Neuigkeiten

654 Stimmen zum Wohle aller in München

26. September 2022 09:41

lisa.wiedemuth

Ein durchweg knappes Rennen - Die letzten drei Wochen wurde fleißig für die Onlineabstimmung in München mobilisiert und wir sind froh, diese schwere Entscheidung nicht selbst getroffen zu haben, denn wir finden: Jedes einzelne Projekt hat unseren Support mehr als verdient. Hier veröffentlichen wir das genaue Abstimmungsergebnis und gratulieren den beiden Projekten mit den meisten Stimmen zu jeweils 1.000 € Förderung.

Platz 1 - Community Kitchen (230 Stimmen)

Das Projekt Community Kitchen München führt Umweltbildungsprojekte für Schüler*innen zum Thema Lebensmittelverschwendung durch. Die Kinder und Jugendlichen werden für die Problematik sensibilisiert und lernen selbst, wirksam zu werden. Die Förderung von Quartiermeister finanziert nun die passenden Workshopmaterialien dazu.

Platz 2 - Kidsime - ein Projekt der Diakonie Hasenbergl (183 Stimmen)

Zur Stärkung der Resilienz von Familien mit psychisch erkrankten Elternteilen bietet die Diakonie Hasenbergl "Kidstime-Workshops" an. Dort treffen sich Familien, um miteinander eine positive Zeit zu verbringen, Erfahrungen auszutauschen und Erklärungshilfen zu bekommen. Die Förderung soll in Arbeitsmaterialien und Verpflegung fließen.

Für die beiden Projekte "Gemeinsam gegen einsam" (154 Stimmen) und "Gemeinsam lieben lernen" (87 Stimmen) hat es diesmal leider nicht gereicht. Ihr könnt diese Projekte jedoch mit eurer Zeit unterstützen. Wie ihr ehrenamtlich für den guten Zweck aktiv werden könnt, erfahrt ihr auf hier (Gemeinsam gegen einsam) und hier (Gemeinsam lieben lernen). Wir freuen uns, euch in den nächsten Wochen genauer über das Engagement der beiden Gewinnerprojekte zu berichten!

Foto: Alina Wolf

Kein Projekt geht leer aus - Das Ergebnis der Onlineabstimmung in Berlin

23. August 2022 08:18

lisa.wiedemuth

Endlich wieder voten! Und dann mit so tollen und inspirierenden Projekten. Wir sind richtig geflasht von soviel wirksamen Engagement und auch ganz schön dankbar, dass ihr uns die schwere Entscheidung mit euren Stimmen abgenommen habt. Über 450 Menschen haben an unserem dreiwöchigen Onlinevoting teilgenommen und entschieden, welche Projekte aus unserem Bierverkauf profitieren. Hier verkünden wir das Ergebnis und eine frohe Botschaft:

 

Auf Platz 1 landet das Projekt 3D-Drucker für die kleinen Programmierer (267 Stimmen)

 

Die Kinder einer offenen, kostenfreien Computer AG dokumentieren seit einiger Zeit den Fennpfuhlpark, seine Bäume und Skulpturen für Anwohner*innen und Schulklassen aus Lichtenberg. Die Idee ist es nun, gemeinschaftlich einen 3D-Drucker kennenzulernen und mit ihm Schilder inkl. QR-Code für digitale Rundgänge herzustellen. Während die Kinder im Projekt neue Fähigkeiten und Fertigkeiten erlernen, setzen sich die Anwohner*innen aktiv mit ihrer Umgebung, sowie Aspekten des Umweltschutzes auseinander.

 

Auf Platz 2 landet das Projekt Barrieren brechen der Break Isolation Group (221 Stimmen)

 

Der International Woman Space aus Kreuzberg möchte ein Retreat- und Workshopwochenende für geflüchtete Mütter aus Erstaufnahmelagern organisieren. Die Mütter werden dort gemäß des Mottos Self-Empowerment  ihre Erfahrungen austauschen, praktische Lösungen teilen und in Videos für die Öffentlichkeit zusammenfassen. Ziel ist es, über die verborgenen Hürden von Elternschaft im deutschen Asylsystem aufzuklären und die Isolation von (alleinerziehenden) Müttern innerhalb und außerhalb des deutschen Asylsystems zu brechen.

