Unsere Vision

Unsere Vision ist eine gerechtere Wirtschaft, die für den Menschen da ist. Quartiermeister ist unser Weg, diese Vision umzusetzen. Wir etablieren ein ganzheitliches Wirtschaften nach Prinzipien und postulieren eine Wirtschaftsordnung jenseits von Profitmaximierung, Ausbeutung und Wachstumszwang. Wir fördern mit unseren Gewinnen aus dem Bierverkauf soziale Projekte, arbeiten regional, glauben an Unabhängigkeit, sind transparent, ermöglichen Partizipation und agieren bewusst politisch. Wir versuchen stets uns & unser Produkt noch korrekter und nachhaltiger zu gestalten und werden von einem ehrenamtlichen Verein kontrolliert.

So funktionierts

Bier trinken - Gutes tun!

> Hier fließt das Kiez-Geld: Du entscheidest, welche Initiativen unterstützt werden!

Quartiermeister ist ein Social Business, bestehend aus einem Unternehmen und einem Verein. Der Verein ist für die Mittelvergabe der Gewinne zuständig und kontrolliert das Gewerbe. Jede*r kann Teil des Vereins werden. Im Gegensatz zu anderen Unternehmen fließt der von uns erzielte Gewinn nicht in private Taschen oder Anteilseigner*innen, sondern zurück in die Gesellschaft; in Projekte, die unsere Nachbarschaften bereichern. Du kannst entweder online oder über den Verein mitentscheiden, wohin die Gelder fließen. Bis heute konnten wir dank Menschen wie Dir mehr als 100.000 Euro an mehr als 100 Projekte in den Nachbarschaften Berlins, Dresdens, Leipzigs und Münchens ausschütten.

 

> Hier fließt das Kiez-Bier: Du trinkst dazu bei, dass gute Projekte in deiner Nachbarschaft gefördert werden!

Quartiermeister ist eine korrekte Biermarke. Durch den Verkauf von Quartiermeister an Bars, Clubs oder Spätis entsteht in unserem Unternehmen Geld, mit dem wir unsere Kosten decken und mit den Gewinnen soziale Projekte und Initiativen vor Ort unterstützen. Dabei sollen die Gewinne nicht durch Ausbeutung von Mensch und Natur erzielt werden, weshalb wir versuchen, unsere Wertschöpfung so regional und korrekt wie möglich aufzubauen. So erhalten auch die Brauereien und die Händler ihren fairen Anteil. Je mehr wir verkaufen, umso mehr schütten wir an gute Projekte vor Ort aus.

Unsere Biere

 

Unser Quartiermeister - Bier für den Kiez ist nach Pilsener Brauart hergestellt und hat eine Stammwürze von 11,5%. Das Bier hat einen Alkoholgehalt von 5,0% und wird nach dem Deutschen Reinheitsgebot gebraut. Den Geschmack des Bieres beschreibt Braumeister Stefan Glaab wie folgt:

"Quartiermeister ist ein frisches, traditionell mild süffiges, handwerklich gebrautes Pils. Das Bier zeichnet sich durch seinen kräftigen und kompakten Schaum aus. Im Trunk ist es leicht, frischrezent mit einer ausgeprägten Hopfenblume und zartbitterem Geschmack."

Quartiermeister wird vorwiegend aus regionalen Roh- und Hilfsstoffen hergestellt. Das Wasser bezieht die Brauerei aus der kommunalen Wasserversorgung, welches aus den Tiefbrunnen des Lausitzer Seendlandes gespeist und in der Brauerei zu Brauwasser aufbereitet wird Das Malz wird von der Mälzerei Heidenau bei Dresden geliefert und die für die Mälzung benötigte Braugerste bevorzugt aus Sachsen und Thüringen erworben. Der Hopfen für unser konventionelles Pils wird aus dem Anbaugebiet Elbe-Saale (bei Dresden) eingesetzt.

