Neuigkeiten

Hat hier jemand Fassbier gesagt?

1. April 2020 11:14

annika.bruemmer

Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen und bergen besondere Möglichkeiten - für euch!

Die Gastro ist dicht und jetzt stehen wir hier mit unserem Talent und einigen Fässern Quartiermeister. Selbst trinken können wir dann doch nicht alle und hamstern macht auch keinen Sinn, da sie in ein paar Monaten ihr MHD erreichen. "Mindestens haltbar bis" heißt bekannterweise nicht "absolut tödlich ab", jedoch können wir MHD-Ware nicht mehr verkaufen. Deshalb der Aufruf an euch und alle privaten Haushalte und Organisationen mit Zapfanlage im Keller: Hat jemand Bedarf an einem Fass Bio-Rotbier (30 oder 50 Liter), Bio-Pils (50 Liter), Bio-Helles (50 Liter) oder Original Pils (50 Liter) und würde uns eins zu vergünstigten Konditionen abnehmen? Preis und Bezug klären wir gerne individuell. Schreibt uns eine Mail an bestellung@quartiermeister.org.

Nicht vergessen: Pro verkauftem Liter spenden wir 10 Cent an soziale & kulturelle Projekte in der Nachbarschaft. Pro 50-Liter Fass fließen also direkt 5 € in unsere Projektförderung. So unterstützt ihr also nicht nur uns und verhindert, dass gutes Bier den Abfluss runter geht, sondern tut auch was Gutes für eure Hood! #zumwohlealler

 

Quartiermeister im Handel: Hier findet ihr uns

31. März 2020 11:50

annika.bruemmer

Ein herzliches Hallo aus dem Home-Quartier! Im letzten Blog-Beitrag haben wir euch verraten, welche Lieferdienste euch in Corona-Zeiten euer Quartiermeister nach Hause karren. Für diejenigen, die Lust haben, ab und an ne Runde um den Block zu gehen und auf ein echtes Einkaufserlebnis nicht verzichten wollen, haben wir hier außerdem eine Übersicht der Filialen erstellt, in denen ihr euer Lieblingsbier in eurem Quartier findet.

Berlin

In der Hauptstadt findet ihr unsere Bio-Sorten (Pils, Rotbier, Alkoholfrei und das Helle) in so gut wie allen Bio-Supermarktketten, also bei denns, Alnatura, der LPG oder in der BioCompany, aber auch in vielen kleinen Biomärkten deines Vertrauens. Außerdem sind wir mittlerweile mit unserem Sortiment in sehr vielen EDEKA und REWE-Filialen und in ausgewähle Nah & Gut-Märkte eingezogen. Falls ihr genau wissen wollt, wo es korrektes Bier gibt, schaut mal hier.

Dresden

Vorwerk Podemus, VG und KONSUM Dresden sind eure Anlaufpunkte, wenn ihr Quartiermeister sucht. Außerdem findet ihr unsere Bio-Sorten bei der BioCompany, bei Alnatura und in kleinen (Bio-)LEHs eures Vertrauens.

München

In München sind wir momentan ausschließlich im Bio-Handel vertreten. Schaut rum bei unseren Freund*innen von VollCorner, Alnatura oder bei dem kleinen Biomarkt eures Vertrauens.

Leipzig

Bislang ist Quartiermeister bei Alnatura und in verschiedenen kleinen (Bio-)LEHs eures Vertrauens auffindbar.

Stuttgart

Ab zu Alnatura und kleinen (Bio-)LEHs. Da stehen die Chancen am besten, korrektes Bier zu finden.

 

Auf unserer Bier gibt’s hier-Map laden wir regelmäßig alle aktuellen Verkaufsstellen hoch. Also schaut gerne mal vorbei und checkt, wo ihr beim nächsten Sonnenspaziergang abbiegen müsst.

Wer nicht raus mag, kann gerne noch mal hier nachlesen, wer wie wo liefert. Bleibt gesund, liebe Leute.

