Neuigkeiten

Wandernde Bäume in Stuttgart – für eine lebenswerte Nachbarschaft

20. September 2021 08:53

lenny.bonk

Wandernde Bäume, mitten in Stuttgart, seit 2019. Initiiert von und für Stuttgarter*innen. Wir stellen vor: die Wanderbaumallee.

Eins ist klar: das Projekt Wanderbaumallee sieht sich als Ganzes. Als ein Projekt, welches sich nicht durch Einzelpersonen, sondern vor allem durch geteilte Verantwortlichkeiten und eine gemeinsame Vision auszeichnet - die faire Verteilung des öffentlichen Raumes, um die Aufenthaltsqualität zu steigern und die Stadt mit Begrünung zu beleben, um so ein Zeichen gegen den Klimawandel zu setzen.

„Wo kann man denn in der Stadt noch Bäume pflanzen? Es gibt doch gar keinen Platz!“ - Genau diesem Vorurteil setzt die Wanderbaumallee etwas entgegen, denn ihre mobil einsetzbaren Bäume wandern von Ort zu Ort und begrünen graue und bestehende Plätze. Das Besondere daran: Zum wandernden Baum gehört immer eine Sitzgelegenheit. Diese soll Raum und Rahmen zum Zusammenkommen schaffen und Begegnungen und Gemeinschaft fördern.

Jedes Viertel, jede Nachbarschaft hat so die Möglichkeit auf eine neue Art und Weise die eigene Umgebung zu betrachten, entdecken und zu erleben. Die Thematik der Begrünung von Städten beschäftigt aber weitaus mehr Städte als nur Stuttgart. Um der ganzheitlichen Vision die Möglichkeit zu geben, sich auch über Stuttgart hinaus zu verbreiten, stehen die Pläne der Module öffentlich zur Verfügung. Daraus sind weitere Wanderbaumallee-Projekte entstanden - unter anderem in den Städten Köln, Aachen, Hannover und Graz.
 

Die Wanderbaumallee erfreut sich inzwischen großer Nachfrage. Immer wieder organisiert sie Veranstaltungen, wie Konzerte oder Diskussionen, die die Menschen näher zusammenbringt. Dank der Quartiermeister-Förderung können die dort auftretenden Künstler*innen nun mit einer Gage entlohnt werden, was gerade in Zeiten einer Pandemie umso wertvoller ist.

Das Projekt kann gerne von jeder interessierten Person unterstützt werden - ob Interessent*in, (Hobby-)Gärtner*in, Künstler*in oder Handwerker*in - jede*r ist willkommen. Die Bäume wandern immer am ersten Samstag des Monats - die Baumwanderungen bieten eine tolle Gelegenheit, das Projekt und die Beteiligten kennenzulernen. Wer sich handwerklich engagieren will, kann im ersten Jahresquartal dabei helfen, die Module zu bauen.


Autorin: Melissa Tremer (Quartiermeister e.V., Stuttgart)

KUKUMU verzichtet auf Förderung und teilt zum Wohle aller!

15. September 2021 07:48

lenny.bonk

Der Community-Space KUKUMU, der das letzte Voting in Berlin für sich entscheiden konnte, hat uns mitgeteilt, dass er auf die gewonnene Förderung verzichten möchte. Diese Entscheidung haben die Mitglieder des Kollektivs gemeinsam getroffen. Nachdem sie sich noch einmal gründlich mit ihrer Projektidee auseinandergesetzt haben, kamen sie zu der Erkenntnis, dass ihr gemeinnütziger Fokus nicht so stark wie bei den anderen teilnehmenden Projekten ausgeprägt ist. Zudem glauben sie, dass sie bei der Abstimmung einen großen Vorteil durch ihre schon vorhandene Social Media Präsenz hatten.

KUKUMU hat vorgeschlagen, die 1000€ an Platz 3 und 4 aufzuteilen. Die Mitglieder des Quartiermeister e.V. sind mit dieser Idee einverstanden. Somit werden nun der Wunschbäumchen e.V. und der Kiezgarten Lichtenberg mit jeweils 500€ von uns gefördert – wir freuen uns sehr und sagen herzlichen Glückwunsch!

 


Der Wunschbäumchen e.V. organisiert sowohl ganzjährige als auch zeitlich begrenzte Projekte. Erst vor kurzem setzte der Verein ein Projekt um, bei dem kostenlose Schultüten inklusive Schulmaterial an Einschulungskinder verteilt wurden. Ganzjährig vermitteln sie Brieffreundschaften, zwischen Kindern, sowie Kindern als auch zwischen Kind und Senior*innen und sammeln jährlich Geschenke für ein inklusives Weihnachtsfest. Ziel ist es, Kindern aus einkommensschwachen Familien gleiche Chancen zu bieten und ihnen eine Freude zu bereiten. Unsere Förderung wird der Verein nun für die nächste Weihnachtsaktion einsetzen.
 