 

Unser Quartiermeister Bio-Bier ist ein Pils mit einer Stammwürze von 11,5% und einem Alkoholgehalt von 5,0%. Es wird nach dem Deutschen Reinheitsgebot gebraut. Wir verzichten auf Bitterhopfen und verwenden ausschließlich die drei feinen Aromasorten Perle, Tradition und Select. Diese verleihen dem Bier eine ausgeprägte, harmonische Würze und ein breites Aromaspektrum mit besonders hopfig-fruchtigen Noten. Lange Lagerzeiten geben unserem Quartiermeister Bio-Bier seinen schlanken Charakter und abgerundeten Geschmack.

Alle Rohstoffe, die wir verwenden, sind selbstverständlich aus kontrolliert biologischer und deutscher Landwirtschaft. Das Bio-Malz beziehen wir derzeit aus der Weyermann Mälzerei in Bamberg. Wir sind jedoch auf der Suche nach einer Alternative, die nicht nur unseren Qualitätsansprüchen entspricht, sondern darüber hinaus in der Region liegt. Bewusst haben wir uns für drei altbewährte Hopfensorten aus einem der traditionsreichsten Anbaugebiete Deutschlands entschieden. Sie werden aus Hallertau bezogen. Das Anbaugebiet Elbe-Saale bietet leider derzeit keinen Hopfen in Bio-Qualität an.

 

Seit Ende 2017 gibt's unser Quartiermeister Rotbier. Die kupferrote Farbe und der malzige Geschmack machen dieses untergärige, handwerklich gebraute Bier zum "Rotschlagargument" für alle Bierliebhaber*innen. Die moderne Interpretation des traditionellen Roten ist für uns eine sinnvolle Ergänzung zu unseren beiden Pilssorten.

Unser Rotbier ist mit einer Stammwürze von 12,9°P und einem Alkoholgehalt von 5,2% etwas stärker eingebraut als herkömmliche Biere. Sorgfältig ausgewählte Spezial und Karamellmalze verleihen ihm seine rote Farbe und den ausgeprägt malzigen Charakter.

Unser Quartier(brau)meister Matheo erklärt:

"Wir verzichten bewusst auf Bitterhopfen und nutzen die feinen Aromahopfen Perle und Huell Melon, die das Bier mit einer angenehm milden Hopfennote versehen. Huell Melon gehört zu den neuen gefragten Hopfenzüchtungen mit Aromen von Honigmelone und Waldbeere. Diese Akzente runden den malzigen Geschmack unseres Bieres ab."

Unsere Biere sind handwerklich und traditionell in unabhängigen, mittelständischen Brauereien nach dem deutschen Reinheitsgebot hergestellt. Unsere Zutaten kommen durchweg aus Deutschland und im Rahmen der Möglichkeiten aus regionalen Anbaugebieten.

 

Die Brauerei

Die Stadtbrauerei Wittichenau liegt in der Lausitz, an der Grenze zwischen Brandenburg und Sachsen. Als familiengeführte Privatbrauerei ist sie seit Generationen unabhängig von Groß- und Konzernbrauereistrukturen und fest in ihrer Region verwurzelt. Seit 1940 liegt sie in der Hand der Familie Glaab, in der seit 260 Jahren gebraut wird und die teilweise noch heute mit alten Rezepten arbeitet. Wittichenauer Biere sind naturbelassen und nicht pasteurisiert. Der hohe Wert der Produkte wurde schon zum 20. Mal in Folge mit dem unabhängigen, landesweiten "Brau-Ring-Qualitätssiegel" ausgezeichnet, welches Verbraucher*innen eine kontinuierliche, nachhaltige Qualität garantiert. Seit März 2014 wird die Brauerei auf Anfrage von Quartiermeister mit Ökostrom aus 100 % Wasserenergie versorgt. Seit September 2015 ist sie für die Herstellung unseres Biopils bio-zertifiziert, zu damaligem Zeitpunkt als dritte Brauerei Sachsens. Darauf ein Prost!

