Sidekick e.V.

Fördersumme:

800 €

Förderdatum:

07.01.2019

Förderort:

Karl-Heine-Str. 87 04229 Leipzig

Förderzweck:

1. Förderung: Trainingsmaterial und Honorarkosten

2. Förderung: Öffentlichkeitsarbeit, Honorare für Workshops, Ausstattung des Sommerfests & Verpflegung ihrer Gäste

Quartier:

Projekt-Website

1. Förderung (Juli 2016): Die Kampfsport-Szene ist – wie viele Räume in unserer Lebensrealität – eine männlich-dominierte. In vielen Vereinen liegt der Hauptfokus auf Wettkämpfen und darauf, sich gegenseitig beweisen zu müssen.  Dem möchten wir eine entspannte Trainings-Atmosphäre entgegensetzen, in der sich keine_r beweisen muss und zu der Cis-Männer keinen Zugang haben. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass das solidarische Miteinander in feministischen Räumen sehr empowernd sein kann, vor allem auch, um zu lernen, den alltäglichen Diskriminierungen und Gewalt selbstbewusst paroli zu bieten. Wir wollen einen Raum schaffen, in dem jede mit ihren persönlichen Stärken und Schwächen ihren Platz fndet und dementsprechend bieten wir ein breites Trainingsangebot an: Neben Thaiboxen (für Erwachsene und für Mädchen) wird es Konditionstrainings, Rückenschule und entspanntere, niedrigschwellige Thaiboxtrainings geben.

Willkommen sind Mädchen, Frauen (Transfrauen und Cisfrauen), Transgender, Transmänner (nicht in allen Trainings) mit unterschiedlichsten sozialen und, regionalen Hintergründen. Egal, welches Alter, welche körperlichen Voraussetzungen und welche sportlichen Vorerfahrungen die Teilnehmer_innen haben: alle sollen sich willkommen fühlen. Für Frauen, Mädchen und Trans* mit Fluchterfahrung sind die Trainings kostenlos. Bei den Thaiboxtrainings lernen die Teilnehmer_innen schnell, dass sie mit der richtigen Technik körperlich sehr stark sein können, ihre Fähigkeiten zu schneller Reaktion und dass sich die Koordination verbessert. Diese Aspekte sind wichtig, um in Gefahrensituationen im Alltag gut reagieren zu können. In den Angeboten zur Sebstbehauptung werden wir gezielt Übungen zum Grenzen setzen und Nein-Sagen durchführen.

Perspektivisch wollen wir die Teilnehmer_innen dazu motivieren, mit Wachsen des Vereins auch selbst Trainings zu geben. Da zwei von uns schon seit mehreren Jahren verschiedene Trainings in einem Thaiboxverein für Frauen und Mädchen in Berlin geben und Trainerinnenscheine haben, möchten wir unser bisheriges Wissen sehr gerne weitergeben. Des Weiteren haben wir Kompetenzen in politischer Bildungsarbeit, alternativer Medizin, Antidiskriminierungsarbeit und organisieren seit sechs Jahren ein einwöchiges Thai-Kickboxcamp für FLTI* (FrauenLesbenTransInter). Wir haben einen rassismuskritischen Ansatz aus weißer Perspektive.

Für den Verein wünschen wir uns, dass es auch aktive Teilnehmer_innen gibt, die je nach Bedarf und Wissen, Workshops zu vereinsrelevanten Themen durchführen. Was entsteht, hängt nicht nur von uns, sondern von allen ab. Wir streben Kooperationen mit anderen feministischen Gruppen und Thaiboxvereinen in Leipzig an. Uns ist es wichtig, dieses Projekt in Leipzig aufzubauen, da es hier nur wenige Trainings für Frauen oder Frauen und Trans* gibt. Fortgeschrittenentrainings für diese Zielgruppen gibt es gar nicht. Wir hoffen, mit unserem breiten Angebot und offenen Ansatz Frauen, Mädchen und Trans* aus verschiedenenBevölkerungsgruppen anzusprechen. Rassist_innen und Nazis werden nicht aufgenommen.

2. Förderung (Juli 2019): Seit über einem Jahr gibt es auf ehrenamtlicher Basis eine sehr engagierte Arbeitsgruppe. Die AG „Get to know us“, will sich dafür einsetzen die Hemmschwellen für geflüchtete Frauen*, Mädchen* und FLINT*-Personen niedrig zu setzen und diesen einen Zugang zum Training zu ermöglichen/erleichtern. Es werden Trainingspatenschaften organisiert, Übersetzungen und ein offener Treff zu dem alle Vereinszugehörigen und Neuinteressierten einmal im Monat eingeladen sind vorbeizukommen. Beim Sommerfest wird sich die AG darum bemühen, FLINT*-Personen mit
Fluchterfahrung einzuladen und ihnen eine Teilhabe zu ermöglichen in dem u.a. Sprachmittlung und wenn gewünscht Kinderbetreuung angeboten wird.

In einer entspannten Atmosphäre gibt es so Gelegenheit den Verein und die Trainierenden und Trainer_innen kennen zu lernen und erste Berührungsängste abzubauen. Inhaltlich möchten wir das Sommerfest so gestalten, dass man einen Eindruck bekommen kann vom regulären Vereinsgeschehen. Es werden verschiedene Mini-Workshops angeboten rund um das Thema Kampfsport, Selbstbehauptung und Selbstverteidigung. Aber auch Kurzworkshops wie
„Seilspringen für Beginners“, Hoolahoop o.ä., die Spaß an Bewegung vermitteln, sollen stattfinden. Neben den Workshops wird ein Informationstisch mit Flyern auf verschiedenen Sprachen aufgebaut, an dem sich Laufpublikum und Interessierte über das Vereinsangebot informieren können und Fragen gestellt werden können, rund um das Vereinsgeschehen und was es bedeuten kann, in einem feministischen Zusammenhang Kampfsport zu trainieren.

Und wer mal eine Pause braucht oder eher gemütlich unterwegs ist, kann es sich mit einem Slushy und den Füßen im Planschbecken gemütlich machen. Für Essen und Trinken wird gesorgt und gegebenenfalls werden wir ein kleines Nachmittags-Konzert organisieren. Die Vereinszugehörigen werden darum gebeten Kuchen- und Salat-Spenden mitzubringen, sodass wir ein buntes Buffett aufstellen können. Insgesamt versuchen wir, möglichst viele Vereinszugehörige einzuladen sich an diesem Tag mit kreativen und aktiven Ideen einzubringen. So dass unser Sommerfest es ein Fest von vielen für viele wird.

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