Der Kiezgarten Lichtenberg plante ursprünglich den Bau einer Außenküche mit Steinofen, der mittlerweile abgeschlossen ist. Deswegen wird dank unserer Förderung nun ein Naturteich einstehen, der als Lebensraum für schützenswerte Pflanzen und Insekten dienen soll. Der Kiezgarten ist ein gemeinschaftlich nutzbarer Raum, ein offener Nachbarschaftstreffpunkt und ein Ort für ökologische Workshopformate.


Wir bedanken uns beim Team von KUKUMU für die tolle Geste und gratulieren Wunschbäumchen und dem Kiezgarten Lichtenberg zur geteilten Förderung!

Sammeln, Spenden, Wiederverwenden - So hat München entschieden!

2. September 2021 07:34

lisa.wiedemuth

Ihr habt entschieden, München dankt! In den letzten vier Wochen haben über 350 Menschen an unserer Onlineabstimmung teilgenommen und jeweils zwei Stimmen für ihre Lieblingsprojekte abgegeben. Das Ergebnis ist durchaus knapp und zeigt, dass die Arbeit aller Projekte unsere Förderung verdient hätte. Wir gratulieren dem 1. und 2. Platz des Onlinevotings zu jeweils 1000€, wünschen den beiden anderen Projekten für ihre Vorhaben und ihre Zukunft trotzdem alles Gute und beschreiben hier, wie ihr sie anderweitig supporten könnt!

Platz 1: Tischlein deck dich - Einweg ist kein Weg (219 Stimmen)

Eurer nächsten Homeparty fehlen Gläser, Tassen und Teller und ihr habt kein Bock auf Einwegkram (wird sowieso bald verboten!). Die Münchner Initiative Aktives Harlaching baut eine Soli-Geschirr-Ausleihstation für alle! Dank unserer Förderung können sie sich nun ein Lager mieten und von dort den Verteiler organisieren. Sharing is Caring!

Platz 2 - Flüchtlingshilfe Erding (209 Stimmen)

Seit 2015 sammelt und verteilt der ehrenamtliche Verein Sachspenden (Kleidung, Hygieneartikel, Getränke und Essen) gezielt und flexibel dort hin, wo es nötig ist. Er leistet unbürokratische Einzalfallhilfe und unterstützt geflüchtete Menschen beim Ankommen. Der Verein trägt sich komplett aus Mitgliedsbeiträgen und finanziellen Spenden, die seit der Corona-Krise abgenommen haben. Dank unserer Förderung kann der Verein seine Logistik und seine Verwaltungskosten in naher Zukunft auf sichere Beine stellen.

Platz 3 - Kulturraum München (193 Stimmen)

Schon mehrmals Gewinner unserer Förderung hat es in diesem Jahr für den Verein leider nicht gereicht. Kulturraum München verteilt kostenfreie Kulturtickets an Menschen mit geringem Einkommen und ermöglicht ihnen so die Teilhabe am kulturell-gesellschaftlichen Leben. Viele Nutzer*innen haben in der letzten Zeit und vor allen Dingen durch die Auswirkungen von Corona den Wunsch geäußert, andere kulturbegeisterte Menschen kennenzulernen, um zukünftig gemeinsam Veranstaltungen zu besuchen. Dafür plant Kulturraum München nun ein niedrigschwelliges Austauschtreffen. Ihr findet die Arbeit von Kulturraum München unterstützenswert? Hier könnt ihr spenden, einen Raum für das Kennenlernen, oder Tickets zu eurer Veranstaltung in München zur Verfügung stellen.

Platz 4 - Transmann e.V. (111 Stimmen)

Seit 2009 führt die Münchner Ortsgruppe des Transmann e.V. halbjährlich sogenannte "Harte Fakten Tage" durch und informiert niedrigschwellig über die rechtlichen und medizinischen Rahmenbedingungen des trans*-Wegs (vom weiblichen Geburtsgeschlecht zum Mann). Ein durchweg wichtiges und fachlich zu wenig beleuchtetes Thema, was die regelmäßig hohen Besucher*innenzahlen beweisen. Um die Zugänglichkeit für interessierte Personen und Angehörige zukünftig zu erhöhen, plant der Verein ein Hybridformat, in dem auch Menschen außerhalb Münchens an der Veranstaltung teilnehmen können. Dafür braucht Transmann e.V. temporär technisches Equipment. Ihr habt Mikrofon, Licht, Kamera und Mischpult und könnt euch vorstellen, die Technik kostenfrei zu verleihen oder bei der Liveübertragung zu unterstützen? Meldet euch bei Transmann e.V.