Eure Quartiermeister*innen 🍀 💚

Trotz Corona: Quartiermeister kommt zu dir 🖤

26. März 2020 11:19

annika.bruemmer

Liebe Leute,

Corona trifft uns hart! Wie viele andere Getränkeanbieter sind wir schwer davon getroffen, dass Bars, Kneipen und Clubs geschlossen haben, denn 80-90 % unseres Umsatzes generieren wir durch die Gastro. Wir wollen nicht auf die Tränendrüse drücken. In einem früheren Blogbeitrag haben wir bereits ausführlich darüber berichtet, wie wir intern mit der Corona-Krise umgehen und welche Maßnahmen wir intern ergreifen.

Was wir euch jetzt aber keinesfalls vorenthalten wollen ist, wie ihr in Zeiten von Corona an euer (hoffentlich) Lieblings-Bier kommt, ohne die sichere Quarantäne zu verlassen und schwere Kisten zu schleppen.

Diejenigen unter euch, die wie gewohnt alle 7-14 Tage einen Großeinkauf machen, finden natürlich wie gewohnt in den bekannten Einzelhandels-Filialen unsere Flaschen.

Berlin:

In der Hauptstadt liefern euch Durstexpress das Quarantäne-Bierchen und alle anderen Leckereien zum Durstlöschen direkt vor die Haustür.

Der brandneu gegründete Stay Home Club Berlin (jede Bestellung spendet 5 € an United We Stream) versorgt euch nicht nur mit korrekten Getränken. Hier findet ihr Klopapier, Retterboxen von SIRPLUS, Bio-Obst & -Gemüse von Querfeld sowie vegane Kondome zum Liebemachen.

Dresden:

Bei D&S, einem Partner von D&F ordert ihr eure Bestellung ganz old school per Mail oder Telefon und schon naht die Rettung!

Leipzig:

Hier könnt ihr easy über Durstexpress bestellen. Die Quartiermeister-Mixkiste gibt's momentan im Angebot für 12,99 € - juhey!

Stuttgart:

Filippo‘s ist euer Kontakt, wenn ihr Home-Bier-Bedarf habt. Neben Getränken findet ihr hier übrigens Obst, Gemüse & Eier. Nicht wundern: Quartiermeister steht noch nicht auf der Bier-Liste, kann aber trotzdem schon bestellt werden. Außerdem könnt ihr euch über Getränke Streng mit Bier & Co. versorgen. Yes!

München:

Na sichi, München kann ohne Bier nicht leben. Eure Lieferdienste des Vertrauens sind Alpha Getränke, Getränke Nida, Biervana, Haidhauser Getränkemarkt & Getränke Haußmann.

Überall sonst:

Wenn du nicht in einem sogenannten Quartier wohnst, wo wir normalerweise korrektes Bier unter die Leute bringen, kannst du natürlich jederzeit auch in unserem Shop dein Bier bestellen. #zumwohlealler

Wir wünschen euch allen alles Gute für die Zeit @home. Passt auf euch auf und bleibt gesund!

Eure Quartiermeister*innen

 

Stay Home Club Berlin

22. März 2020 08:40

annika.bruemmer

Seit letztem Samstag kommt in Berlin das öffentliche Leben langsam zum Erliegen. Damit stehen zehntausende Mitarbeiter*innen der Berliner Gastro- und Clubszene sowie Kunstschaffende schlagartig ohne Beschäftigung dar. Das ist eine Katastrophe – für alle Betroffenen und für Berlin. Denn selbst wenn die Krise bald überwunden ist, werden z.B. Clubs, die bereits durch Verdrängung angeschlagen sind, vor dem Ruin stehen. Unser Herz blutet bei dem Gedanken, was die Betreiber*innen aktuell durchstehen müssen.

Gleichzeitig sind auch wir als Getränkeanbieter unmittelbar von der Schließung von Bars, Clubs und Kneipen betroffen, denn die Gastro macht 80-90 % unseres Umsatzes aus. Wir sind wie viele andere in unserer Existenz bedroht, deshalb schrauben wir mit Hochdruck an einem Notfallplan.

