Seitentriebe

Fördersumme:

400 €

Förderdatum:

06.11.2016

Förderort:

Schützengasse 18, 01067 Dresden

Förderzweck:

400 €

Mittelverwendung: Referentenhonorare, Material- und Sachkosten, Öffentlichkeitsarbeit

Quartier:

Projekt-Website

Im Laufe der Gartensaison 2016 wollen wir 15 vielfältige Veranstaltungen rund um das nachhaltige Gärtnern in der Stadt durchführen. Diese Umweltbildungsworkshops in den Projekten des Gartennetzwerks Dresden sollen niedrigschwellig, kostenfrei, bedarfs- und  praxisorientiert sein. Die Workshops sind offen für Menschen aller Kulturen, sozialer Herkünfte und Generationen. Auf ehrenamtlicher Basis stellen wir ein bunten Jahresprogramm zusammen, das vom Hochbeet-Bau, über die Hühnerhaltung bis hin zum  Haltbarmachen von lokalen Nahrungsmitteln reicht.

In vielen Städten entstehen seit einigen Jahren neue, gemeinschaftliche Gartenformen.  Diese urbanen Gemeinschaftsgärten sind Räume für ein gutes Leben in der Stadt. Gemeinsam verwandeln die GärtnerInnen Brachflächen in Orte der Begegnung, gewinnen eigenes Saatgut, halten Bienen, experimentieren mit Arten der Kompostierung und machen das geerntete Gemüse haltbar. Gemeinschaftsgärten stehen dabei für eine lebenswerte Stadt, zukunftsfähige Urbanität sowie eine demokratische und plurale  Stadtgesellschaft ein. Sie sollen wichtiger Bestandteil der Stadtnatur sein und beispielhaft für partizipative Projekt- und Stadtentwicklung stehen. Die Gärten als Freiräume in der sonst durchstrukturierten Stadt werden zum Keimort für die Nachbarschaftlichkeit und  zum gemeinsamen Lernen. Sie bieten Ruhe von der Hektik der Großstadt und sind Treffpunkt für Menschen aller Kulturen, sozialer Herkünfte und Generationen. In vielen Gemeinschaftsgärten gibt es wenige, wirklich erfahrene GärtnerInnen, die sich oft (ungewollt) als zentrale Ansprechpartner wiederfinden und immer mehr Erfahrungswissen ansammeln. Auf der Seite der eher unerfahrenen GärtnerInnen ist bisher wenig kontinuierlicher Kompetenzzuwachs zu beobachten, so dass das Wissensgefälle und entsprechende  Abhängigkeiten innerhalb der Projekte tendenziell eher zunehmen. Wir sehen deshalb einen großen Bedarf an praktischem (voneinander) Lernen und horizontaler Wissensvermittlung. Damit in den Gärten nicht nur Pflanzen, sondern zunehmend auch GärtnerInnen  heranwachsen können, haben wir erstmals 2014 eine praktische Workshopreihe zum nachhaltigen Gärtnern in den Gemeinschaftsgärten Dresden ins Leben gerufen.

Die Trägerschaft für die Veranstaltungsreihe Seitentriebe liegt beim UFER-Projekte Dresden e.V.. Der Verein unterstützt Menschen dabei, Freiräume für die Begegnung von Mensch und Natur in der Stadt zu entdecken und zu entwickeln. Über das verbindende  Element des gemeinsamen Gärtnerns und Werkeln kommen Menschen miteinander ins Gespräch, bringen ihre jeweiligen Kompetenzen ein und entwickeln gemeinsame Projekte. Zu deren Planung und Umsetzung finden sich die Interessierten selbstorganisiert in Arbeitsgruppen zusammen. Das GartenNetzwerk Dresden als Zusammenschluss aller urbanen Gartenprojekte in Dresden wurde 2012 gegründet, dient dazu, Synergien und Kooperation zwischen den einzelnen Projekten zu stärken und fördert das gemeinsame Wirken in die Stadt hinein. Das Projektteam der Seitentriebe besteht bisher aus drei ehrenamtlichen Koordinatoren sowie einem Unterstützerkreis mit zahlreichen Freiwilligen aus den Gemeinschaftsgärten.

