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Votingrekord - Über 1000 Menschen geben ihre Stimme für die Nachbarschaft

3. April 2019 13:55

lisa.wiedemuth

Ihr habt entschieden, der Kiez dankt!

Was für eine nervenaufreibende Abstimmung! Die letzten Wochen war ganz und gar nicht klar, welche zwei Projekte die letzte Förderung aus dem Fördertopf von 2018 erhalten. Tagelang lieferten sich die Projekte ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Nun stehen die Gewinnerprojekte fest. Nach dem Bereinigen einiger generierter Stimmen kommen wir zu folgendem Ergebnis:

Platz 1 RadXHain - 575 Stimmen

Die lokale Interessenvertretung der Fahrradfahrer*innen bringt Unternehmen, Bezirk & Anwohner*innen zusammen, um gemeinsam Konzepte für eine fahrradfreundliche Stadt zu entwickeln & umzusetzen.

Platz 2 Pride Parade - 570 Stimmen

Das Bündnis bietet Menschen die als „behindert“ oder „verrückt“ pathologisiert und ausgegrenzt werden die Gelegenheit, ihr Selbstbewusstsein auf den Straßen Berlins zu zeigen. Die Pride Parade findet in diesem Jahr am 22. Juni 2019 statt.

Platz 3 Serve the City e.V. - 561 Stimmen

Der Verein möchte im Sommer ein Urban Dinner mit Anwohner*innen & Obdachlosen Menschen veranstalten. Gemeinsam soll an einer langen Tafel der Einsamkeit Einhalt geboten werden. Mehr Informationen zum Projekt findet ihr hier: http://servethecity.de/

Platz 4 Soulgarden - 520 Stimmen

Der interkulturelle Inselgarten in Schöneberg, soll als Begegnungsort zwischen Menschen mit und ohne Fluchterfahrung gelten. Gemeinsam wird gegärtnert, geerntet & gekocht. Weitere Informationen zum Projekt hier: https://soulgardenberlin.com/

Wir gratulieren den Gewinnerprojekten und sind stolz auf die Arbeit aller Engagierten. Dieses knappe Ergebnis zeigt, dass ihr alle unsere Förderung mehr als verdient habt! Wir hoffen, ihr konntet durch die Abstimmung viele Menschen auf euer Wirken aufmerksam machen und wünschen allen Beteiligten viel Erfolg bei zukünftigen Vorhaben!

Bunte Bastelrunde mit der nepia e.V.-Mädchengruppe

27. März 2019 13:17

julia.seibert

Pünktlich um 13:30 Uhr stehe ich vor der Konrad-Agahd-Schule in Berlin-Neukölln und warte auf Giang, die die Mädchen-AG des nepia e.V. zusammen mit Emma leitet. Die Beiden treffen sich wöchentlich mit Mädchen* zwischen 10 und 12 Jahren nach der Schule und machen alle möglichen Sachen gemeinsam. Manchmal wird einfach nur geredet und Musik gehört, aber auch Kochen, Basteln oder Schlittschuhlaufen steht öfters auf dem Programm.

Heute ist Streik, was für uns heißt: Wir wissen gar nicht, wie viele der Mädchen* überhaupt zur AG erscheinen werden, erklärt mir Giang auf dem Weg ins Klassenzimmer. Dort erwarten uns bereits Emma und Rafia. Rafia ist 10 Jahre alt und damit die Jüngste in der Gruppe. Sie erklärt mir direkt: „Wir machen heute Schleim!“. Ich habe keine Ahnung wie das funktionieren soll und werde direkt in die Kunst des Schleimmachens eingeführt. Während wir uns unterhalten ist Giang schon wieder auf Achse: Es gibt nicht genug Kleber, der muss besorgt werden! Schließlich kommen die restlichen Mädels* an und wir bauen zuerst mal das Klassenzimmer um. Am Gruppentisch kann man sich besser unterhalten und kennenlernen.

Die Mädchen* wussten schon vorab, dass jemand von Quartiermeister heute hier sein wird. Was sich hinter Quartiermeister verbirgt, wissen sie nicht. Aber kein Problem - nach einer kurzen Vorstellungsrunde weiß jeder über jeden Bescheid und Giang ist auch mit dem fehlenden Klebstoff zurück.

Heute startet die AG anders als sonst. Gestern haben sich alle AG-Leiter*innen des nepia e.V. getroffen. Die Mädchen*-AG ist nämlich nicht die Einzige, zusätzlich gibt es auch Fußball-, Bastel- und viele andere AG‘s an zwei verschiedenen Schulen. Resultat des Treffens war das Einführen eines neuen Rituals: Ab jetzt dürfen alle nach der Begrüßung erzählen, wie es ihnen gerade geht und was sie so beschäftigt.