Beide Projekte erhalten jeweils 2.000 € freie Spende für ihre Arbeit. Aber damit nicht genug! Aufgrund der großzügigen Spendenbereitschaft der Landkörbler*innen im Stay Social Club, konnten wir unsere Fördersumme kurzfristig mit externen Mitteln aufstocken. Deswegen gehen Platz 3 und 4 nicht leer aus, sondern erhalten ebenso eine kleine Spende in Höhe von 500 €, die sie frei für ihr Projekt verwenden können.

 

Ganz knapp auf Platz 3 landet das Projekt Mucke im Kiez der Regenbogenfabrik (218 Stimmen)

 

Die Regenbogenfabrik - ein Urgestein der soziokulturellen Szene in Kreuzberg - möchte ihr Angebot für Jugendliche im Kiez erweitern. Geplant ist eine fünftägige, kostenlose Musik-Workshopreihe zwischen November und Januar, in der die jungen Menschen zwischen 16 und 26 Jahren technisch-musikalisches Know-How, sowie die Grundlagen der Veranstaltungsplanung erlernen. Am Ende steht die eigene, öffentliche Veranstaltung, zu der Besucher*innen herzlich eingeladen werden. Die Förderung soll in die Deckung von Personal- und Sachkosten (u.a. Miete und Transport) fließen.

 

Auf Platz 4 landet das Projekt Boxing for Youth (207 Stimmen)

 

Die Initiative Hope Project besteht aus jungen multikulturellen Berliner*innen, deren Herz für Neuköllner Kinder und Jugendliche schlägt. Während der Sommerferien möchte das Projekt kostenfreie Boxworkshops für Jugendliche in Neukölln bzw. Gropiusstadt anbieten. Dabei soll nicht nur im Freien trainiert werden. Geplant sind ebenso Besuche bekannter Box-Studios um mit Profiboxer*innen zusammen zu trainieren und von ihnen zu lernen. Unsere Förderung soll in die Finanzierung der Ausflüge, in Equipment und Workshophonorar fließen.

In den kommenden Wochen werden wir unsere geförderten Projekte besuchen und über die Verwendung unserer Fördergelder berichten. Bis dahin danken wir euch für das fleißige Voten und stoßen "Zum Wohle aller" mit euch an!

Volle Pulle Förderung - In diesen Städten könnt ihr euch ab sofort bewerben

7. April 2022 14:31

lisa.wiedemuth

Juhuuu! Nach zwei Jahren eingeschränktem Förderbetrieb können wir 2022 endlich wieder richtig durchstarten. Die Pandemie hat unsere Prinzipien zwar gehörig durcheinander gewirbelt, doch wir haben aus der Krise gelernt und unser Förderkonzept auf ein nachhaltiges Fundament gestellt. Deswegen können wir euch nun freudig verkünden, dass wir ab August 2022 wieder volle Pulle jeden Monat soziale Projekte fördern können. Hier geben wir euch einen Überblick, wann ihr euch wo bewerben könnt und welche Beweggründe hinter unserem aktuellen Fördermodell (10% unserer Roherlöse statt 10 Cent/Liter) stehen.

Monate der digitalen Zusammenarbeit scheinen kaum Spuren hinterlassen zu haben, ganz im Gegenteil. Allein in den ersten drei Monaten meldeten sich so viele freiwillige Quartiermeister*innen bei uns, wie sonst das ganze Jahr. Sie und alle anderen Ehrenamtlichen des Quartiermeister e.V.’s entscheiden, was mit den Erlösen eures Konsums geschieht. So auch auf unserer überregionalen Jahreshauptversammlung am 19. März. Dreißig anwesende Mitglieder (noch ein Rekord!) diskutierten und beschlossen dort, welche Fördertöpfe in diesem Jahr mit wieviel Geld befüllt werden. Dabei wurde einmal mehr klar: Wir stehen gehörig in den Startlöchern und können es kaum erwarten, endlich wieder Projekte zu fördern. Der Vereinsbeschluss sieht vor, ab August jeden Monat bis zum Ende des Jahres in einer anderen Stadt zu fördern. Das klingt nach Aufbruch und Bambule, auf die man anstoßen kann!

