Wer ist Volk

Fördersumme:

1000 €

Förderdatum:

12.01.2022

Förderort:

Konigsbrücker Straße 54, 01099 Dresden

Förderzweck:

Mit der Förderung wird Konzeption, Lieferung und Montage des Regals bezahlt.

Quartier:

Projekt-Website

Der öffentliche Diskurs befindet sich in einer jahrelangen Krise. Immer mehr Menschen geraten in Echoräume, die sich voreinander hermetisch verschließen. Das Gespräch zwischen den Echoräumen wird als Grenzüberschreitung stigmatisiert: Die Diskussion mit Vertreter*innen „des anderen Lagers“ gilt a priori als zwecklos, wenn nicht gar als Tabubruch. Dadurch muss in letzter Konsequenz der Verlust eines kollektiven Realitätsbegriffs beobachtet werden. Der Übergang von seriöser Interpretation von Fakten über Fake News hin zu Verschwörungstheorien ist fließend. Sachsen erweist sich hierbei als Brennglas dieser Entwicklung. Die niedrigste Impfquote der BRD als auch das stärkste Ergebnis für die AfD bei der Bundestagswahl 2021 zeugen von den tiefen Gräben in der sächsischen Zivilgesellschaft – und in der Landeshauptstadt Dresden, Heimat der jüngst wieder aktiv gewordenen Pegida-Bewegung. Folglich hat die Restauration des öffentlichen Diskurses höchste Priorität. Das Medium Film bietet sich hierfür als geeignetes Werkzeug an. Ein Film ist stets Seismograph der gesellschaftlichen Ängste und Hoffnungen und vermag so Initialzünder für Selbstreflexion und für das Ergründen anderer Lebensumstände sein.

Die partizipative und inklusive Arbeit in der Filmvermittlung bietet also die Chance, ein Erweckungserlebnis für eine progressive Diskussionskultur zu generieren. Der Phase IV e.V. widmet sich daher der Filmvermittlung in Dresden und Sachsen. Dazu kuratieren wir in der Filmgalerie Phase IV Filmausstellungen mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten und organisieren Aufführungen. So wird der Phase IV e.V. die Film- und Diskussionsreihe „Eine filmische Heimatkunde“ 2023 fortführen. Gezeigt werden Filme, welche sich mit zeitgeschichtlichen Aspekten Dresdens und Sachsens befassen. Die Aufführungen werden von Diskussionen und Expert*innengesprächen begleitet. Dadurch soll ein gemeinsame Identitätsfindung etabliert werden, die keine ideologische Aufladung erfährt und Basis für eine weitere progressive Debatten darstellt. „Wer ist das Volk“ ist ein Begleitprojekt zur „Filmischen Heimatkunde“ und der nächste logische Schritt. Die gezeigten Filme sowie viele weitere Werke sollen den Einwohner*innen Dresdens für Recherche und Reflexion zugänglich und sichtbar gemacht werden. Daher ist ein neues Präsentationsregal geplant, in dem wir eine dauerhafte Filmausstellung über Dresden und Sachsen kuratieren werden. Um diese Filme auch wirklich allen zugänglich zu machen, sollen sämtliche Werke in dem neuen Regal kostenlos ausleihbar sein.

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