„Wie oft fragt uns jemand, wie wir uns fühlen? Eigentlich nie!“ stellt Emma klar heraus. Es ist wichtig in entspannter Runde über Probleme aber auch über alles Schöne was passiert zu sprechen.

Georgina erzählt uns zum Beispiel von ihrer gestrigen Geburtstagsparty, auf der auch einige der anwesenden Mädchen* waren. Generell scheinen Geburtstage ein großes Thema zu sein. Auch Céline erzählt stolz, dass sie in 23 Tagen bereits 12 Jahre alt wird.

Dann kommt es zum eigentlichen Hauptteil des heutigen Treffens: Wir machen Schleim. Die Mädels* erklären Giang, Emma und mir, wie es am besten funktioniert, denn sie haben das schon etliche Male gemacht. Es kommt nur auf das richtige Verhältnis aus Klebstoff, Rasierschaum und Kontaktlinsenflüssigkeit an. Wobei auch noch exotischere „Rezepte“ ausgetauscht werden. Der Trick, so Rasan, sind Peel-Off-Masken.

Zum Schluss wird gemeinsam aufgeräumt uns es gibt eine Abschlussrunde. Alle Mädchen* fanden das Schleimmachen super, das einzige was nicht so schön war: Es hat nicht ganz so funktioniert, wie vorgestellt. Aber das ist schnell vergessen, als Emma erklärt, dass in zwei Wochen gemeinsam gekocht werden soll!

Nach 90 Minuten endet das Treffen. Ein paar Mädchen* bleiben noch, um mit Emma und Giang allein zu sprechen. Die Mädchen*-AG soll nämlich vor allem einen Ort des Vertrauens darstellen und so werden auch manchmal die ein oder anderen Konflikte unter den Mädchen im Nachgang diskutiert.

Für solche Aktionen braucht es vor allem auch engagierte Menschen, die die AG’s in den Grundschulen leiten. Was in den Treffen nach der Schule gemacht wird, kommt hier komplett auf die Ideen und Fähigkeiten der freiwilligen Leiter*innen an. Du möchtest dich ebenfalls engagieren? Dann melde dich einfach unter kontakt@nepia-berlin.de!

Einmal in die Staaten nach Neukölln und zurück...

26. März 2019 09:09

None

Als Delia und ich die kleine Bar Das KAPiTAL am Karl-Marx-Platz im Herzen von Neukölln betreten, lächelt uns Ismael von hinter der Bar entspannt an. Ismael kümmert sich um die Bar und die Kunstprojekte, die hier fast täglich stattfinden. Als wir uns von Quartiermeister zu erkennen geben ist die Freude groß. Mit Leidenschaft, die regelrecht ansteckend ist, erzählen er und Rike uns (die sich gleich zu uns gesellt hat) von ihrem Verein und dem Salon Kapital. 

„Das KAPiTAL ist  nicht nur Bar, sondern mehrmals wöchentlich ein Salon, der Dialog mit Künstler*innen steht im Vordergrund” Da passt es eben dass man dies gemütlich auch mit einem Bierchen in geselliger Atmosphäre machen kann. Hier werden nicht nur Kunstwerke betrachtet, man setzt sich gemeinsam mit den Künstler*innen und ihren Werken auseinander. Im Dialog soll so ein tieferes Verständnis für das Wirken der Künstler*innen geschaffen werden. Das benötigt natürlich eine entsprechende Umgebung und Technik, denn die Künstler*innen kommen aus der ganzen Welt und sind ab und an sogar mit Live Schaltung via Skype dazugeschaltet, wenn die Werke mit dem Beamer an die Wand geworfen werden. So richtig verstehen wir das erst, als wir den kleinen Raum hinter dem Tresen betreten. Ein langer Tisch steht mittig im Raum und der Beamer wirft die ersten Bilder an die Wand. Links und Rechts sind die Wände mit alten Fenster verkleidet, was den kleinen Raum offen und einladend wirken lässt. Später erzählt uns Ismael, dass er die Fenster während der Renovierung des Hauses gegenüber abstauben konnte.

Etwa 10 Leute sitzen am Tisch und hören sich die Erläuterungen des Künstlers an, der live aus Amerika zugeschaltet ist. So setzen Delia und ich uns mit dazu und lauschen den Ausführungen. Irgendwie aufregend die Bilder zu sehen und gleichzeitig den Erörterungen des Künstlers zu folgen.

Die Gelegenheit, sich dem Publikum zu stellen und Rede und Antwort zu stehen, hat man nicht oft als Künstler, erzählt uns Rike.