Anpfiff! Unsere Förderung startet wieder - In diesen Städten könnt ihr euch bewerben

24. August 2021 07:51

lisa.wiedemuth

Drei Lockdowns liegen hinter uns! Und wir hoffen sehr, dass alle guten Dinge drei bleiben. Denn die Pandemie hat uns ordentlich den Teppich unter den Füßen weggezogen und viele Selbstverständlichkeiten unseres alltäglichen Geschäftbetriebs auf die Probe gestellt. Wir sind stolz und unheimlich froh, dass wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind, alle Mitarbeitenden halten konnten und nun nach zwölf langen und schwierigen Monaten wieder langsam das tun, was wir am liebsten tun und wofür wir letztendlich angetreten sind: Projekte fördern!

Die Ehrenamtlichen des Quartiermeister e.V. haben entschieden: Wir machen genau dort weiter, wo wir aufgehört haben. Bei unserem Förderplan aus 2020, der drei Wochen vor dem ersten Lockdown von allen Mitgliedern deutschlandweit beschlossen wurde. In den kommenden Monaten werden wir dieses Budget peu a peu ausschütten und freuen uns wie bolle, dass soziale, kulturelle und nachhaltige Nachbarschaftsprojekte wieder davon profitieren können.

Parallel dazu bauen wir unseren dritten strukturellen Nachwuchs auf: Die Quartiermeister Stiftung gUG! Hier werden zukünftig all unsere Fördergelder verwaltet und ausgeschüttet. Die gemeinnützige Stiftung hält bereits die Markenrechte unseres Sozialunternehmens, damit ist die Idee von Quartiermeister unveräußerbar. Durch die gemeinnützige Struktur werden wir in der Lage sein, zusätzlich zu unseren Erlösen aus dem Bierverkauf externe Spenden und öffentliche Förderungen zu empfangen, um unsere stark wachsende und bisher hauptsächlich ehrenamtlich getragene Förderung zu professionalisieren. Jetzt aber genug der Vorrede: Welches Quartier ist denn als nächstes dran?

Zuerst werden wir uns der Stadt zuwenden, die seit mittlerweile fast zwei Jahren auf eine Förderung wartet: Dresden! Seit 2015 fördern Ehrenamtliche hier vor Ort die Nachbarschaft zum Wohle aller. Dieses Mal stehen 3.000€ für insgesamt drei Projekte bereit. Bewerbungsfrist ist der 15. Sepember 2021, das Onlinevoting findet im Oktober statt.

Zur Bewerbung

Daraufhin freuen wir uns auf unsere liebste Underdog-Förderung: Unser Regionaltopf Ost! 2019 ins Leben gerufen, fördert dieser Topf alle Projekte aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern, die sich für eine soziale und inklusive Nachbarschaft einsetzen und außerhalb unserer „großen“ Quartiere liegen. Im letzten Jahr erreichten uns ganze einundzwanzig Anträge, weswegen wir die Fördersumme in diesem Jahr aufstocken. Wir fördern drei Projekte mit jeweils 1.000€. Bewerbungsfrist ist hier der 15. Oktober, das Voting findet im November statt.

Zur Bewerbung

Hier findet ihr unseren teilbaren Social-Media-Kit und könnt befreundete Projekte und euer Netzwerk auf die Chance hinweisen!

Zuguterletzt werden wir im Dezember unseren Flextopf verwenden, mit dem wir das erste Mal ein ganz neues Quartier mit einer Förderung begrüßen: Welches Quartier das werden wird, wählen gerade unsere Vereinsmitglieder. Ihr dürft also gespannt bleiben. Fakt ist: Der Flextopf fördert zwei Projekte mit jeweils 1.000€, die Onlineabstimmung findet im Dezember statt.

Meldet euch hier auf unseren Projekt-Newsletter an, um zuallererst über die Ausschreibung des Flextopfs informiert zu werden

Alle anderen Quartiere müssen sich aufs Erste noch etwas gedulden. Wir werden Ende November die Ausschreibungen für das erste Quartal 2022 verlauten lassen und hoffen bis dahin ganz fest, dass die Gastro- und Clubszene offen bleibt und unser soziales Bier in Strömen fließt.