Flashback: Bereits im April 2020 mussten wir aufgrund der Pandemie und den damit verbundenen Umsatzeinbußen unseren regelmäßigen Förderbetrieb einstellen. Daraufhin versuchten wir immer wieder, zur Normalität zurückzukehren. Wir förderten vereinzelt in neuen und alten Quartieren, besaßen jedoch kaum finanziellen Spielraum, um dort anzuknüpfen, wo wir 2020 aufgehört hatten. Die Krise führte uns vor Augen, dass unser Förderversprechen von 10 Cent pro Liter auf Dauer nicht nachhaltig ist. Deswegen suchten wir ein neues Förderkonzept, das es der GmbH erlaubt, selbst kostendeckend zu wirtschaften, ohne in Existenznot zu geraten. Denn Quartiermeister hat bisher nie nennenswerte Gewinne am Ende eines Jahres erwirtschaftet, aber trotzdem kontinuierlich gefördert. Die Schwächen dieser “knapp gestrickten” Finanzierung wurden während Corona besonders deutlich. Unser neues Förderkonzept sollte diesen Umstand vermeiden, aber ebenso unserem Prinzip gerecht bleiben, mit jeder einzelnen Flasche Gutes zu tun. Ganz schön verzwickt!

Auf welchen Zahlen das neue Fördermodell basiert

Die 10 Cent pro Liter konnten diesen beiden Ansprüchen nicht mehr gerecht werden. Die Bemessungsgrundlage für den nachhaltigen Restart unserer Förderung beruht nun deswegen auf tatsächlich eingenommen IST-Zahlen, auf den sogenannten Roherlösen. 10% der Roherlöse – also im Prinzip 10% von dem, was wir an einem Liter Quartiermeister verdienen – fließen in die Umsetzung unserer Förderung. Die restlichen 90% braucht die GmbH, um ihre Kosten für Personal, Büro etc. zu decken. Im Gegensatz zu anderen Sozialunternehmen haben wir uns bewusst gegen die Ausschüttung des Gewinns entschieden, da dieser über das Jahr von allen Ausgaben gesenkt wird. Unser Impact ist somit weiterhin fest an jedes einzelne Produkt, an jede verkaufte Flasche und jedes verzapfte Fass gekoppelt. Das Versprechen bleibt: Je mehr Quartiermeister getrunken wird, desto mehr fördern wir (siehe Grafik)!

Warum die Stiftung uns dabei hilft, nachhaltig zu fördern

Einige von euch haben vielleicht mitbekommen, dass wir ebenso eine Stiftung gegründet haben. Mit einer festen Koordinationsstelle werden dort das in den letzten Jahren stark gewachsene Netzwerk aus Ehrenamtlichen sowie die Fördermittelausschüttung unterstützt. Das heißt zwar einerseits, dass die Kosten zur Umsetzung der Förderung steigen, weil der Verein nach zehn Jahren erstmalig eine Person dafür einstellt. Gleichzeitig wird der Förderprozess damit professionalisiert und das Ehrenamt überregional entlastet. Die Mitglieder können sich also voll und ganz darauf konzentrieren, was ihnen am meisten Spaß macht. Und Spaß darf ja bekanntlich nicht zu kurz kommen im sozialen Engagement zum Wohle aller.