Von der Förderung konnte der Verein die Technik im Raum erneuern, das Büro einrichten und endlich auch einen Drucker und die Materialien organisieren, die man braucht, um nicht nur die Künstlergespräche sondern auch andere Veranstaltungen zu organisieren. Dazu zählte im letzten Jahr z.B. eine große Ausstellung im “Schaufenster” in Kreuzberg sowie eine Auktion, bei der in der benachbarten Bar Arcaoda 60 Kunstwerke von Künstler*innen versteigert wurden, die schon einmal ein Künstlergespräch im KAPiTAL gemacht hatten.  Viel Arbeit, aber die strahlenden Augen der beiden, wenn Sie davon erzählen lässt Delia und mich wissen, hier wird Leidenschaft für die Sache großgeschrieben.  Le Salon ist ein Space für Kreativität, Kunst und Kultur, der unser Berlin so lebenswert macht.

Ein toller Abend, wir kommen wieder!

 

Kein Platz zum Schlafen?

21. März 2019 11:02

None

Für viele der aus Deutschland kommenden oder schon lange hier lebenden Menschen kaum vorstellbar: Die offene Frage nach der eigenen Unterkunft für heute Abend! Doch für 3. – 10.000 Menschen in Berlin ist das Tag für Tag (harte) Lebensrealität. Die Zahl der Wohnungslosen in Berlin liegt mit bis zu 25.000 noch weit darüber.

Das von uns gefördertes Projekt „Schlafplatzorga“ nimmt sich dieser Problematik an!

Die „Schlafplatzorga“, welche sich im Oktober 2014 im Rahmen der Räumung der GHS-Schule in der Ohlauerstraße gegründet hat, nimmt sich diesem Problem an, konzentriert sich aber speziell auf Migrant*innen und Geflüchtete. Ihrer Meinung nach wird diese Personengruppe auf dem Wohnungsmarkt strukturell verstärkt benachteiligt bzw. so gut wie ganz ausgeschlossen.

Die Initiative vermittelt in mehrmals wöchentlich stattfindenden Sprechstunden obdachlose Berliner*innen, Migrant*innen und Geflüchtete an private Schlafplätze und falls nötig an die Berliner Kältehilfe. Das Ziel ist einerseits, Menschen kurzfristig einen sicheren Schlafplatz zu ermöglichen, andererseits mit den Betroffenen zusammen langfristig Wege aus der Obdachlosigkeit zu finden. Zudem möchte die Initiative Verbindungen zwischen hilfsbereiten, solidarischen Berliner*innen und Geflüchteten in prekären Situationen herstellen, wobei sie im Vermittlungsprozess versuchen, den Bedürfnissen beider Seiten gerecht zu werden.

Einmal monatlich veranstaltet die Schlafplatzorga zudem eine Küche für Alle (Küfa). In ersten Linie um Kontakte zu knüpfen und neue Menschen kennenzulernen & gleichzeitig um bspw. Spenden für Fahrkarten zum Schlafplatz zu sammeln. Diesen Monat, genauer gesagt am 6. Februar, waren auch wir vor Ort! Generell findet die Küfa jeden ersten Mittwoch im Monat statt und jede*r ist dort willkommen. Ob zufällige*r Barbesucher*in oder Wohnungslose*r, gekocht wird immer für ca. 100 Personen und wer früh genug da ist, bekommt was 😊 (http://www.b-lage.de/events/eating-for-sleeping-mit-schlafplatzorga?cst=2019-03-06+19%3A30%3A00+UTC).

Gleich nach dem wir in der B-Lage ankamen, warfen wir natürlich zuallererst einen Blick in die Küche. Dort blickten uns gut gelaunte, aber auch sehr beschäftigte Menschen entgegen. Um nicht weiter im Weg herumzustehen, suchten wir lieber das Gespräch mit Frambo und Nelly, zwei Menschen, die sich mit vollem Elan für das Projekt engagieren.

Nelly ist schon von Anfang an dabei und möchte mit der Initiative Menschen zusammenbringen und unterstützen, aber auch politisch beeinflussen. Deshalb studiert sie mittlerweile sogar Jura und nicht mehr Politikwissenschaften. Besonders stolz ist sie über die Vermittlung einer Frau, welche mit ihrem frisch geborenen Kind in einer Massenunterkunft leben sollte und dank der „Schlafplatzorga“ eine friedliche Unterkunft mit ausreichend Privatsphäre für sich und ihr Kind finden konnte.

Frambo ist seit 1 ½ Jahren dabei. Er schätzt besonders die Möglichkeit, ganz locker beim Kochen neue Menschen kennenzulernen und gleichzeitig bei der Zubereitung der kostenfreien Mahlzeit zu helfen.

Gegen 19:30 geht’s schließlich los und bis dahin hat sich auch schon eine ordentliche Schlange gebildet. Auch wir verköstigen das frisch zubereitete Mahl, welches zum Teil sogar aus geretteten Lebensmitteln besteht. Wir finden, die Köch*innen haben sich spürbar Mühe gegeben: Erstaunlich scharf, gerade richtig meiner Meinung nach und definitiv sättigend.