Transparenz

Wir haben den Anspruch, sinnvoll mit unseren Einnahmen umzugehen, sodass möglichst viel Geld für die Förderung guter Projekte übrig bleibt. Damit ihr sehen könnt, dass wir uns dabei Mühe geben, veröffentlichen wir alle drei Monate unsere Einnahmen, Ausgaben und machen unsere Gehälter transparent.

Dass wir Nachhaltigkeit ganzheitlich denken, verdeutlicht unser Gemeinwohlökonomie-Bericht. Als erste deutsche Biermarke ließen wir uns von der GWÖ bilanzieren. 665 Punkte sind ein sehr gutes Ergebnis, auf das wir stolz sind.


Team

Peter

Quartiermeister Berlin
Geschäftsführer
peter@quartiermeister.org

Mit einem Politikwissenschaftsstudium und großen Ambitionen kam Peter 2010 nach Berlin. Die Pläne Journalist zu werden durchkreuzte Sebastian, der Gründer von Quartiermeister, bei einem Bier. Peter war so von der Idee begeistert, dass er mit Sebastian den Verein gründete, Nonprofitmanagement studierte und schließlich mit David das Unternehmen startete. Seitdem agiert Peter im Bereich Strategie- und Gutelaunemanagement.

David

Quartiermeister Berlin
Geschäftsführer
david@quartiermeister.org

Im Anschluss seines dualen Studiums bei der Deutschen Bank wechselte David zeitig genug auf die gute Seite der Macht. Nach seiner Bachelorarbeit über "Social Entrepreneurship" lernte David über das Social Impact Lab Quartiermeister kennen und fing an, sich im Verein zu engagieren. 2012 gründete er mit Peter das Unternehmen und arbeitet seither an der Vision einer korrekten Wirtschaft.

Matheo

Quartiermeister Berlin
Produktion & Vertrieb
matheo@quartiermeister.org

Der Quartier(brau)meister verfolgte die Arbeit des Zauberbieres schon seit 2011. Als im Rahmen seines Brauingenieurstudiums ein Pflichtpraktikum anstand, entschied er sich gegen einen Radeberger Craft-Beer-Hersteller und für unser Bier mit der sozialen Note. Dieser Note konnte er kurz darauf seinen ganz persönlichen Schliff verpassen, als er 2015 das Rezept für das neue Biobier entwickelte und seitdem im Bereich Produktion & Vertrieb arbeitet.

Lisa

Quartiermeister Berlin
Kommunikation & Förderung
lisa@quartiermeister.org

Auf der Suche nach Unterstützung für ihr Theaterprojekt fand Lisa den richtigen Topf bei Quartiermeister. 2014 absolvierte sie ihr Praxis- semester beim Unternehmen und rutschte aufgrund ihrer großen Klappe relativ schnell und unvorbereitet in den Contentbereich. Selbst nicht die Hellste im web 2.0, denkt die studierte Kulturarbeiterin (was bitte?) mittlerweile nur noch in Hashtags & Slogans, hat die Quartiermeisterin ins Leben gerufen und ist offline immer auf der Suche nach Projekten & Kooperationen.

Anna

Quartiermeister Berlin
Vetrieb
anna@quartiermeister.org

Anna verstärkt das Team seit Juni 2017. Als jahrelanges Gastro-Urgestein kennt sie den Barbetrieb von innen und beherrscht fließend Tresenschnack. Vom Studium der Sozialen Arbeit hin zur Sozialen Biermarke: Anna war schon immer auf der Suche nach einem Job mit Sinn und ist nun unsere absolute Salesrakete mit einem Gespür für den schönsten Point-of-Sale.

