Heart of Code e.V.

Fördersumme:

2000 €

Förderdatum:

08.01.2019

Förderort:

Skalitzer Straße 100, Berlin

Förderzweck:

Umzug und (Eigen-)Ausbau eines barrierefreien Hackspaces (Werkbank, Stauraum. Sitzecke, Mikro-Elektronik)

Quartier:

Projekt-Website

Die Heart of Code ist ein gemeinnütziger Verein, der in seinem Baumschiff im Herzen Berlin-Kreuzbergs einen Freiraum geschaffen hat, in dem Entwicklerinnen und technikbegeisterte Frauensternchen sich vernetzen und gemeinsam an Projekten arbeiten können. Sie bietet einen gemeinsamen Anlaufpunkt, professionelle technische Ausstattung, und veranstaltet kostenlose Workshops und Vorträge für alle Skill Level. Die Frauensternchen der Community sprechen auf Konferenzen und in Medien, setzen sich aktiv für mehr Diversität in der IT ein und haben regelmäßige Treffen für Projekt, AGs und Lerngruppen.

Letzten August durften wir den feministischen Hackspace Heart of Code e.V. mit 2.000€ fördern, womit der Verein den Ausbau des neuen Raums im Bethanien in Kreuzberg finanzieren konnte. Wir durften kürzlich vor Ort vorbeischauen, uns ein Bild vom frisch umgebauten Raum machen und uns mit den Vereinsmitgliedern Sandra und Lisa bei einem Quartiermeister-Bier über die Arbeit des Vereins und den Umbau unterhalten.

Lisa stellt uns das Projekt vor: „Die Heart of Code ist ein Hackspace für Frauen* in Berlin-Kreuzberg. Wir machen ganz viele tolle Sachen rund um Technik, Netzpolitik und Feminismus. Es gibt eine Gruppe, die einfach programmieren lernen will, eine, die sich mit IT-Security befasst, wir machen unterschiedliche Hackdays, wo wir einfach zusammenkommen, uns austauschen und an unseren eigenen Sachen arbeiten.“ Außerdem fährt die Heart of Code als Gruppe auf Tech-Veranstaltungen und bietet somit eine Bezugsgruppe, in der Frauen* gemeinsam auf solchen Events unterwegs sein kann, sagt Sandra.

Lisa erklärt uns, warum die Arbeit des Vereins so wichtig ist: „Allgemein sind die Technik-, IT- oder auch Spieleindustrie ziemlich männerdominiert und uns gibt es als Gegenpol dazu. Wir bilden eine Gruppe und sehen dann, nicht nur wir kämpfen mit Vorurteilen oder auch Alltagssexismus, sondern das ist ein Thema, das quasi alle betrifft. Und wir sind hier, um uns gegenseitig zu unterstützen, wir können uns beieinander auskotzen und Stärke aus unseren Netzwerken ziehen“ Sandra stimmt Lisa zu und ergänzt: „…oder können einfach nur in Ruhe hacken, ohne uns mit unserem Geschlecht auseinandersetzen zu müssen“. Auf die Frage, was an ihrem Ansatz so speziell und wirksam sei, sagt uns Sandra: „Was ich total interessant finde, ist, wenn ich auf Tech-Veranstaltungen gehe, die sich nicht speziell an Frauen richten, dann sind die per Default meistens Männerveranstaltungen. Und da könnte man meinen, ok, es liegt halt einfach daran, dass unter Frauen oder weiblich gelesenen Menschen da nicht so ein großes Interesse gibt. Wenn es aber Angebote gibt, die sich explizit an Frauen richten, dann haben die Wartelisten Wartelisten. Das Interesse ist da, es braucht halt einfach offensichtlich Räume, in denen wir uns wohlfühlen, und die auch niedrigschwellig zugänglich sind. Viele Frauen, die ich im Techbereich kennenlerne, haben da eine etwas andere Biografie als die männlichen Kollegen. Viele von uns haben bisschen später angefangen, und da ist es glaube ich wahnsinnig wertvoll, nicht in einen Raum reinzukommen, wo erst mal kritisch geguckt wird, was du für einen Texteditor hast – sondern wo halt erst mal jede willkommen ist, die ein grundsätzliches Interesse mitbringt.“

Die beiden erzählen uns von der Geschichte des Vereins, wie sie zunächst bei einem befreundeten Hackspace untergekommen sind und dann ihren ersten eigenen Raum in einer Remise in Kreuzberg hatten, mit einer 4 Meter hohen Leiter und ohne Heizung, fließendes Wasser, ohne Toilette. Anfang des Jahres sind sie nun im Bethanien angekommen und sind hier sehr glücklich. Lisa sagt, dass sie jetzt zwar einen schönen Raum haben, aber auch viel Kram, der irgendwie verstaut werden muss – da kommt die Förderung von Quartiermeister ins Spiel. Der Verein hat das Geld genutzt, um Material für den Umbau des Raumes zu kaufen. Die beiden zeigen uns ein großes Regal, das sie an die Decke gebaut haben und einen Stehtisch. Außerdem entstand noch eine Arbeitsplatte, die als Schreibtisch und auch als Liegefläche genutzt werden kann. Es ist sogar noch ein wenig Geld und Material übrig, womit die Heart of Code eine Sofalandschaft mit einem mobilen Stecksystem bauen möchte, die sie dann auch zu Veranstaltungen mitnehmen können.

Wie die meisten Projekte ist auch die Heart of Code durch die Corona-Krise in ihrer Arbeit eingeschränkt. Lisa sagt dazu: „Ich glaube, dass das Herzstück, wie wir mit unserer Community interagieren und auch wie wir uns präsentieren ist vor allem live und in Person, also diesen Safe Space nicht nur digital zu haben, sondern einen Raum zu bieten, in dem wir so sein können, wie wir sind, so nerdy, so geeky, keine Vorurteile. Deswegen war das schon immer so: Wir treffen uns im Space. Das war immer ein Kernstück von dem, was wir gemacht haben.“ Während viel von der Vereinsarbeit digital weiterlaufen konnte, mussten alle Veranstaltungen abgesagt werden.

Wenn ihr die Heart of Code unterstützen wollt, könnt ihr dem Verein Geld oder Hardware wie z.B. alte Laptops spenden, die der Verein dann für Workshops nutzen kann.

Warum Lisa und Sandra von Quartiermeister überzeugt sind? Dazu sagt Lisa: „Ich glaube Quartiermeister ist ein sehr passender Förderer, gerade auch für kleine Projekte, die auch Lokalbezug haben. Wir machen Workshops mit Leuten vor Ort, haben politische Meinungen zu Sachen vor Ort, wir finden es nicht cool, wenn große amerikanische Firmen kommen und versuchen, verschiedene Gebäude auszubauen oder neu zu bauen und damit die Kiezkultur verändern. Sondern, dass Kiezkultur dableibt, wie wir sie mögen. Und das auch zu unterstützen und zu erhalten, was noch da ist. Und natürlich schmeckt das Bier supergeil!“

Nach dem Interview verquatschen wir uns noch eine Weile mit Lisa und Sandra, wir trinken Helles und Pils, die Stimmung ist entspannt. Wir fühlen uns auf jeden Fall wohl in ihrem neuen Raum im Bethanien. Ein fettes Danke an die Heart of Code für ihre Arbeit und den schönen Abend!

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