Das Ergebnis: Der Stay Home Club Berlin - ein Zusammenschluss verschiedener Berliner Unternehmen, die jeweils einen größeren Zweck verfolgen - von sozial bis ökologisch. Wir verkaufen faire und nachhaltige Produkte, um Geld für unsere übergeordneten Ziele zu sammeln. Der Stay Home Club Berlin ist ein Shop, der dir innerhalb Berlins die Basics für die Isolation liefert und dafür sorgt, dass du nicht unnötig vor die Tür musst. Neben Getränken findest du Kondome sowie frisches, krummes Bio-Gemüse und ‑Obst, das dich mit Vitaminen versorgt und dich durch die Corona-Zeit at home bringt. Aber das Beste ist: Mit jeder Bestellung wandern 5 € in den Spendentopf von United We Stream, der die Berliner Clubkultur und Künstler*innen in Form eines SOS-Notfall-Plans finanziell unterstützt. Außerdem fließen 8% an den Stiftungsfonds Zivile Seenotrettung.

So hilft deine Bestellung nicht nur uns, die Krise zu überwinden, du wirst gleichzeitig Teil der umfassenden Rettungsaktion.

Was gibt’s im Shop?

OSTMOST: leckere Bio-Schorlen, -Saft und Cider, inklusive Schutz und Ausbau der natürlichen Arten- und Sortenvielfalt der Streuobstwiesen

Solidrinks: Mate und Cola mit deren Verkauf lokale Geflüchteten-Initiativen unterstützt werden

Quartiermeister: Soziales Bier, durch das soziale Nachbarschaftsprojekte gefördert werden

Abyme Vodka & Rhizom Gin: Spirituosen, durch die Projekte gefördert werden, die für nachhaltiges Wirtschaften, Diversität und kulturelle Freiräume stehen

Querfeld: Obst und Gemüse, das vom Handel als nicht vermarktbar eingestuft wird, weil es zu groß, zu klein oder zu krumm ist

Viva con Agua: Verein, der sich für Trinkwasser und Sanitärprojekte weltweit einsetzt

Einhorn: Vegane & nachhaltige Kondome und Periodenprodukte, von deren Erlösen 50% in die Förderung sozialer & nachhaltiger Projekte fließen

Der Getränkelieferant die Berliner Flaschen-Teufel ist unser Partner in Crime und liefert dir deine Bestellungen innerhalb Berlins. Wenn wir in ein paar Wochen oder Monaten noch dieselben Angebote genießen wollen, die wir vor Corona hatten, sind Flexibilität und Solidarität jetzt mehr als gefragt. Werdet Teil der Bewegung! #stayhomeclubberlin

Ihr wollt nichts bestellen, habt aber trotzdem Lust, zu verfolgen, was wir so machen? Dann folgt dem Stay Home Club Berlin auf Instagram & Facebook.

Gemeinsam durch die Krise

21. März 2020 16:15

lisa.wiedemuth

Diese Krise betrifft uns alle. Die sozial Schwachen, die Selbstständigen, die Obdachlosen, die Kulturschaffenden, das Pflegepersonal, die sozialen Träger, die Gastro und damit auch ganz sicher unser Sozialunternehmen Quartiermeister. Die letzten Tage haben uns vor extreme Herausforderungen gestellt und uns zu drastischen Maßnahmen gezwungen.

Wir glauben jedoch fest daran, als Team, als gesamter Quartiermeisterkosmos diese Krise zu überstehen. In Zeiten wie diesen zeigt sich, wie wichtig eine funktionierende Nachbarschaft, eine gemeinwohlorientierte Wirtschaft und solidarisches Handeln auf allen Ebenen sind. Unsere Art des Wirtschaftens wartet auf die Zukunft, auf die Zeit nach der Krise, auf Nachahmer*innen und neue Gesellschaftsmodelle jenseits von profitablen Eigeninteressen und Wachstumszwang.

Bis dahin müssen wir jedoch verzichten, um die Ecke denken, im ständigen Austausch bleiben und immer wieder schnell und zielgerichtet reagieren. Das ist Krisenmanagement und das tut uns allen richtig weh! Aber das lässt auch zusammenwachsen. Als Verein und GmbH unterstützen wir uns gegenseitig mit all unserer Kraft. Unser soziales Verständnis wirkt nach außen und nach innen!