Sylvie

Quartiermeister Berlin
Assistenz der Geschäftsführung
sylvie@quartiermeister.org

Sylvie hatte schon immer eine Schwäche für das Gute, Wahre und Schöne. Von kultureller Arbeit, über Mode & Film hat es sie nun nach einem Neuanfang zur Nachhaltigkeit verschlagen. Auch schön, da ihre frische Begeisterung fürs Konzept alle im Büro ansteckt. Seitdem ist sie bei Quartiermeister für das Wahre (Buchhaltung), das Schöne (Büroupgrade) und manchmal auch für das weniger Gute (Mahnungen) zuständig. Wer Quartiermeister anruft, darf ab jetzt Sylvies Stimme hören, mit dem wohl sympathischsten, versteckten, badischen Babbl Berlins.

Verein

DIE MISSION: Wir wünschen uns kulturelle Vielfalt in einem nachbarschaftlichen Kiez in dem auch kleine Projekte die Chance haben aktiv Ihren Wohnort und dessen Freiräume mitzugestalten. Leider fehlen gerade für kleine Projekte Gelder & staatliche Unterstützung. Hier kommen wir zum Einsatz. Wir sehen uns als Förderer, Gesprächspartner und Ideengeber im Kiez, sowie als Kontrollorgan des Unternehmens Quartiermeister GmbH.

KONKRET: Wir stimmen ab, welche Projekte in die Onlineabstimmung gehen und sorgen für Transparenz & Prinzipientreue der GmbH, welche uns durch den Bierverkauf Fördergelder zur Verfügung stellt. Wir zapfen aber auch mal selbst ehrenamtlich Bier auf Veranstaltungen, um uns selbst zu finanzieren oder um mit einer gewissen Portion Spaß andere Projekte zu unterstützen. Wir vernetzen und motivieren mit Anstößen & Ideen.

Neben den regulären Veranstaltungen wie Mitgliederversammlungen (4x jährlich), informellen Kneipenabenden (monatlich) und Projektauswahltreffen (1x pro Quartal), treffen wir uns in Arbeitsgruppen zu thematischen Schwerpunkten, veranstalten Workshops & Retreats, Kieztalks, Kiezbälle und Projektnetzwerktreffen. Deinen Ideen für ein eigenes Veranstaltungsformat mit Hinblick auf die Mission von Quartiermeister e.V. sind keine Grenzen gesetzt.

Was hast du als Mitglied davon?

Du hilfst mit unsere Gesellschaft zu verändern und eine neue Art des Wirtschaftens zu etablieren
Du lernst Projekte aus deinem Kiez kennen und förderst kulturelle Vielfalt in deiner Umgebung
Du hast eine Menge Spaß auf unseren Veranstaltungen und Freibier gibt’s auch
Du kannst dich vernetzen und eine Menge Leute kennen lernen
Du lernst wie demokratisches Handeln und Abstimmen in der Realität praktisch abläuft
Du kannst dich und deine Ideen einbringen, (auf Versammlungen oder Retreats)

Überzeugt? Dann melde dich noch heute bei mitmachen@quartiermeister.org oder wende dich direkt an den Ansprechpartner einer bestehenden Quartiermeisterzelle. Sollte es in deiner Stadt noch kein Quartiermeister geben, hast du die Möglichkeit in Zusammenarbeit mit uns, deine ganz eigene Zelle aufzubauen.

Entstehung

 

Unser Gründer Sebastian hatte 2010 die Idee zu Quartiermeister. Er war auf der Suche nach einem Konzept, das soziales Engagement so einfach wie möglich macht, ohne mehr Zeit oder Geld dafür aufwenden zu müssen. Ihm kam der Gedanke, den Konsum eines Produktes mit einem gesellschaftlichen Mehrwert zu verknüpfen, einem Mehrwert der direkt vor Ort sichtbar ist. An einem Kneipenabend mit Freunden stieß er auf das Produkt Bier. Bier konsumiert man oft mit Freunden, es ist ein soziales Produkt, man unterhält sich gern darüber und es ist mit Emotionen aufgeladen. Bier trinken, Spaß haben und damit Gutes tun - eine nahezu perfekte Kombination. Daraufhin hat Sebastian eine Brauerei gesucht und das Bier in Berlin vertrieben. Nach 2 Jahren ging die Brauerei allerdings insolvent und wir wagten einen Neuanfang, als soziales Unternehmen und mit der neuen Brauerei in Wittichenau.