Wer sich selbst davon überzeugen und die Schlafplatzorga unterstützen möchte, kann einfach selbst zur nächsten Küfa vorbeikommen.

Ihr seid im Urlaub, kurz- oder längerfristig unterwegs und wollt was Gutes tun? Dann stellt euer Bett oder eure WG-Couch der Schlafplatzorga zur Verfügung & meldet euch bei schlafplatzorga@gmail.com.

 

Status Q - Folge 2 - Zwischen passieren und professionalisieren

18. März 2019 14:07

lisa.wiedemuth

Unsere Rezepte auf Wanderschaft

Ein regional gebrautes Bier für einen regionalen Geschmack – das war bisher unser einstimmiges Credo. Warum allerdings nicht auch mal über den eigenen Flaschenrand hinaussehen? Das Helle gehört in die Berliner Kneipenszene, wie das Herbe ins bayrische Hopfenland.

Unsere Biere wollen wir bisher nicht mehr als 300km von A nach B transportieren. Damit setzt das Regionalitätsprinzip unserem Sozialunternehmen eine gehörige Grenze. Das Interesse von Großhändlern ist dagegen deutschlandweit gewachsen. Dort ist die Verfügbarkeit einer sozialen Bieralternative im Sortiment unserer Meinung nach genauso wichtig, wie im Kiez um die Ecke.

Unser bisheriger Kompromiss? Ab Mitte März wird es unser fruchtig-herbes Bio-Pils aus dem Osten in München geben, gebraut & abgefüllt vor Ort in unserer Partnerschaftsbrauerei Gut Forsting. Am liebsten würden wir die Rezeptreise auch umgekehrt mit unserem kaltgehopften Bio-Hellen aus dem Süden in Richtung Berlin antreten.

Warum es bisher noch nicht dazu gekommen ist? Zu einem Hellen gehört die dicke Euroflasche, das Erkennungsmerkmal im Regal. Die Abfüllanlage unserer Brauerei im Osten ist bisher aber nicht auf diese Euroflaschen eingestellt. Wir klopfen gerade verschiedene Möglichkeiten ab, wie wir damit umgehen werden. Würdet ihr ein Bio-Helles trinken, das statt in der Oberlausitz, dann möglicherweise doch in Bayern gebraut wurde?

Unsere Flaschen im Aufbruch

Apropos Flaschen… die Entscheidung unsere Produktpalette in anderen Regionen zu erweitern, ließ uns auf ein Problem stoßen, das schon immer da war, aber unaufgeregt auf der langen Bank lag: Der Look unserer Flaschen. Farbgebung, Hintergrund, Claims – ohne Marketingagentur haben wir zu jedem Produkt in kürzester Zeit & mit einem basisdemokratischen Prozess Etiketten entwickelt, die nicht nur Nerven & Zeit gekostet haben, sondern mittlerweile im Gesamtkontext tatsächlich auseinanderfallen. Die letzten Wochen haben wir uns nicht gescheut, nochmals stundenlang vor unseren Flaschen zu hocken und gemeinsam eine Lösung für einen einheitlichen Quartiermeisterauftritt zu finden. Wir haben uns dabei auf einen schwarzen Hintergrund geeinigt, mit den unterschiedlichen Sortenfarben in den Q’s. Der neue Claim „Zum Wohle aller!“ wird nicht nur als Schriftzug erscheinen, sondern zukünftig gesellschaftliche Diversität in Form verschiedener Konterfeis auf der Flasche bedeuten. Den Start dafür setzt unser neues Naturradler, für den ein ganz besonders langer Begleiter von Quartiermeister Model stand. Sind nicht alle Engagierten der Nachbarschaft Quartiermeister*innen? Wen würdet ihr gern auf der Flasche sehen?

Unser (fast) bedingungsloses Grundeinkommen für Projekte

Mindestens genauso spannend und anstrengend wie die CI-Diskussion war unsere Jahreshauptversammlung im Verein im Febraur. Dort wurde die Verteilung der Fördersumme von 45.000€ im neuen Jahr mit 25 Ehrenamtlichen beschlossen. Neben unserer regulären Projektförderung ruft Quartiermeister e.V. in diesem Jahr zum ersten Mal das (fast) bedingungslose Grundeinkommen dotiert mit 9.000€ für Projekte in Berlin & Umland aus. Neben der kleinteiligen Projektförderung möchte Quartiermeister es einem besonders förderwürdigen Projekt ermöglichen, sich über neun Monate zu professionalisieren & weiterzuentwickeln.