So begegnen wir den starken Umsatzeinbußen

Wir haben uns ausführlich mit unseren Zahlen beschäftigt und rechnen in den nächsten Monaten mit einem Umsatzeinbruch von 80 bis 90%, da unser Bierverkauf hauptsächlich in der Gastronomie stattfindet und dieser Sektor vor ganz eigenen Herausforderungen steht. Um von Anfang an korrektes Risikomanagement zu betreiben, haben wir uns entschieden, als gesamtes Team ab April in Kurzarbeit zu gehen. Das betrifft auch die Geschäftsführer Peter und David, die als Selbstständige zwar nicht in Kurzarbeit gehen können, aber bereit sind, ihre Gehälter nach unten zu fahren. Dieser kollektive Verzicht soll all unsere Arbeitsplätze sichern, was als Ziel Numero 1 unseres derzeitigen Handelns zu verstehen ist.

Unsere Förderung wird bis auf weiteres eingefroren

Ziel Numero 2 ist es, unser Fördermodell zukünftig aufrecht zu erhalten. Das kann jedoch nur gewährleistet werden, wenn wir jetzt unsere Liquidität sichern. Aus diesem Grund wurde in Absprache mit dem Vorstand des ehrenamtlichen Quartiermeister e.V. entschieden, die Ausschreibung neuer Förderungen 2020 bis auf weiteres zu verschieben. Auf der Jahreshauptversammlung Anfang März wurde zwar mit allen Vereinsmitgliedern ein Jahresplan beschlossen, bei dem die 55.000€ Fördersumme auf verschiedene Städte verteilt wurde. Die jeweiligen Förderungen sollen allerdings erst nach der schweren Zeit schrittweise vonstattengehen. Bereits versprochene aber immernoch offene Förderungen werden derzeit überwiesen bzw. in Absprache mit den Projekten ebenfalls verschoben. Hier geht ein riesiger Dank an die einzelnen Initiativen, die großes Verständnis und Solidarität zeigen und mit einer Aufschiebung ihrer Förderung einverstanden sind. Viele von ihnen können ihre Projekte derzeit ebenfalls nicht starten.

Support your local Beer – so könnt ihr uns unterstützen

Nach einem lauen Winter, geht die reguläre Biersaison im April erst richtig los. Wir haben unser Jahr fest mit diesen Einnahmen kalkuliert und die Krise trifft uns im denkbar unpassendsten Moment. Autsch!

Während Amazon die Einstellung 100.000 neuer Mitarbeiter*innen plant, wird die Vielfalt kleiner Händler*innen und Marken zusammenfallen. Umso wichtiger sind jetzt eure Konsumentscheidungen, nicht nur beim nächsten Bier! Unterstützt unabhängige, korrekte und soziale Labels! Kauft euch für zuhause doch gern schon mal ein, zwei Kästen Bier auf Vorrat, ohne in Quarantäne zu Alkoholiker*innen zu werden! Geht in den (Bio)-Einzelhandel, bestellt bei Durstexpress oder ein Volle-Pulle-Paket in unserem Onlineshop! Dort findet ihr auch ganz gemütliche Quartiermeister*in-Hoodies für den perfekten Chill auf dem Sofa! Wir haben in den letzten Tagen außerdem mit vielen korrekten Marken und in Zusammenarbeit mit den Berliner Flaschenteufeln an einem Soli-Liefermodell bzw. Onlineshop für den Erhalt der Berliner (Club)Kultur gebastelt. Hier geht's schon mal zu unserem frisch gebastelten Onlineshop Stay Home Club mit vielen korrekten Marken! Zeigt, dass ihr wahre Quartiermeister*innen seid, helft euren Nachbar*innen, zeigt Verständnis für Unsicherheit und schwierige Entscheidungen, bleibt gesund und solidarisch!

Nur so wird sich all die schwierige Zeit lohnen - für eine bessere Welt danach!

Mit den Skatern Back on Track

1. März 2020 11:12

lisa.wiedemuth

Wow! Über 800 Menschen haben in der letzten Förderrunde in Berlin ihre Stimmen für eine solidarische Nachbarschaft abgegeben! Dank dieses engagierten Votings dürfen wir nun mit jeweils 2000€ die Initiativen Back on Track (516 Stimmen) und Skatemobil der Spreewölfe Berlin e.V. (446 Stimmen) fördern.