FAQ

 

Was bedeutet Social Business?

Wir bei Quartiermeister verfolgen einen eigenen Ansatz des korrekten Wirtschaftens, aber verstehen uns als Social Business im weiteren Sinne nach Mohammed Yunus, Gründer der Mikrokreditbank Grameen und Friedensnobelpreisträger 2006. Mit unserem Ansatz möchten wir aufzuzeigen, dass es funktionierende Alternativen zu bestehenden Unternehmen der alten Wirtschaft gibt und die Transformation zu einer nachhaltig funktionierenden Gesellschaft (im Sinne der triple bottom line) bereits im vollen Gange ist.

 

Warum Bier und kein anderes Produkt?

Für uns ist Bier ein soziales Produkt. Wir trinken es gerne mit Freund*innen in der Bar oder unter freiem Himmel, unterhalten uns dabei und haben eine gesellige Zeit. Darüber hinaus ist Bier in Deutschland ein stark regional verankertes Produkt. Seit einigen Jahren leiden unabhängige, kleine und mittelgroße Brauereien in Deutschland unter dem Druck der Großbrauereien. Sie werden geschluckt oder gehen insolvent. Wir möchten diesem Trend entgegenwirken und die bunte Bierlandschaft mit ihrer Geschmacksvielfalt bewahren.

Das heißt nicht, dass Quartiermeister nicht irgendwann auch ein anderes Produkt sein kann - ganz im Gegenteil. Das Besondere an Quartiermeister ist, dass fast jedes Konsumgut an die Quartiermeister-Prinzipien angepasst und ein korrektes Konsumgut sein kann.

 

Woher kommt das Bier genau?

Das Bier für Berlin, Leipzig, Dresden und Brandenburg kommt aus der Stadtbrauerei Wittichenau in der Lausitz. Die bewusste Entscheidung für die Stadtbrauerei Wittichenau fiel aus mehreren Gründen:

  • Das Bier schmeckt uns.
  • Die Brauerei liegt seit vielen Generationen in unabhängigem Familienbesitz.
  • Das Bier wird aus regionalen Zutaten hergestellt (mehr zu unserem Bier hier).
  • Die Brauerei identifiziert sich mit der Idee von Quartiermeister und unterstützt unsere Arbeit.

Das Bier für München kommt aus der Genossenschaftsbrauerei GutForsting. Die unabhängige Privat-Brauerei liegt östlich von München zwischen Ebersberg und Wasserburg. Mit etwas Glück kann man in dieser Idylle die Alpen sehen. Nach ihren Möglichkeiten unterstützt die Brauerei sportliche und kulturelle Vereine und Veranstaltungen in der Region. (mehr zum Bier hier)

 

Findet ihr die Verbindung von Alkohol und Sozialem nicht kritisch?

Wir erkennen , dass diese Verbindung nicht ganz widerspruchsfrei ist. Es ist nicht unser Anliegen, dass Menschen durch uns mehr Alkohol konsumieren. Unser Ziel ist vielmehr, eine gute Alternative zu bestehenden Bieren zu bieten. Unser Marketing zielt nicht darauf ab, Menschen zum Biertrinken zu animieren, sondern ihren bisherigen Konsum mit einem sozialen Mehrwert zu verknüpfen.

Bezogen auf die Förderung von Projekten, erläutern wir den Antragsteller*innen, wie unser Geld entsteht und überlassen ihnen die Entscheidung, ob sie mit diesem Geld arbeiten wollen.