Berlin entscheidet sich für KUKUMU und Kicker*innen

3. August 2021 10:02

lisa.wiedemuth

Das erste Voting nach mittlerweile sieben Monaten, das dank der Spender*innen des Stay-Social-Clubs von Landkorb umgesetzt werden konnte, wurde mit großer Spannung erwartet und begleitet. Vier absolut unterstützenswerte Ideen und Projekte, fast 800 eingegangene Stimmen und 400 Wähler*innen. Nach der Auszählung steht heute das offizielle Ergebnis fest. Ihr habt entschieden: Quartiermeister fördert den Community-Space KUKUMU (316 Stimmen) in Moabit und den Kick-Out-Racism-Cup von Champions ohne Grenzen (169 Stimmen).

Für die mindestens genauso unterstützenswerten Initiativen Schultütenprojekt für kleine Kiezbewohner*innen (165 Stimmen) und den Steinofen für den Kiezgarten Fischerstraße (149 Stimmen) hat es leider ganz knapp nicht gereicht. Ihr findet die Arbeit der Initiativen genauso wichtig wie wir? Dann könnt ihr sie mit eurer Vereinsmitgliedschaft, eurem Tatendrang und euren (Sach)Spenden unterstützen.

Ihr habt noch alte Ranzen zuhause, die eure Kinder nicht mehr brauchen oder Schulmaterialien, Spielzeuge, die nicht verbraucht worden sind? Wendet euch direkt an den Wunschbäumchen e.V. und macht den Schulanfang für einige, kleine Kiezbewohner*innen zu einer schönen Überraschung. Ihr wisst, wie man einen Steinofen aus alten Baumaterialien herstellt, oder habt selbst noch Reste/Werkzeuge/Ideen vom letzten Bau? Ihr würdet gern Teil eines Gemeinschaftsgartens in Lichtenberg sein? Dann meldet euch beim Kiezgarten Fischerstraße.

Nationaler Durchbruch mit unserem Partner Alnatura

21. Juli 2021 11:53

annika.bruemmer

Liebe Leute, wir können es selbst kaum fassen, aber wir nähern uns dem Ziel, eine nationale Handelsmarke zu werden, mit großen Schlücken, denn ab sofort sind unsere Bio-Sorten deutschlandweit in 135 von insgesamt 140 Alnatura-Filialen verfügbar. Das ist ein wunderbarer und sehr wichtiger Meilenstein für uns – insbesondere wegen des knüppelharten letzten Jahres.

Wir haben festgestellt, wie wichtig es ist, seine Vertriebskanäle auf mehr als nur eine Säule zu stützen. War Quartiermeister bis vor wenigen Jahren noch eine reine Gastro-Marke hat uns der Verkauf über den Lebensmitteleinzelhandel in Corona-Zeiten den Arsch gerettet.  

Der Ausbau unserer Partnerschaft mit Alnatura bringt selbstverständlich noch weitere Vorteile mit sich: War Quartiermeister bislang im Regelfall den Menschen vorbehalten, die in einem sogenannten Quartier ansässig sind (Berlin, Dresden, Leipzig, München, Stuttgart, Wien und ein paar kleinere Städte), ist unser Bier nun für alle da. Naja, so richtig stimmt das auch nicht, aber die Chancen, Quartiermeister einkaufen zu können, sind exponentiell gestiegen, denn Alnatura ist in über 60 deutschen Städten aktiv.

Hier gelangt ihr zur Filial-Übersicht von Alnatura.

Übrigens: In allen Filialen innerhalb Bayerns und Baden-Württembergs findet ihr das Bio-Weizen, das Bio-Helle und das Bio-Pils in der Euroflasche und in allen anderen Bundesländern unser Bio-Pils, unser Bio-Alkoholfreies, das Bio-Rotbier und das Bio-Helle in der 0,5er NRW-Flasche.

Diese Aufteilung liegt darin begründet, dass wir Quartiermeister von zwei verschiedenen unabhängigen Brauereien produzieren lassen. Die Genossenschaftsbrauerei Gut Forsting liegt in der Nähe von München. Daher wandern alle Biere, die hier produziert werden, nach Bayern oder Baden-Württemberg. Die Stadtbrauerei Wittichenau versorgt alle übrigbleibenden Bundesländer.

Eine Drag Queen auf unserem Bier

23. Juni 2021 11:01

annika.bruemmer

Quartiermeister ist ein Bier- und Sozialunternehmen, das seine Leidenschaft für eine bunte, solidarische Gesellschaft in alle unternehmerischen Aktivitäten einbezieht.

