Poliklinik

Förderzweck

Miete, Renovierung, Bürmaterialien

In vielen Studien (z.B. SHARE-Studie) konnte gezeigt werden, dass eine prekäre soziale Lage, zu einer deutlichen Verschlechterung der Gesundheit und zu einer geringeren Lebensqualität führt. Das Eingehen auf diese “sozialen Determinanten”, die Lebensumstände einer jeden Person, sowie die Verringerung sozialer Ungleichheit müssen fester Bestandteil der Gesundheitsversorgung auf globaler Ebene und somit auch in jeden Stadtteil sein. Hier setzt die Poliklinik an.

Verschiedene Berufe des Gesundheits- und Sozialwesens sollen eng zusammenarbeiten. Da viele Krankheiten auf gesellschaftliche Bedingungen zurückzuführen sind (z.B. Stress durch unsichere Arbeitsverhältnisse), möchten wir zudem Kämpfe für eine gerechtere Gesellschaft unterstützen und mit dem Thema Gesundheit in Verbindung bringen (z.B. Kämpfe um bessere Arbeitsbedingungen). Die Menschen eines Stadtteils sollen die Poliklinik als erste mögliche Anlaufstelle bei gesundheitlichen, sozialen und politischen Problemen kennen und nutzen. Sowohl Besucher*innen, als auch Mitarbeiter*innen sollen an der Gestaltung der Poliklinik teilhaben. Wir verfolgen eine solidarische, kollektive und hierarchiearme Arbeitsweise. In unserer Gruppe sind eine Vielzahl an Berufsgruppen vertreten, z.B. Psycholog*innen, Sozialarbeiter*innen, Mediziner*innen und Jurist*innen. Bisher findet die Arbeit am Projekt
ehrenamtlich statt. Seit März 2019 nehmen wir am Sozial- und Gründer Stipendium des Social Impact Lab Leipzigs teil, welches uns organisatorisch und strategisch beim Aufbau der Poliklinik unterstützt.

Die Förderung soll für unser erstes kontinuierliches Stadtteilangebot genutzt werden: ein psychosoziales Beratungsangebot. In der aktuellen  psychotherapeutischen Versorgung suchen häufig mehr Menschen Psychotherapieplätze als zeitnah abgedeckt werden können. Dies führt zu langen Wartezeiten, welche wiederum Chronifizierung und Verschlimmerung der Symptomatik und/oder Klinikaufenthalte nach sich ziehen können. Weiterhin ist das System Psychotherapie für Laien undurchsichtig. Dadurch ist es mit einer höheren "Schwelle" versehen – nur Menschen, die Wissen über die Zugänge zu Psychotherapie haben, es schaffen, viele Therapeut*innen abzutelefonieren und Wartezeiten zu überbrücken, werden versorgt. Für viele ist die erste Ansprechperson der Hausarzt oder die Hausärztin. Diese sind häufig überlastet und haben für diese Aufklärungsarbeit wenig Zeit. Mit einem niedrigschwelligen psychologischen Beratungsangebot möchten wir Ratsuchenden im Leipziger Osten Wissen vermitteln, überbrückende psychologische
Gespräche anbieten, Zugänge zu Angeboten erleichtern und hierdurch die Nutzung der bestehenden Strukturen verbessern.

Ziele des Vorhabens:
- Abbau von Hürden bei der Wahrnehmung von psychologischer bzw. psychotherapeutischer Unterstützung
- Aufklärung über diverse psychologischen und psychotherapeutische Behandlungsmöglichkeiten und Erleichterung des Zugangs zu diesen Angeboten
- Entlastung der Betroffenen bei Versorgungslücken und langen Wartezeiten durch überbrückende psychologische Beratung bis zum Behandlungsbeginn

Zielgruppen:
- Menschen in erschwerten gesundheitlichen und psychischen Lebenslagen im Leipziger Osten