 

Warum kommt das Bier für Berlin nicht auch aus Berlin?

In Berlin gab und gibt es bisher keine Brauerei, die für eine Zusammenarbeit infrage kommt. Die großen Berliner Brauereien sind allesamt im Besitz der Radeberger-Unternehmensgruppe, die wiederum Dr. Oetker, einem der größten, deutschen Lebensmittelkonzerne gehört. Wir sind gegen Konzernstrukturen, da es für Konzerne aus Investoren*innen- und Eigentümer*innensicht notwendig ist, kurzfristige Gewinne zu machen und diese über langfristiges und gemeinschaftlich-orientiertes Engagement zu stellen. Diese Profitorientierung führt in vielen Fällen zur Ausbeutung von Mensch und Natur. Das wollen wir ändern und arbeiten deshalb so gut es geht mit unabhängigen, regionalen Partner*innen zusammen. Die Mikrobrauereien, die in den letzten Jahren in Berlin entstehen, brauen gutes Bier. Dennoch sind sie in vielen Fällen zu klein (keine Flaschenabfüllung, Bier wird nicht haltbar gemacht, zu geringe Produktionskapazitäten, zu preisintensiv, etc.), was eine Zusammenarbeit für die Gastronomie oftmals ausschließt. Aus diesen Gründen wird unser Bier 170 km südlich von Berlin in der unabhängigen und familiengeführten Stadtbrauerei Wittichenau gebraut.

 

Warum ist euch Unabhängigkeit so wichtig?

Wir sind unabhängig von Investor*innen und Anteilseigner*innen, damit wir unsere Entscheidungen selbst treffen und unseren Prinzipien treu bleiben können. Wir arbeiten demnach nicht, um externen Renditeerwartungen gerecht zu werden oder möglichst schnell zu wachsen, sondern können uns qualitativ und organisch entwickeln. Wir behalten ganzheitlich unsere Vision im Auge und müssen niemandem Rechenschaft ablegen, außer uns selbst, unseren Konsument*innen und unserem Verein. Wir finden, Großkonzerne üben durch ihre Vormachtstellung zu großen Einfluss auf Politik und Zivilgesellschaft aus. Und selten sind sich Konsument*innen wirklich bewusst, von wem oder was sie gerade ein Produkt kaufen. Während der deutsche Biermarkt eine Vielfalt vorgaukelt, liegen die meisten Biere in der Hand von Dr. Oetker (Radeberger Gruppe), Anheuser-Busch Inbev SAB-Miller und Carlsberg. Wir sind und bleiben die unabhängige Alternative.

 

Seit 2013 ist der Gewinn pro Liter gesunken. Warum?

Der Gewinn pro Liter ist seit 2013 gesunken, weil Quartiermeister von 2010 bis 2013 ein ehrenamtliches Studierendenprojekt war und keine Gehälter gezahlt wurden. Dementsprechend konnte der Großteil des Umsatzes an Projekte gegeben werden. Seit 2014 sind wir ein Unternehmen, das auch nach innen sozial agieren will und den Menschen, die dafür arbeiten, einen Lohn bezahlt.
Durch die stetige Professionalisierung der Arbeit ist der Gesamtumsatz und damit auch der soziale Gewinn insgesamt stark angestiegen; so sehr, dass wir unsere Mitarbeitenden bezahlen und gleichzeitig mehr Projekte mit mehr Geld fördern können. Das ist der Grund, weshalb der Anteil pro Liter zwar gesunken, der gesamte soziale Gewinn pro Jahr jedoch immer weiter gestiegen ist (2014 12.000 Euro, 2015 17.000 Euro, 2016 28.000, 2017 35.000). Wir befinden uns weiterhin in der Umstellungsphase hin zu einem korrekten Unternehmen und versuchen nichtsdestotrotz, den Anteil pro Liter so hoch wie möglich zu halten, denn wir machen das aus Überzeugung.
Mit unserem Verein diskutieren wir jährlich unsere Geschäftszahlen und projizieren unsere erwartete Entwicklung. Vor ihm rechtfertigen wir unser unternehmerisches Handeln und unsere Zahlen und er bestimmt, was mit den Gewinnen geschieht. Wenn du auch Interesse daran hast, Quartiermeister mitzugestalten und Einfluss zu nehmen, melde dich bei uns unter mitmachen@quartiermeister.org.