Als Reaktion auf die Instrumentalisierung von Weiblichkeit und der Reproduktion von Stereotypen in der (Bier-)Werbung startete Quartiermeister 2017 die Quartiermeister*in-Kampagne. Fortan wurden alle Etiketten mit einem Gender-Sternchen versehen und 50% der Flaschen mit dem Gesicht einer fiktiven Dame geziert. Seitdem haben wir mehrere neue Bio-Biere auf den Markt und mit ihnen weitere Gesichter auf seine Etiketten gebracht. Es folgten inspirierende Persönlichkeiten aus dem realen Leben – mit Charakteren, die durch ihre Handlungen, Meinungen und Aktionen beeindrucken. Diese Personen setzen sich für die Werte ein, die auch Quartiermeister lebt: Eine offene, tolerante und diverse Welt, in der das Miteinander großgeschrieben wird und in der Sexismus, Rassismus, Hass, Ausgrenzung und Diskriminierung keinen Platz haben.

Mit dem Platz auf den Etiketten ehren wir Menschen für ihr herausragendes soziales Engagement. Nun hält mit dem neu erscheinenden Bio-Weizen das Gesicht von Drag Queen Susi Sendling Einzug in die Regale der Supermärkte.

 

Drag Queen Susi Sendling – wer ist das?

Susi Sendling ist eine Münchner Drag Queen, die 2017 zur seligen Münchner Maikönigin gewählt wurde. Susi engagiert sich ehrenamtlich im Sub e.V., einem schwulen Kommunikationszentrum in München, das u. a. Beratungen für schwule und bisexuelle Männer* sowie trans*Männer und deren Freund*innen und Angehörige in allen relevanten Themenfeldern anbietet. Neben der beratenden Tätigkeit ist der Sub e.V. ein Ort des Zusammenkommens. Es gibt eine Bar, in der Susi Sendling gemeinsam mit anderen Drag Queens im Rahmen des „Drink'n'Drag“ ehrenamtlich den Tresendienst schmeißt.

 

Warum Susi Sendling?

Der erste Kontakt zwischen Quartiermeister und Susi kam im letzten Jahr durch die Magic Bar Tour zustande. Die Magic Bar Tour ist eine Kneipen-Tour der queeren Münchner Community. Bereits beim ersten Kennenlernen war die Sympathie auf beiden Seiten geweckt. Susi hat uns nicht nur mit ihrem bunten und bodenständigen Wesen beeindruckt, sondern auch mit ihrer Herzlichkeit und ihrem Engagement für die Münchner LGBTQI+ Community.  Mit dem Platz auf dem Etikett des Bio-Weizens ehren wir Susis Einsatz und setzen ein weiteres Statement für eine offene, bunte und vielfältige Gesellschaft.

Denn noch immer erleben Lesben, Schwule, Bi, Trans*, lnter* und queere Menschen (kurz LGBTIQ*) Anfeindungen und Diskriminierung. Als Sozialunternehmen, das eine Haltung gegen Engstirnigkeit und Intoleranz postuliert und sich für Vielfalt, Diversität, Toleranz und ein buntes und gemeinschaftliches Miteinander stark macht, akzeptieren wir diesen gesellschaftlichen Missstand nicht. Wir fordern Toleranz, Akzeptanz und Respekt für gesellschaftliche Vielfalt! Wir begreifen den Menschen als vielschichtiges Wesen, welches nicht auf einzelne Merkmale wie Alter, Aussehen, Religionszugehörigkeit, Kaufkraft oder sexueller Orientierung reduziert werden darf.

Im Gespräch mit der Person hinter Drag Queen Susi Sendling

22. Juni 2021 09:52

gesa.hoch

Lasst die Kronkorken knallen, denn unser neues Bio-Weizen Bier da!  Und damit nicht genug. Mit dem neuen Bier haben wir ein weiteres Mitglied in der Etiketten-Familie aufnehmen dürfen. Um wen es sich handelt? Drag Queen Susi Sendling! Susi steht und lebt für eine bunte Gesellschaft, engagiert sich für die LGBTQ+ Community in München und passt zu uns wie Arsch auf Eimer! Wie aus ein paar Runden Schnaps eine fantastische Idee entsprang, eine Perücke niedergerissen wurde und zum Aufstieg verhalf und wer die Person ist, die unser neues Hefeweizen ziert, erfahrt ihr im Interview. Wir waren im Gespräch mit der Person, die sich allzu gerne in Drag Queen Susi Sendling verwandelt.


 

Hallo, für alle die dich noch nicht kennen, kannst du uns kurz erzählen, wer Susi Sendling ist?