Back on Track kann sich dank unserer Förderung eine neue Bestuhlung für den selbstorganisierten Nachhilfeunterricht der über 150 geflüchteten Jugendlichen anschaffen. Das Skatemobil kann jetzt ebenfalls seine Leihmaterialien aufstocken und sich viele Skater und Hockeyschläger für ihr niedrigschwelliges und mobiles Freizeitangebot anlegen. Das Skatemobil tourt durch viele, sogenannte BENN-Standorte in Berlin und führt Kinder & Jugendliche an den Skate- und Hockeysport heran.

Für das Mentorenprogramm Kiezvorbilder des nepia e.V. (378 Stimmen) und das Festival Jenseits von Nelken und Pralinen (284 Stimmen) hat es diesmal leider nicht gereicht. Wir legen euch jedoch ans Herzen, diese ebenso förderwürdigen Projekte anderweitig zu unterstützen.

Wie das geht? Die Arbeit des nepia e.V. könnt ihr direkt mit einem kleinen (oder großen) finanziellen Beitrag hier unterstützen. Das Festival Jenseits von Nelken und Pralinen fördert ihr mit eurem zahlreichen Erscheinen am 8. März im Yaam Berlin! Mitglieder des Quartiermeister e.V. werden auf jeden Fall zahlreich vor Ort erscheinen und gemeinsam für die gute Sache feiern!


Unser Rotbier hat ein neues Gesicht. Wer ist die Frau mit dem Sternen-Kopftuch?

25. Februar 2020 14:38

annika.bruemmer

Letztes Jahr haben wir uns – im Zuge unserer CI-Umstellung von „Bier für den Kiez“ zu „zum Wohle aller“ - dazu entschieden, dass jede Sorte ihr eigenes Gesicht bekommt. Nachdem wir mit Talu Tüntas den ersten lebenden Mann auf unser Naturradler-Etikett gedruckt haben, folgt nun eine Frau aus dem echten Leben. Die ersten Rotbier-Flaschen kursieren mittlerweile in Bars und im Einzelhandel. Höchste Zeit, euch zu verraten, um wen es sich bei der Frau mit dem Sternen-Kopftuch handelt!

Wer ist die Frau?

Ihr Name ist Ariane. Enge Freunde nennen sie bei der Kurzform „Ari“. Bis Ende der 70er Jahre lebte Ariane in Tübingen. Durch Freunde, die dort in einem besetzten Haus in der Ludwigstraße wohnten, kam Ariane in die Hausbesetzer- und Punkszene. Als sie 1979 im Alter von 19 Jahren nach Berlin kam, zog Ariane in die „Villa Chaotica“ – einem besetzten Haus in der Görlitzer Straße 36 in Kreuzberg. In den 60er Jahren begann der Berliner Senat mit der sogenannten Flächensanierung, in dessen Zug ganze Kieze „entmietet“ wurden. Das hatte zur Folge, dass ganze Kieze verödeten, ohne dass rechtzeitig neuer Wohnraum entstand. Verärgert darüber, dass leerstehende Häuser immer mehr verrotteten, machten die Besetzer*innen durch Demos, Transparente und andere Aktionen auf diesen Missstand aufmerksam. Ariane war zu der Zeit im Besetzer-Rat und engagierte sich selbst im höchsten Maße. Neben der Entmietung von Wohnhäusern waren Themen wie z. B. Anti-Imperialismus Gegenstände ihrer politischen Arbeit.

Ariane & Quartiermeister – Wie kam das zu Stande?

Unsere Wege haben sich in der Kreuzberger Kneipe „Zum Franziskaner“ gekreuzt, wo Ariane seit nunmehr 20 Jahren arbeitet. Zu der Fußball-Kneipe gehört auch ein Fußballverein – der THC Franziskaner FC. Sowohl Verein als auch Kneipe treten für ein solidarisches und im Kiez verankertes Miteinander ein und sprechen sich klar gegen jegliche Form von Rassismus, Nationalismus, Sexismus und Homophobie aus. Ferner wendet sich der THC gegen die Gentrifizierung im Kiez sowie anderer sozialer, politischer und kultureller Missstände unserer Gesellschaft. Hier und egal wo.