Unter dem Titel “Seitentriebe” konnten wir nun schon zwei Jahre in Folge die gemeinsame Veranstaltungsreihe des Gartennetzwerks durchführen, der Fokus liegt auf praktischem, niedrigschwelligem Lernen. Im Laufe der Saison möchten wir 15 praxisorientierten  Workshops durchführen, bei denen wir gärtnerische Fähigkeiten und Kompetenzen vermitteln, zum Selbermachen anstiften, und Bildung für nachhaltige Entwicklung stärken. Die Altersspanne der insgesamt circa 500 TeilnehmerInnen aus dem ganzen Stadtgebiet  ist weit gefächert, es nehmen teils aktive GemeinschaftsgärtnerInnen, teils Nachbarn, aber auch Interessierte teil, die vorher noch nie in einem Gemeinschaftsgarten waren. Die Workshops bieten die Möglichkeit für den Erstkontakt mit einem Gemeinschaftsgarten  und andererseits hat die Reihe eine verknüpfende und vernetzende Wirkung auf schon engagierte Akteure. Die Veranstaltungen sind als mehrstündige und kostenfreie Wochenend-Workshops mit einem Fokus auf praktische Tätigkeiten angelegt, die ohne Anmeldung und Vorkenntnisse besucht werden können. Dadurch wird stellen wir sicher, dass die Teilnehmer möglichst vielen Menschen möglich ist. Der Erfolg der letzten Jahre und die positive Rückmeldungen zahlreicher TeilnehmerInnen und die zunehmende Vernetzung innerhalb des Netzwerks bestätigen uns im grundsätzlichen Ansatz unserer Veranstaltungsreihe. Die Seitentriebe als Veranstaltungsreihe eines offenen Netzwerkes kann nur auf Grundlage zahlreicher Kooperationen funktionieren. Auch für 2016 ist es  uns gelungen, zahlreiche Partner zu finden. Darunter sind das Umundu-Festival Dresden, die Stories of Change (Filmprojekt zu lokalen „Geschichten des Wandels in Dresden“), der Streetfood Mark Dresden, die Permakultur-Akademie und weitere. Dazu kommen mehr als zehn Gemeinschaftsgärten als gastgebende Lernorte. Die GärtnerInnen finden so ganz praktisch den Weg zueinander und in andere Gärten; außerdem übernehmen die Projekte die Veranstaltungsbetreuung vor Ort und werden dadurch aktiv ins  GartenNetzwerk eingebunden.

Unsere Ziele

  • Individuell sollen den TeilnehmerInnen gärtnerische Grundlagen, praktische Fähigkeiten und Gestaltungskompetenz vermittelt werden. Das Erleben von Good Practice-Beispielen ist dabei eingebettet in das Kennenlernen globaler Hintergründe. Wir streben  Inklusivität durch peer-to-peer und praxisorientiertes Lernen an. Menschen unterschiedlichster Herkünfte kommen zusammen und lernen voneinander.
  • Die Gemeinschaftsgärten selbst sollen als Kultur- und soziale Lernorte etabliert und bekannt gemacht werden, die die Menschen zum Gärtnern und zum sozialen Engagement in ihrer Nachbarschaft angeregen.
  • Das Netzwerk auf übergeordneter Ebene soll in Hinblick auf resiliente Netzwerkentwicklung, gegenseitige  Synergien sowie die Eigenverantwortung und Selbstorganisation der Gärten gestärkt werden. Das gemeinsame, verknüpfte Sichtbarwerden der  Gartenprojekte soll zu einer stärkeren öffentlichen Wahrnehmung und Anerkennung führen.
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