Wo wir in diesem Jahr fördern werden

Auf der Jahreshauptversammlung wurde gemeinsam entschieden, dass wir im August die Förderung wieder aufnehmen. Warum so spät? Weil wir zu diesem Zeitpunkt genügend Geld aus den Roherlösen der GmbH zusammengesammelt haben, um regelmäßig und ohne Pausen fördern zu können. 8.000 € stehen dabei dem Quartier Berlin zur Verfügung. 2000 € gehen jeweils nach München, Dresden und Leipzig. Im Herbst wird dann entschieden, wie die Fördergelder in den ersten drei Monaten des neuen Jahres 2023 verwendet werden. Dabei werden dann die Quartiere berücksichtigt, die in diesem Jahr leider (noch) nicht auf der Agenda stehen. In der folgenden Tabelle erhaltet ihr einen Überblick über alle beschlossenen Summen und Bewerbungsfristen.

 

Ihr kennt soziale Projekte, die Lust auf niedrigschwelligen Support haben oder möchtet selbst von Quartiermeister gefördert werden? Ab sofort ist es möglich, sich einfach und online auf unsere Förderung in den jeweiligen Städten zu bewerben! Hier findet ihr weitere Infos zu den Förderkriterien- und modalitäten. Wir freuen uns auf eure fantastischen Ideen für eine vielfältige und solidarische Nachbarschaft zum Wohle aller!

Köln im Votingfieber - Das Ergebnis der ersten Projektförderung

1. März 2022 10:21

lisa.wiedemuth

Es fällt schwer, in Anbetracht der aktuellen Bilder und Entwicklungen, frohe Botschaften zu verkünden. Trotzdem möchten wir euch die folgende schöne Nachricht nicht vorenthalten und verkünden hiermit das Ergebnis der ersten Onlineabstimmung in Köln. Wir sind begeistert, wieviele von euch aktiv mitentschieden haben, welche Projekte in Köln von eurem Konsum profitieren. Insgesamt haben in den letzten Wochen über 700 Menschen am Voting teilgenommen. Uns wurde von verschiedenen Seiten immer wieder zugetragen, welch interessante und starke Vorauswahl wir getroffen haben. Wir sind uns sicher: Alle Projekte haben unsere Förderung verdient und wir werden uns ganz sicher nicht das letzte Mal über den Weg gelaufen sein! Wir wünschen allen Engagierten weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Vorhaben und stoßen solidarisch mit einem Prost "zum Wohle aller" an! Jeweils 1.000 € Förderung gehen an:

1. Straßenwächter e.V. (575 Stimmen)
2. Hinsundkunzt (521 Stimmen)

Für die Projekte Bäume gießen in Köln (197 Stimmen) und minhagalera (147 Stimmen) hat es diesmal leider nicht gereicht. Wir freuen uns jedoch, mit euch in Kontakt zu bleiben. Vielleicht stoßen wir ja bei der nächsten Gießaktion oder Ausstellungseröffnung mit einem Bier zum Wohle aller an.

Die neue Quartiermeister Stiftung gUG - Ein kleiner Teaser

28. Dezember 2021 15:19

lenny.bonk

Wer in den letzten Monaten unsere Blogbeiträge und Presseartikel aufmerksam verfolgt hat, mag an der ein oder anderen Stelle auf die stille aber umso verheißungsvollere Gründung der neuen Quartiermeister Stiftung gUG gestoßen sein. Seit Mai existiert sie auf dem Papier und gilt fortan als Inhaberin der Marke Quartiermeister. Der Zweck unseres Sozialunternehmens ist durch diese dritte, erstmalig gemeinnützige Entität personenungebunden gesichert und damit quasi unveräußerbar. Seit November wird die Gründung der Stiftung durch eine Koordinationsstelle und die Begleitung eines startsocial-Stipendiums peu a peu mit Leben gefüllt. Anfang 2022 soll es dann ganz offiziell losgehen. Hier gewähren wir euch einen klitzekleinen Teaser zum Jahresende. Woran wird gerade im Hintergrund gearbeitet und warum ist die Stiftung für eine nachhaltige Zukunft von Quartiermeister unerlässlich?