Warum wir das tun? Weil wir glauben, dass aus kleinen Ideen große Dinge entstehen können, wenn dafür einfache & unbürokratische Fördermaßnahmen existieren. Unser Stipendium ist ein Experiment. Wir werden das geförderte Projekt über das Jahr begleiten und evaluieren, inwieweit eine derartige, langfristige Förderung sinnhaft ist. Mehr Informationen zur Projektförderung findet ihr hier.

Unsere PPPPPP..s

Auch unser eigenes Jahr gliedert sich nun endlich in Projekte und deren Pläne. Das hat lange gedauert. Daneben nutzen wir PPP als professionelles Management-Mitarbeiter*innentool. PPP steht für „Projects, Plans, Problems“. Jeden Montag schauen wir gemeinsam auf die Woche und hangeln uns an den drei P’s ab. Damit möchten wir dem bisherigen Quartiermeister Prinzip „Es passiert (einfach)!“ etwas entgegensetzen. Mittlerweile wünschen wir uns, dass die Dinge zu einem Zeitpunkt passieren, auf den wir alle vorbereitet sind, weil das Arbeitspensum steigt. Das verlangt Prozessmanagement und darin werden wir gerade richtig gut. Dabei haben wir nicht das Gefühl zu einer bewegungslosen, um sich selbst kreisenden Prozessmaschine zu werden. Ganz im Gegenteil: Die letzten Monate haben uns gezeigt, Unvorhergesehenes ist und bleibt unvorhersehbar, aber eine gute Portion PPPPPP…s machen aus einem Problem einen „Professionellen -Passier-Prozess“. Ihr habt Lust diesen Prozess weiter zu begleiten? Dann tragt euch in unseren Newsletter sein & werdet Teil der Quartiermeistercommunity.

Die erste Förderung 2019 ist durch!

16. Februar 2019 13:37

julia.seibert

Unsere Vorsätze für 2019? Mehr Stimmen für tolle Projekte!

Ihr habt euch augenscheinlich genau das gleiche gedacht und zum neuen Jahr heftig auf die Abstimm-Buttons gedrückt. Wer die Fördersumme bekommt war bis zum Schluss nicht ganz klar, aber nun können wir euch die ersten beiden geförderten Projekte 2019 vorstellen:

- Zero Waste Label (249 Stimmen)

- Rat für zukunftsweisende Entwicklung (261 Stimmen)

Wir sind gespannt auf die Umsetzung der Projektziele und freuen uns, euch diese bald auch hier auf unserem Blog zu zeigen.

Allerdings können immer nur zwei Projekte die Fördersumme erhalten, nicht gereicht hat es für diese beiden Projekte:

- Berliner Kältehilfe (227 Stimmen)

- We roll Berlin (201 Stimmen)

Wir hoffen, ihr findet andere Wege und Unterstützung um eure Vision in die Tat umzusetzen! 

 

 

Kochlöffel trifft auf Mischpult: Suppe&Mucke e.V.

30. Januar 2019 15:56

julia.seibert

Statt dem altbekannten Einheitsbrei bietet Suppe&Mucke e.V ein buntes Allerlei, in der Küche und im Publikum. Das gleichnamige Straßenfest findet an verschiedenen Orten in Friedrichshain statt. Während sich soziale, kulturelle und politische Vereine und Initiativen um das kulinarische Programm in Form von bunten Suppenkreationen kümmern, wird man als Besucher in Diskussionsrunden, Workshops oder auf dem Kinderfest aktiv mit eingebunden. Jeder darf mitmachen, basisdemokratisch und weitestgehend hierarchiefrei.

Am 16. Juni 2018 waren wir schließlich auch vor Ort und haben auf dem Straßenfest in der Helsingforserstraße live miterlebt, was mit unserer Förderung möglich werden kann. So verschieden wie die Suppenrezepte der Initiativen und Vereine sind auch diese selbst. Umwelt- und Tierschutzaktivist*innen, Kollektive und sogar Fußballer*innen boten ausreichend Gelegenheit, zum Probieren der köstlichen Suppen und Austausch mit den Menschen hinter dem Kochtopf. Mit vollem Magen haben wir schließlich interessante Diskussionen auf der Politbühne verfolgt und gegen Abend auch noch das Tanzbein schwingen dürfen.

Ein solches Fest kann allerdings nur mit den notwendigen verwaltungstechnischen Vorherkehrungen realisiert werden. Ausschanklizenz, Antragskosten und die Bestellung der BSR wurden von unserer Fördersumme abgedeckt. Für unabhängige Straßenfeste stellt dieser bürokratische Aufwand oftmals einen nicht zu unterschätzenden Faktor in der Veranstaltungsplanung dar, welcher Dank eurer Stimmen für die Leute von Suppe&Mucke e.V. dieses Mal schnell abgehakt werden konnte!