Susi Sendling ist eine Münchner Drag Queen.
 

Wie ist die Idee zu Susi Sendling entstanden und wann war ihre Geburtsstunde?

Die Geburtsstunde von Susi war vor ungefähr sieben Jahren. Ich habe in dem Café eines Freundes ausgeholfen, vor dessen Tür die Wahl zur Maikönigin stattfand. Die Wahl ist eine alte Tradition, die bis in das Mittelalter zurück geht. Früher wurde das schönste Mädchen auserkoren und zur Königin des Mais erklärt. Heute ist es ein buntes, lebhaftes Straßenfest der LGBTQ+ Community, das zeigt, dass Schönheit viele Gesichter hat! Alle Drag Queen-Kandidatinnen bekommen die Chance, sich schräg und schrill und nach Herzenslust zu präsentieren, bevor die eigentliche Abstimmung losgeht. Dazu gibt es DJs, Live-Auftritte und Freibier.
Als ich damals das erste Mal dabei war, habe ich von dem eigentlichen Tumult nicht viel mitbekommen. Ich war ja im Café und habe Gläser eingesammelt und gespült. Irgendwann spät in der Nacht, nachdem das Fest längst vorbei war, kamen zwei Kellner auf mich zu und haben mir ein Diadem geschenkt. Sie meinten: „Hier für dich, die Königin der Herzen!“ Das war ein total kitschiges Ding und dann, nach der ein oder anderen Schnapsrunde, habe ich beschlossen, auch einmal an der Wahl zur Maikönigin teilzunehmen. Damit war die Idee zu Susi Sendling geboren.

 

Also im wahrsten Sinne des Wortes eine Schnapsidee! Wie ging es dann weiter?

Das war so: Als ich das erste Mal an der Wahl zur Maikönigin teilgenommen habe, wurde ich Dritte. Im darauffolgenden Jahr habe ich wieder teilgenommen und wurde wieder Dritte. Und im dritten Jahr habe ich mir dann gesagt: „Jetzt höre ich mit blond auf!“. Bis dahin hatte ich immer blonde Perücken getragen. Und dann kamen die für Susi typischen Haare, die ich heute immer noch trage und die inzwischen zu meinem Markenzeichen geworden sind. Eine unaufgeregte dunkle Perücke.

Mit neuer Frisur und anderer Haarfarbe bin ich dann 2017 zum dritten Mal angetreten. Ich stand also mal wieder auf der Bühne. Meine Füße haben geschmerzt in den hohen Schuhen. Ich habe bloß gedacht: “Lass es doch endlich vorbei sein! Ich werde einfach wieder Dritte und dann kann ich endlich aus den Schuhen schlüpfen.“ So stand ich da und hörte die Siegerehrung: „Die Dritte in diesem Jahr ist die Erste aus dem letzten Jahr.“ Da hatte ich einen Platz auf dem Treppchen innerlich schon abgeschrieben, weil der Dritte Platz – mein Platz – nun schon belegt war. Eine andere Kollegin wurde dann Zweite und dann sagte der Moderator: „So lange ist sie jetzt schon dabei und dieses Jahr hat sie es geschafft, Applaus für Susi Sendling!“ Und damit ging es so richtig los.

 

Was für ein Spannungsbogen. Großartig! Was folgte dann? Welche Privilegien oder auch Pflichten hat man als hoheitliche Maikönigin?

Mir war es wichtig, für die LGBTQ+ Community da zu sein. Sichtbarkeit und Repräsentanz zu zeigen. Auf verschiedenen Veranstaltungen, zum Beispiel beim CSD oder auf Straßenfesten. Ich wollte in der queeren Szene aktiv sein. Ich habe ehrenamtlich viel gemacht. Ich habe z.B. Thekendienste im Sub übernommen. Das Sub ist ein Kommunikations- und Kulturzentrum, das sich für die LGBTQ+ Szene engagiert. Neben dem Ort als Treffpunkt für die Community werden dort auch Männer*-Seminare angeboten und es gibt eine Beratungsstelle zur AIDS Hilfe. Das Sub ist ein Ort der Begegnung und des Austauschs.
Das habe ich aber alles freiwillig gemacht. Pflichten hat man als Maikönigin keine. Aber Privilegien gibt es. Als Preis bekommt man ein Dinner auf einer wunderschönen Dachterrasse, mit zwanzig seiner besten Freund*innen und Kolleginnen. Außerdem gibt es einen üppigen Gutschein von einem Sponsor. Ich bin auch oft von Fans und Freund*innen auf ein kleines Schnäpschen eingeladen worden. Das ist auch immer schön.