Bisher bestand das Sozialunternehmen Quartiermeister aus einer GmbH und einem Verein. Die GmbH verkauft das Bier. Der ehrenamtliche Verein entscheidet über die Mittelvergabe der erwirtschafteten Erlöse. Diese partizipative und historisch gewachsene Doppelstruktur beruht auf einem gegenseitigen, jahrelang gewachsenen Vertrauen. Der ehrenamliche Verein vertraut der GmbH, dass sie die erwirtschafteten Fördergelder wie versprochen zur Verfügung stellt. Die GmbH vertraut dem Verein, dass dieser jederzeit verantwortungsvoll und wirksam mit diesen Geldern umgeht. In den letzten Jahren hat sich die GmbH rasant entwickelt und ist vor der Pandemie jährlich rund 20-30% gewachsen. Damit ist ebenso die Fördersumme, die damit verbundene Verantwortung und der Arbeitsaufwand zur Verteilung der Fördergelder gestiegen. Gleichzeitig lagen die Markenrechte von Quartiermeister nach wie vor beim ursprünglichen Gründer Sebastian Jacob. Dieser wünschte sich für die Übertragung der Markenrechte ebenso wie die Geschäftsführung der GmbH ein Modell, das den zentralen, sozialen Gedanken von Quartiermeister für die Zukunft schützt und für gemeinnützige Zwecke sichert. Sprich, dass eine Übernahme oder Veräußerung des wachsenden und damit immer wertvoller werdenden Sozialunternehmens zugunsten profitorientierter Eigeninteressen unmöglich gemacht wird.

Sebastian Jacob (Gründer von Quartiermeister) und die beiden Geschäftsführer David Griedelbach und Peter Eckert bei der Eintragung der neuen Quartiermeister Stiftung gUG im Mai 2021

Die letzten drei Jahre wurde immer wieder gemeinsam getüftelt, welches Organisationsmodell diesem Anspruch gerecht werden könnte. Wie kann die soziale Vision von Quartiermeister nachhaltig geschützt und dem Wachstum entsprechend professionalisiert werden? 2020 fiel die Entscheidung schließlich auf die Organisationsform einer gemeinnützigen Unternehmer*innengesellschaft (gUG), die die Markenrechte von Quartiermeister fortan besitzt und sie zugleich mit gemeinnützigen Zwecken in ihrer Satzung verknüpft.

Was bedeutet das konkret?

Die Quartiermeister GmbH darf weiterhin mit der Marke Quartiermeister wirtschaften. Durch einen sogenannten Markenlizenzvertrag ist sie nun allerdings verpflichtet, quartalsweise feste Markenlizenzgebühren an die Stiftung abzuführen. Diese Gebühren richten sich je nach den tatsächlichen Erträgen, die Quartiermeister in den letzten drei Monaten erwirtschaftet hat. Stellt euch vor, ihr würdet gern ein T-Shirt mit dem Logo einer bekannten Marke bedrucken. In der Regel müsstet ihr zuvor mit dieser Marke eine Vereinbarung zur Nutzung des Logos treffen. In einem Markenlizenzvertrag wird dann festgelegt, wieviel Geld ihr (bspw. pro verkauftem T-Shirt) an die Marke abführen musst, damit ihr berechtigt seid, dieses Logo zu verwenden. Dieses Geld enspricht im Falle von Quartiermeister dann exakt der erwirtschafteten Fördersumme.

Warum ist das ein Fortschritt zur bisherigen Förderweise?

Dieses Modell ermöglicht erstmals eine vertraglich festgeschriebene, statt wie bisher eine versprochene Förderung. Das gegenseitige Vertrauen zwischen GmbH und Verein erhält damit ein permanentes, personenungebundenes und verbindliches Dach. Dieses Dach legt Regeln der Zusammenarbeit und der Förderung fest. Zugleich kann durch die gemeinnützigen Zwecke der Quartiermeister Stiftung gUG kein Mensch mehr privat vom Verkauf von Quartiermeister profitieren. So wie wir es alle aus der bekannten Exit-Kultur bei Start-Ups kennen. Darüber hinaus wird die zunehmend komplexer werdende Koordination der Förderung dem ehrenamtlichen Verein abgenommen und über die Stiftung verwaltet. Der Verein besitzt jedoch weiterhin die Entscheidungsgewalt über die Verwendung der Fördersummen. Er agiert weiterhin als Parlament oder Kuratorium der Förderung. In der Stiftung ist er über seinen fünfköpfigen Vorstand im Beirat vertreten.