Mit dem neuen Jahr 2019 möchten unsere Freund*innen vom Suppe&Mucke e.V. räumlich und inhaltlich neues Terrain erkunden. Ein neuer Bezirk mit anderen Möglichkeiten soll andere Akteur*innen anlocken und auch thematisch werden neue Schwerpunkte gesetzt.

Wir sind gespannt auf die weiteren Entwicklungen! Falls ihr das nächste Suppenfestival selbst mitgestalten möchtet, seid ihr immer dienstags beim wöchentlichen Plenum auf dem RAW-Gelände dazu eingeladen, vorbeizukommen und zu bleiben.

Status Q - Folge 1 - Der Wille zu gutem Wachstum

21. Dezember 2018 10:16

lisa.wiedemuth

Plötzlich ist das Büro fast leer. Als sich das dritte Quartal im September dem Ende zuneigt, atmen wir einmal kurz durch und verreisen unsere angestauten Urlaubstage. Es wurde Zeit nach diesem nervenaufreibenden Sommer: Crowdfunding, Sonderförderung, ein komplett neues Vertriebsteam & die Planung zweier neuer Produkte. Haben wir uns zu viel vorgenommen? Kriegen wir etwa den Hals nicht voll? Warum nicht mal eine Runde aussetzen, statt einen nach dem anderen zu heben? In unserer neuen Reihe Status Q veröffentlichen wir nun zusätzlich zu unseren Transparenzzahlen die neusten Entwicklungen von Quartiermeister und freuen uns darauf, mit euch über unsere Schritte & Entscheidungen zu diskutieren.

 

Es war einmal Zukunftsmusik

Ist euch aufgefallen, wer plötzlich alles über Zukunft diskutiert? Ganze Konferenzen & Magazine werden damit gefüllt. Während Stiftungen und Bündnisse wie Futurzwei, #Unteilbar und SEND e.V. mobil machen, schiebt das Innenministerium die (aussichtslose) Zukunft von Geflüchteten in ihr Heimatland ab. Bewegungen für eine offene Gesellschaft beginnen sich zu vernetzen und verlangen nach einer gemeinsamen Stimme. Zukunft geht uns plötzlich alle etwas an, wohl deswegen wird sie zum sinnhaftesten, gemeinsamen Nenner. Zukunftsmusik gibt es nicht mehr, wir sind schon längst am Komponieren. Nachhaltigkeit & soziale Verantwortung erleben einen Aufschwung und werden Mainstream wie die Grünen. Ja, auch Quartiermeister will Mainstream werden. Denn wie groß ist unser gesellschaftlicher Impact, wenn wir weiterhin in der Berliner Blase verweilen? Sollten nicht alle von unserem Konzept profitieren? Wie sieht es aus mit den ländlichen Räumen? Wie können wir das Engagement unserer Projekte auch längerfristig unterstützen? Das sind unsere Gedanken über die Zukunft von Quartiermeister.

 

Regionalfördertöpfe – „Act local, drink global.”

Über diese und weitere Fragen zerbrachen sich Verein & Geschäftsführung von QM auf unserem Retreat im Projektraum Drahnsdorf im Oktober den Kopf. Wachsen ja, aber wie? Je größer wir werden, desto schwieriger können wir dem lokalen Aspekt gerecht werden. Warum? Weil Städte wie Berlin, Dresden und München enorme Summen zusammentrinken, kleinere Städte es aber schwerer haben, über eine Fördersumme von 500€ hinauszukommen. Sollen diese deswegen ausgeschlossen werden? Ist der hohe Arbeitsaufwand für eine Förderrunde von 500€ gerechtfertigt? Der Verein spricht sich klar aus: Maximal 20% der Fördersumme darf für die Organisation der Förderung verwendet werden. Alles darüber hinaus gefährdet unser Förderprinzip. Aus diesem Grund überlegen wir derzeit, ob wir im kommenden Jahr Regionaltöpfe entwickeln, auf die sich mehrere Städte gemeinsam bewerben könnten. Somit ist für uns nicht ausschlaggebend, woher ein Projekt kommt, sondern wie hoch wir dessen Impact auf die Nachbarschaft einschätzen. Die Ausschüttung der Förderung könnte also möglicherweise zum Teil vom lokalen Bierkonsum entkoppelt werden. Das vereinfacht das Förderkonzept, verkürzt die Arbeit und gibt auch abgelegenen Regionen die Chance von unserer Förderung zu profitieren. Das wappnet uns auch für die Zukunft, wenn es Quartiermeister verstärkt in vielen kleinen Städten & Orten gibt. Große Städte blieben im Falle der Umsetzung von diesem Konzept unberührt, sie würden maximal einen geringen Teil zum Regionaltopf beisteuern.