 

Wie groß ist denn die Münchner Drag Community und wenn uns nicht gerade eine weltweite Pandemie beherrscht, was treibt ihr dann so?

Eine genaue Zahl kann ich dir da gar nicht nennen, aber es sind schon einige. Und jede macht so ihr eigenes Ding. Einige treten in Discotheken auf. Ich bin immer gerne bei Drink & Drag dabei. Das ist auch eine Veranstaltung des Subs, die einmal im Monat stattfindet. Da stehe ich dann auch ehrenamtlich hinter der Theke mit anderen Drag Queens. Wir verbreiten Spaß und begeistern die Leute. Ab und an machen wir auch kleine Shows. Ich habe auch schon als Moderatorin gearbeitet. Das macht auch immer riesigen Spaß. Einmal saß ich in einer Jury von einem Talentwettbewerb, den eine Kollegin von mir ins Leben gerufen hat. Bei Veranstaltungen trete ich auf und singe Lieder und erfreue die Leute oder auch nicht (lacht). Man muss nicht everybody‘s Darling sein.

 

Hast du dich, neben den vielen guten Erfahrungen in der Öffentlichkeit, auch mit Herausforderungen konfrontiert gesehen?

Eigentlich habe ich die Zeit als Drag Queen als durchweg positiv wahrgenommen. Natürlich gabs aber auch hin und wieder negative Aspekte. Eine Sache war mir damals eine Lehre, die mich immer noch graust. Ich bin einmal nach einer Show mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause gefahren. Ich war schon kurz vor meiner Wohnungstür, da kam ein Typ und hat mir die Perücke runtergerissen, auf den Boden geschmissen und mir Beleidigungen hinterhergerufen. Das hat mich dann eine ganze Weile beschäftigt und war mir eine Lehre. Es mag sich traurig anhören, aber ich würde jetzt immer ein Taxi nehmen, bevor mir so etwas oder Schlimmeres nochmal passiert. Manche Leute haben es halt einfach immer noch nicht gecheckt, dass wir auch da sind und unsere Berechtigung haben.

Ansonsten habe ich viele positive Rückmeldungen erhalten, viele tolle Leute getroffen und nachhaltige Freundschaften geschlossen. So eine Freundschaft hält ja selbstverständlich viel länger als der Titel zur Maikönigin. Selbst meine Abwahl im Jahr 2018 war ein Highlight. Die Krone wurde an eine Kollegin übergeben, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Wir sind halt eine Familie.

 

Das ist schön, dass ihr euch so für- und miteinander freut. Wann hast du das erste Mal von Quartiermeister erfahren?

Das erste Mal von Quartiermeister habe ich über Benni gehört, der bei euch den Vertrieb in München macht. Benni ist durch die Magic-Bar-Tour auf mich aufmerksam geworden. Die Magic-Bar-Tour findet einmal im Jahr statt und richtet sich an die queere Szene, die gemeinsam durch die Münchner Gastro zieht. Im Vorfeld handeln wir Deals mit Gastronom*innen aus und fragen z.B. ob wir zwei Schnäpse zum Preis für einen bekommen. Darüber ist der Kontakt mit Benni entstanden, der uns mit Quartiermeister Bier versorgt hat.

 

Und wie fühlt es sich an, das Gesicht unseres Weizens zu sein?

Ich finde das grandios. Das ist so eine Ehre für mich. Euer Team und die ganze Idee zu Quartiermeister finde ich einfach großartig. Dass man mit Quartiermeister nicht nur leckeres Bier trinkt, sondern Teil einer Bewegung ist: Für eine diverse Gesellschaft, in der jede*r seinen*ihren Platz hat und für eine gerechtere Wirtschaft. Ich freue mich Teil dessen zu sein und auf alles, was kommt. Mit euch und mit Quartiermeister.

Das können wir natürlich nur zurückgeben.

 

 

Festival „Offenes Neukölln“ findet vom 4.-6. Juni statt

27. Mai 2021 08:58

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Vom 4. bis 6. Juni 2021 setzen Initiativen aus ganz Neukölln mit fast 100 Veranstaltungen ein klares Zeichen gegen rechte Gewalt und für Solidarität. Ob Ausstellungen oder Workshops, Lesungen oder Kiez-Rundgänge, Konzerte oder Gartenfeste: Mit dem Festival Offenes Neukölln (ONK) ist für jede*n etwas dabei!