Wir pflegen schon seit langer Zeit ein freundschaftliches Verhältnis zum Franziskaner und zum THC und hängen selbst gerne in der Kneipe in der Dresdner Straße rum. Daher kennen wir Ariane, die praktisch zum Inventar gehört, schon seit vielen Jahren. Wir verabscheuen die gleichen Missstände, teilen die gleichen politischen Werte und unterstützen dieselbe Sache: eine Welt zum Wohle aller, in der nichts und niemand benachteiligt, diskriminiert oder gar verdrängt wird.

Wir schätzen Ariane und ihre politische Vergangenheit sehr. Sie ist für uns der Inbegriff einer Quartiermeisterin. Wir sind überglücklich, dass Ariane unserem Vorschlag, das Gesicht unseres Rotbiers zu werden, sofort zustimmte. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Neues Selbsthilfecafé in der Regenbogenfabrik

3. Februar 2020 15:32

nele.ilic

Wir haben Neuigkeiten von unseren Freund*innen aus der Regenbogenfabrik, deren Selbsthilfewerkstätten für Holz und Fahrrad wir 2018 gefördert haben und bei denen wir selbst schon mehrmals unsere gemütlichen Kick-Off Events veranstalten durften. 

Leider mussten sie aus finanziellen Gründen am 01.02.2020 den Betrieb des Regenbogencafés einstellen. Das ist sehr schade, denn der Kiez verliert damit ein tolles Nachbarschaftscafé. 

Aber das Regenbogenfabrik-Kollektiv schaut nach vorne: Abgelöst wird das Nachbarschaftscafé durch ein Selbsthilfecafé, das abends und tagsüber für eure Kulturveranstaltungen, Versammlungen, Infoveranstaltungen, Workshops, Partys, Mitgliederversammlungen und Arbeitsgruppen genutzt werden kann. Workshops sind für bis zu 16 Leute möglich, Partys für bis zu 35. 

Für das Selbsthilfe-Café stehen der Raum, das Inventar und die Getränke der Regenbogenfabrik zur Verfügung. Alle Nutzer*innen leisten eine Kostenbeitrag, der nach „solidarischen“ und „wirtschaftlichen“ Verhältnissen individuell vereinbart wird.
Die Einnahmen durch den Getränkeverkauf gehen an die Regenbogenfabrik und sind somit Teil der Kostenbeteiligung. 

Ihr sucht noch nach einem Ort für eure nächste Veranstaltung und wollt dabei ein starkes Kreuzberger Kollektiv unterstützen? Dann schickt eure Anfrage an cafe@regenbogenfabrik.de. Eure Wünsche könnt ihr dann individuell und persönlich besprechen. 

Wir wünschen dem Kollektiv alles Gute und hoffen, dass das Selbsthilfecafé gut anläuft! 

Der International Women* Space hilft geflüchteten Frauen aus der Isolation

3. Februar 2020 11:29

nele.ilic

 

Mit dem ersten Quartiermeister-Stipendium fördern wir neun Monate lang den feministischen und antirassistischen Frauen*verein International Women* Space (IWS). Zwischen September 2019 und Mai 2020 erhält der Verein monatlich 1000€, wovon 20% in Weiterbildungsmaßnahmen fließen. Hauptziel der IWS-Arbeit ist, die Geschichten von Migrantinnen und geflüchteten Frauen zu erzählen. Ihre Lebensrealitäten und politischen Kämpfe sollen dokumentiert und so für mehr Menschen sichtbar und verständlicher werden.

 

Innerhalb des IWS hat sich eine Gruppe zur „Break Isolation Group“ zusammengeschlossen. Im Oktober 2019 starteten sie mit den Break Isolation Mobilization Tours. In deren Rahmen besuchen sie Erstaufnahmezentren und Unterkünfte, um sich mit geflüchteten Frauen zu vernetzen, sich auszutauschen und ihnen so aus der Isolation zu helfen, mit der sich viele der Bewohnerinnen konfrontiert sehen.