 

Immernoch #AmPilsderZeit

Unser Wachstum wollten wir in diesem Jahr auch mit der Crowdfunding-Kampagne decken. Über 30.000€ konnten wir dank eurer Unterstützung über startnext sammeln, mit 40% davon können wir nun arbeiten. Einen Großteil des Versands haben wir hinter uns gebracht. Allerdings sind auch wir im Laufe der letzten Monate über viele Fehlerteufel gestolpert, die unseren Versand zum Teil arg nach hinten verzögert haben. Letzte Woche durften wir die erste Abfüllung unseres Alkoholfreien probieren. Leider waren wir nach der gemeinsamen Herstellung in Zusammenarbeit mit der Brauerei & dem Forschungsinstitut nicht zufrieden mit dem Ergebnis und haben uns entschlossen, einen zweiten Versuch zu wagen, um mit einem besseren Produkt an den Start zu gehen. Dass die erste Abfüllung verbesserungswürdig ist, ist nicht ungewöhnlich, insbesondere weil der Brauprozess unseres Alkoholfreien ein neues Verfahren nutzt und um einiges komplizierter und anspruchsvoller ist, als der eines alkoholhaltigen Bieres. Das haben wir in unserer zeitlichen Planung zugegebenermaßen sehr unterschätzt.

Es wäre theoretisch kein Problem, das Alkoholfreie direkt im Anschluss noch einmal zu brauen. Das dauert in der Regel um die zwei Wochen. Allerdings wird in unserer Brauerei von Januar bis März 2019 das Sudhaus vollständig modernisiert. Das ist an sich eine erfreuliche Nachricht, da so die Qualität unserer Biere noch verbessert wird. Das bedeutet jedoch auch, dass wir in diesem Zeitraum keine Biere brauen können.

Uns tut diese bisher unvorhergesehene Entwicklung sehr leid. Als Start für das Naturradler wird nun April 2019 angegangen und das Alkoholfreie wird zum frühen Sommer gelauncht. Bis dahin feilen wir noch ein wenig an der Rezeptur & sind der Überzeugung, dass das modernisierte Sudhaus zu einem besseren Ergebnis führt. Was lange gärt, wird ewig gut, oder?

An alle Selbstabholer*innen auch nochmal der Aufruf: Gern im Laufe der nächsten Monate eure Kisten abholen! Bisher haben sich ganze vier Mutige in unser Hauptquartier getraut. Wir beißen nicht, sind nur manchmal etwas zerstreut (in alle Berliner Winde, deswegen vorher gern nochmal anrufen.)

 

Neue Stellenausschreibungen - München & Berlin suchen Verstärkung

Wieviel Prozent unserer Lebenszeit verbringen wir auf Arbeit? Genug um uns Gedanken zu machen, wie sinnvoll & erfüllend unsere Tätigkeit ist und wer von dem Ganzen profitiert! Bei Quartiermeister arbeiten wir aus einer gemeinsamen Überzeugung heraus, zum Wohle der Gemeinschaft! Das motiviert nicht nur enorm, sondern bereitet auch extrem viel Vergnügen! Dein derzeitiger Arbeitsplatz macht dich nicht glücklich, aber du hast Expertise in Vertrieb oder Marketing? Dann wechsel auf die gute Seite der Macht! Bis Ende Dezember könnt ihr euch auf eine Vollzeit-Vertriebsstelle in München, sowie eine*n Senior Marketing Manager*in in Berlin bewerben. Hier geht's zu den Ausschreibungen!

 

Für Vollzeit keine Zeit?

Seit 2017 ist die 36-Stunden-Woche unsere Vollzeitinterpretation, auch wenn es an der ein oder anderen Stelle mal mehr wird und wir am liebsten noch mehr reduzieren würden. Zeit ist heutzutage unser kostbarster Luxus. Für die Zukunft bleibt da manchmal nicht mehr so viel übrig und plötzlich gesellschaftlicher Wandel & soziales Unternehmertum ganz schön an Fahrt auf. Aber wir halten das Steuer und starten frisch und erholt in neue Jahr! Du willst mit Quartiermeister den Weg dahin gemeinsam bestreiten, aber für Vollzeit fehlt dir die Puste? Engagiere dich ehrenamtlich in unserem Verein, hilf uns bei Events, Kampagnen und der Projektförderungen! In der Zukunft von Quartiermeister haben alle Platz…und auch mehr Zeit zum Planen…! Hier findest du mehr Info's zum Verein!