 

Was bedeutet regional?

Das Attribut regional hat für uns mehrere Facetten: Wir liefern unser Bier für den Kiez nicht über 300 Kilometer Radius um die Brauerei aus, da Quartiermeister immer ein regionales Produkt für einen regionalen Markt sein soll, mit dessen Gewinnen regionale Projekte vor Ort gefördert werden. Genauso verhält es sich mit dem Bier für München. Wenn wir Anfragen aus Gegenden bekommen, die bisher kein Quartiermeister haben, lehnen wir diese meist aus ökologischen Gründen ab. Das Bier selber wird aus Zutaten hergestellt, die mehrheitlich aus der Region kommen. Woher genau, siehst du hier.

 

Ist das Bier bio-zertifiziert?

Im Oktober 2015 haben wir unser erstes Bio-Pils nach eigenem Rezept auf den Berliner, Dresdner und Leipziger Markt gebracht. Seit Ende 2017 gibt es unser Rotbier in Bioqualität und seit 2018 unser Bio-Helles in München. Damit sind wir neben sozial und regional nun auch ökologisch. Damit kommen wir unserem Ziel, ein möglichst nachhaltiges Produkt zu schaffen einen großen Schritt näher. Wir verstehen das Bio-Bier als noch korrektere Erweiterung zu unserem konventionellen Bier, das wir aus wirtschaftlichen Gründen weiterhin vertreiben werden.

 

Ist das Bier vegan?

Das Bier für den Kiez an sich ist vegan. Uns ist es bisher nicht möglich, für die Flasche einen Etikettenkleber aus nicht-tierischen Produkten zu verwenden, da die Eigenschaften des Klebers eine andere Abfüllmethode benötigen als die, die für die Stadtbrauerei Wittichenau technisch möglich ist.

 

Warum gibt es kein einheitliches Rezept für alle Standorte?

Wir haben uns bewusst dazu entschieden, das Bier und auch den Geschmack regional zu halten. So wird bei München ein helles Export und in der Region Ost ein Pilsner abgefüllt. Das sind die Biere, die seit Jahrhunderten aus der Region kommen und für die Region stehen. Wir lieben die vielfältige Bierlandschaft und nutzen sie für unser regionales Konzept. Deshalb schmeckt ein Quartiermeister in München anders als in Berlin und das finden wir gut so.

 

Wer ist der Mann auf der Flasche?

Die Person auf der Flasche ist der Quartiermeister. Er kümmert sich um das Wohl in seiner Nachbarschaft. Die Person auf der Flasche ist ein Sinnbild für alle, die Quartiermeister verkaufen, trinken, Projekte ins Leben rufen und ihren Kiez unterstützen. Denn wir sind alle Quartiermeister! Seit Juli 2017 gibt es nun auch die Quartiermeister*in. Mit der Kampagne möchten wir ein Zeichen gegen Sexismus und Stereotype in der Werbung und für Gleichberechtigung setzen. Mehr Infos dazu auf www.quartiermeisterin.org

 

„Bier für den Kiez“ - von welchem Kiez ist die Rede?

Quartiermeister ist das Bier für den Kiez, weil mit den Gewinnen gute Projekte in der Nachbarschaft gefördert werden. Damit sind alle Kieze in Berlin, Leipzig, München und Dresden gemeint, denn Kieze gibt es überall dort, wo Menschen zusammenleben.