19 betroffen: Wohnungsbesichtigungen waren nicht mehr oder nur begrenzt umsetzbar, während die Dringlichkeit von entzerrten Wohnverhältnissen gerade in Zeiten des ‚social distancing‘ drastisch stieg. Doch trotz der vielen täglichen Absagen und Schwierigkeiten gibt es immer wieder auch Erfolgserlebnisse: So konnte beispielsweise im Mai eine 7-köpfige Familie, die aus ihrer Belegwohnung geworfen wurde, durch einen von uns vermittelten neuen Mietvertrag vor der Obdachlosigkeit bewahrt werden.