 

Launch unseres Alkoholfreien verschiebt sich

18. Dezember 2018 18:06

lisa.wiedemuth

Bedauerlicherweise können wir den ursprünglich anvisierten Termin der Veröffentlichung unseres alkoholfreien Bieres im Dezember nicht einhalten. Wir nutzen ein neues, innovatives und sehr anspruchsvolles Verfahren zur Herstellung der Hefe. Unser erster Produktionsversuch entspricht nicht vollends unseren Qualitätsansprüchen, weswegen wir uns dagegen entschieden haben, in diesem Jahr noch den Markteintritt zu bestreiten. Dadurch verzögert sich ebenfalls der Versand einiger Bierpakete aus der Crowdfundingkampagne. Wir hoffen auf euer Verständnis und erklären euch hier noch einmal die genauen Hintergründe.

 

Letzte Woche durften wir die erste Abfüllung unseres Alkoholfreien probieren. Leider waren wir nicht zufrieden mit dem ersten Ergebnis und haben uns entschlossen, einen zweiten Versuch zu wagen, um mit einem besseren Produkt an den Start zu gehen. Dass die erste Abfüllung verbesserungswürdig ist, ist nicht ungewöhnlich, insbesondere weil der Brauprozess unseres Alkoholfreien ein neues Verfahren nutzt und um einiges komplizierter und anspruchsvoller ist, als der eines alkoholhaltigen Bieres. Das haben wir in unserer zeitlichen Planung zugegebenermaßen unterschätzt.

Es wäre theoretisch kein Problem, das Alkoholfreie direkt im Anschluss noch einmal zu brauen. Das dauert in der Regel um die zwei Wochen. Allerdings wird in unserer Brauerei von Januar bis März 2019 das Sudhaus vollständig modernisiert. Das ist an sich eine erfreuliche Nachricht, da so die Qualität unserer Biere noch verbessert wird. Das bedeutet jedoch auch, dass wir in diesem Zeitraum keine Biere brauen können. Unsere Brauerei ist nun damit beschäftigt, unsere bestehenden Produkte für die nächsten Monate zu brauen, damit es nicht zu Engpässen kommt. Es besteht dabei keine Möglichkeit, das neue Produkt unterzubringen.

Uns tut diese bisher unvorhergesehene Entwicklung sehr leid. Die Modernisierung der Brauerei wurde uns im Vorfeld kommuniziert, der komplette Produktionsstopp in dieser Zeit ist aber erst seit vorletzter Woche Realität. Als Start für das Naturradler wird nun April 2019 angegangen und das Alkoholfreie wird zum frühen Sommer gelauncht. Bis dahin feilen wir noch ein wenig an der Rezeptur & sind der Überzeugung, dass das modernisierte Sudhaus zu einem besseren Ergebnis führt.

Wollt ihr bis dahin nicht auf eure Pakete warten, bieten wir euch an, eure Pakete mit anderen, schon bestehenden Sorten zu ersetzen. Meldet euch dazu einfach unter: info@quartiermeister.org

Vielen Dank für euer Verständnis!

Zusammen Erleben, Teilen und Unterstützen

8. Dezember 2018 11:12

julia.seibert

In Dresden wurde fleißig abgestimmt und die Gewinner der zweiten Förderung stehen fest! Das Ergebnis ist bunt gemischt. Gemeinsame Erlebnisse, gemeinsames Teilen und Unterstützung für Geflüchtete. Ihr habt euch für alles zusammen entschieden! Ganz nach dem Motto: die Mischung machts und Dank euch können sich nun vier Projekte mit jeweils 500€ weiter für ein bunteres, gemeinschaftlicheres Nachbarschaftsbild in Dresden einsetzen.

Freuen dürfen sich:

  • Support Convoy
  • (P)Sei Pate
  • Leihladen Dresden
  • Climbing for All

Nicht gereicht hat es dieses Mal für:

  • MalJam Jumble
  • Jane’s Walk
  • Young Blue Geocachers

Dennoch hoffen wir, dass ihr durch unsere Förderung eure Reichweite und Netzwerke ausweiten konntet und wünschen euch weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung eurer Visionen!

In Dresden wurde fleißig abgestimmt und die Gewinner der zweiten Förderung stehen fest! Das Ergebnis ist bunt gemischt. Gemeinsame Erlebnisse, gemeinsames Teilen und Unterstützung für Geflüchtete. Ihr habt euch für alles zusammen entschieden! Ganz nach dem Motto: die Mischung machts und Dank euch können sich nun vier Projekte mit jeweils 500€ weiter für ein bunteres, gemeinschaftlicheres Nachbarschaftsbild in Dresden einsetzen.

Freuen dürfen sich:

Nicht gereicht hat es dieses Mal für:

  • MalJam Jumble (66 Stimmen)
  • Jane’s Walk (70 Stimmen)
  • Young Blue Geocachers (66 Stimmen)

Dennoch hoffen wir, dass ihr durch unsere Förderung eure Reichweite und Netzwerke ausweiten konntet und wünschen euch weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung eurer Visionen!