 

 

In Neukölln mehren sich seit Jahren Angriffe auf Neuköllner*innen, die sich für Willkommenskultur und Diversität und gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung einsetzen. Sie müssen täglich mit der Angst leben, erneut Opfer rechter Gewalt zu werden und trotz vieler Hinweise auf die Täter*innen scheitern die Behörden an einer glaubwürdigen Aufklärung. Seit Mai 2016 wird Neukölln von einer rechtsextremen Anschlagsserie erschüttert, darunter zwölf Brandanschläge, zwanzig Übergriffe auf Privatwohnungen und die Schändung von 16 Stolpersteinen. Darüber hinaus haben in den letzten Jahren rechte Parteien auch in Neukölln erschreckend hohe Ergebnisse erzielt. Dem dadurch entstandenen Bild und dem immer wieder beschworenen Narrativ des "sozialen Brennpunkts Neukölln" tritt das ONK-Festival entschieden entgegen.

Das erste Festival „Offenes Neukölln“ haben wir 2017 gefeiert. Heute freuen wir uns, zum fünften Mal zu zeigen: Wir überlassen den Rechten weder die Straße noch das Netz. Neukölln ist und bleibt offen, solidarisch und bunt!

 

Das Festival wird organisiert vom Bündnis Neukölln, einem Zusammenschluss von Initiativen, Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Einzelpersonen, die sich für ein offenes und solidarisches Neukölln einsetzen. Mit Veranstaltungen und Protesten stellen wir uns gegen jede Form von Ausgrenzung und Rassismus.

Wegen der Corona-Pandemie finden viele Veranstaltungen online statt: Power of Color  senden z.B. eine Livefolge ihres Podcasts, die WerkStadt lädt zur Videodiskussion mit Künstler*innen ein und das QM Donaustraße-Nord begibt sich in einem Online-Stadtspaziergang auf die Spur der Menschenrechte in Nordneukölln.

Sofern es die Corona-Auflagen zulassen, wird es auch einige Offline-Events geben: u.a. Begegnungen von lateinamerikanischen und deutschen Dichter*innen von Casa Latinoamericana, eine Lesung mit Dr. Karamba Diaby und Hakan Demir der SPD Neukölln, eine Diskussion mit Lann Hornscheidt und Şeyda Kurt von poco.lit.

100% Tempelhofer Feld  ist auch dabei: Mit Tow - Wind- und Wassersport e.V. kann man* während des Festivals alles rund um's Skaten ausprobieren, HILFE-FÜR-JUNGS e.V. ist an allen drei Tagen mit Spielangeboten und Glücksrad dabei und berät, wie sich Jungen* vor sexualisierter Gewalt schützen können und Die Stadtteilmütter Neukölln laden am Freitagnachmittag zum Spielen und Lagerfeuer in die Kinderwelt am Feld.

Mehr Infos & das ganze Programm findet ihr hier.

*

Unterstützt wird das Festival von der Amadeu Antonio Stiftung. Medienpartnerin ist die taz und Enorm - Das Magazin für gesellschaftlichen Wandel.

Too Good To Go - Bierverkauf in Berlin

19. Mai 2021 15:39

erik.schiemann

Der lebensmittelrettende Deal zum Wochenende über Too Good To Go – Zum Wohle aller!
That´s right! Bei uns im Büro stehen Kisten über Kisten von unserem Radler - alle auf der Suche nach Menschen, die sich ihrer erbarmen und tun, was richtig ist – austrinken! 

Denn wegtrinken ist seliger als wegschmeißen – und alle Flaschen haben ihr Mindesthaltbarkeitsdatum nur um wenige Tage überschritten.
Beinahe jedes Produkt, vor allem Bier, verliert auch noch geraume Zeit nach Ablauf des MHDs nur wenig an ursprünglicher Qualität.
Doch im regulären Einzelhandel darf es nicht mehr verkauft werden. Dadurch werden Unmengen an guten Lebensmitteln verschwendet...

Hier kommt Too Good To Go ins Spiel! Über die App wird Ware verkauft, die das MHD gerade überschritten hat. Für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises (bei uns 1:3) können Kunden Lebensmittel, die nach wie vor gut sind, vor der Verschwendung retten.
Geil oder? Win Win!
Also reserviert euch über die App, was ihr zum Ende der Woche mit euren Freunden trinken wollt und kommt vorbei! Am Freitag dem 21.5. Zwischen 16 und 18 Uhr sind in unserem Büro in der Oranienstraße 183, 10999 Berlin Hof 3 Aufgang C alle Pforten geöffnet.
Einen Kasten gibt´s für n Zehner, ein Sixpack für 3€.
Prost!