 

Das erste Ziel war die Flüchtlingsunterkunft in Hennigsdorf in der Nähe von Berlin. Doris Messa leitete die Aktion im Oktober 2019. Sie selbst war 2016 in Hennigsdorf untergebracht als sie nach Deutschland flüchtete und kennt das Gefühl der Isolation nur allzu gut. Auch sie erfuhr vor Ort zwei gewaltvolle Abschiebungsversuche. Doch Doris leistete Widerstand und konnte sich gegen die Abschiebung wehren. Spurlos an ihr vorbeigegangen sind diese Erlebnisse aber nicht. Ihre Wut und die traumatischen Verletzungen wandelt sie in Energie um – in Energie, anderen Frauen zu helfen, die heute in vergleichbaren Situationen leben. Mut und Optimismus will sie zu ihnen tragen und sie zum Zusammenhalt inspirieren.

 

Die nächste Station war im November das Erstaufnahmezentrum in Eisenhüttenstadt. Es ist die erste Anlaufstelle für alle Geflüchteten, die nach Brandenburg kommen.

Bei beiden Besuchen luden Doris und ihre Kolleginnen Frauen dazu ein, in einer Gruppe von 15-20 Teilnehmerinnen offen über ihre Probleme zu reden. Schnell entwickeln sich intensive Gespräche, die Frauen finden Lösungen und Wege, einander zu helfen. Sie sind aus Kamerun, Kenia, Tansania, Somalia, Togo, Ghana und Nigeria geflohen. In ihrer schweren Lage kann der Austausch mit Frauen ähnlicher Erfahrung aus der Isolation helfen und empowern.

 

In der Erstunterkunft in Eisenhüttenstadt leben die Frauen erst seit einigen Wochen oder Monaten, in Hennigsdorf hingegen schon seit bis zu acht Jahren. Obwohl sie sich also in unterschiedlichen Situationen befinden, sind die Probleme ähnlich.

 

Das Größte davon ist die ständig lauernde Gefahr einer plötzlichen Abschiebung. Gefangen in der konstanten Angst davor haben die Frauen nicht die Möglichkeit, sich von dem zu erholen, was sie vor und während ihrer Flucht durchgemacht haben. Sie berichten von der verzweifelten Anstrengung, sich Strategien zum Schutz vor Deportation auszudenken. Dieser Zustand führt zu weiteren Traumata. Manche der Frauen haben eine Arbeitserlaubnis. Viele von ihnen sind jedoch gezwungen, 80-Cent- bzw. 1-Euro-Jobs in den Lagern anzunehmen, weil die Erlaubnis fehlt und sie auf das Geld angewiesen sind, um so ihren Alltag zumindest ansatzweise zu meistern.

Weitere Probleme, von denen die Frauen in beiden Lagern berichten, sind Rassismus, ein mangelnder Zugang zu Sprachkursen und Launen des Personals in der Unterkunft.

 

Die Frauen in Hennigsdorf erzählen zusätzlich von Konflikten untereinander. Dadurch, dass sie lange auf engstem Raum miteinander leben müssen, gibt es hier viel Reibungsfläche und es kommt schnell zu Streit.
Außerdem berichten sie von Intransparenz von Seiten des Sozialamtes - das Amt streicht ihnen des Öfteren Leistungen, ohne einen Grund für diese Kürzungen anzugeben. Auch sexuelle Belästigung ist ein sehr präsentes Thema.

Gerade die Frauen, die schon lange in Deutschland leben, wollen endlich ein normales Leben anfangen. Dazu brauchen sie eine Arbeitserlaubnis und wünschen sich eine eigene Wohnung. Doch sie begegnen massiven Hürden. Viele ihrer Probleme bedingen einander und halten die betroffenen Frauen in einem Teufelskreis gefangen: wenn sie keinen Zugang zu Sprachkursen haben, können sie kein Deutsch lernen. Damit sinken die Aussichten auf eine Arbeitserlaubnis, und Geld für eine eigene Wohnung können sie so auch nicht verdienen.

Im Erstaufnahmezentrum in Eisenhüttenstadt ist auch die gesundheitliche Versorgung mangelhaft. Zwar gibt es eine Klinik im Lager, aber sie ist oftmals nicht besetzt. Außerdem werden die Frauen hier ohne einen Termin nicht versorgt. Das Personal geht nicht diskret mit den persönlichen Daten der Patientinnen um: Die Frauen sind hier gezwungen, vor allen anderen Patient*innen ihre gesundheitlichen Probleme zu besprechen. Eine Frau in der Gruppe berichtet, sie habe abgelaufene Medizin bekommen, eine andere erhielt falsche Medikamente.

 

Während des Besuches der Frauen durch den IWS konnte ein interner Konflikt unter den Frauen in Hennigsdorf gelöst werden. Zudem erhielten die geflüchteten Frauen den Kontakt zur Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant*innen sowie zur Rechtsberatung im Büro des IWS. Nur wenige Tage nach dem Besuch nahmen die ersten Frauen die Rechtsberatung bereits in Anspruch.

 

Die Frauen vom IWS bekamen nach ihrem Besuch viel positives Feedback. Eine der Heimbewohnerinnen in Hennigsdorf sagte, sie fühlte sich während des Besuchs wie zuhause und nicht mehr so isoliert.

Eine andere Frau in Eisenhüttenstadt trat gleich dem Verein bei. Die einzige Kritik aus dem Erstaufnahmezentrum: Die Informationen wären noch hilfreicher gewesen, wenn sie gleich zu Beginn des Asylverfahrens verfügbar gewesen wären. Deshalb beginnt der IWS in diesem Jahr ein neues Projekt mit regelmäßigen Besuchen in Eisenhüttenstadt, um Frauen gleich nach ihrer Ankunft in Brandenburg bestmöglich zu unterstützen.

 

Die Berichte der Besuche des IWS machen mehr als deutlich, dass die Arbeit dieser Frauen absolut unverzichtbar ist. Wir sind nach wie vor fest davon überzeugt, dass Quartiermeister mit dem Stipendium genau das richtige Projekt unterstützt. Wir sind stolz darauf, die Arbeit des IWS durch unsere Projektförderung zu unterstützen und wünschen den Frauen des IWS viel Kraft und Erfolg bei ihrer so wichtigen Aufgabe.

 

Über 800 Menschen voten für die Stärkung des ländlichen Raums

3. Februar 2020 10:33

lisa.wiedemuth

Im Förderjahr 2019/20 hat sich der Quartiermeister Verein erstmals entschlossen, auch Projekte aus dem ländlichen Raum zu fördern. Überall dort, wo die Fördersumme nicht aus eigenen Kräften zusammengetrunken werden kann, geben die Städte einen Teil ihrer Summe ab und bilden dadurch Regionaltöpfe. Die erste Förderrunde, die nun Ende Januar endete, hat mit über zwanzig eingesendeten Anträgen gezeigt, dass der Bedarf nicht nur groß ist, sondern dass die Bandbreite und Wirksamkeit an Engagement in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt kaum zu überbieten ist.

Im Januar haben nun über 800 Menschen online fleißig gevoted, um zu entscheiden, welche zwei Projekte die erste Förderung von jeweils 1.000€ erhalten! Hier nun das Ergebnis:

Den ersten Regionaltopf Ost gewinnen der Dorf-Waldgarten aus Zittau (435 Stimmen), sowie der Denk- und Produktionsort Libken e.V. (337 Stimmen). Der Dorf-Waldgarten unter der Trägerschaft des Kraut und Rüben e.V. plant inmitten eines grünen Dorfplatzes einen essbaren Garten, in dem gemeinsam und spielerisch eine grüne Zukunft erprobt werden kann. Libken e.V. wird dagegen auf seinem Standort (ein ehemaliger LPG-Wohnkomplex in Böckenberg/Uckermark)  mit der Quartiermeister-Förderung eine barrierefreie Ökotoilette bauen und sein Programm dadurch inklusiver gestalten.

Für das Dorf der Jugend (294 Stimmen), das Wächterhaus Zittau (286 Stimmen), die Künstlerstadt Kalbe (174 Stimmen) und das Telux Weißwasser (124 Stimmen) hat es diesmal leider nicht gereicht! Wir wünschen jedoch allen Projekten weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Vorhaben und versprechen 2020/21 den Regionaltopf wieder mit Fördergeldern auszustatten bzw. ihn weiter auszubauen. Die Summen und Förderfristen werden auf unserer Jahreshauptversammlung am 7. März in Berlin festgelegt und danach über unsere Homepage und Social-Media-Kanäle verbreitet!