Was wird die Stiftung sonst noch können?

Als Dach von Quartiermeister wird die Stiftung künftig nicht nur die Marke sichern und die Förderung verwalten. Perspektivisch soll sie durch ihre Koordinationsstelle ebenso verstärkt gesellschaftspolitische Akzente setzen, zusätzliche Fundraisingpartner*innen gewinnen und sich in der deutschen Förderlandschaft als relevanter Akteur zur Förderung zivilgesellschaftlicher Initiativen etablieren. Gestaltet wird diese Organisationsentwicklung von Lisa, die seit nunmehr sieben Jahren die Förderung von Quartiermeister begleitet und in diesem Jahr recht passend ihren Master in Management sozialen Wandels abgeschlossen hat. Wir sind genauso gespannt wie ihr, was sich in den nächsten Monaten tut und legen derzeit die strukturellen Weichen (Anpassung Finanzströme, Arbeitsprozesse und Entscheidungswege). In diesem kurzen Teaser lassen wir bewusst noch viele Fragen offen. Freut euch mit uns auf die Updates zur Stiftung und zum neuen Fördermodell, die wir alsbald in verdaulichen Häppchen nach außen kommunizieren.

Die dienstälteste Quartiermeisterin Lisa wechselt zur neuen Quartiermeister Stiftung © Paul Glaser

Jahresrückblick - So hat der Quartiermeister e.V. 2021 gewirkt

27. Dezember 2021 10:09

lisa.wiedemuth

Fördern während einer Pandemie - gar nicht so einfach! Auch wir als Quartiermeister e.V. haben die Auswirkungen und langfristigen Folgen der Lockdowns und des sinkenden Bierverkaufs im Jahr 2021 zu spüren bekommen. Trotzdem haben wir versucht, mit den wenigen Mitteln, die uns zur Verfügung standen, den bestmöglichen Impact zu erzeugen. Zugleich überprüften wir unsere bisherige Arbeit und unser Fördermodell auf die notwendige, nachhaltige Standhaftigkeit (in der Krise) und setzten dafür auf unserem gemeinsamen Retreat im Herbst wichtige Grundsteine. Mit der Gründung unserer neuen, gemeinnützigen Quartiermeister Stiftung gUG, der Etablierung einer festen Koordinationsstelle, sowie einem angepassten Fördermodell werden wir im kommenden Jahr mit Schwung und Fundament in die Zukunft starten. Unsere zwei Coaches Helmut und Filip, finanziert über unser gewonnenes Startsocial-Stipendium, begleiten uns bei dieser Organisationsentwicklung in den nächsten Monaten.

Ziel ist es, den offenen und partizipativen Charakter unserer Förderung trotz stark gewachsener Strukturen und Koordinationskosten zu erhalten. Denn mittlerweile engagieren sich über 100 Vereinsmitglieder in insgesamt 10 Quartieren bottom-up für die Verteilung der Fördergelder von Quartiermeister. Dieses lebendige und überregionale Netzwerk allein über unseren ehrenamtlichen Vorstand zusammenzuhalten, ist kaum noch möglich.

Unsere Quartiere

Wir möchten die Potenziale unserer ehrenamtlichen Mitglieder, sowie ihren Austausch untereinander fördern. Denn genau diese Möglichkeit zur Mitwirkung macht die Idee von Quartiermeister so einzigartig. Quartiermeister ist das einzige Sozialunternehmen in Deutschland, das nicht selbst, sondern die Zivilgesellschaft entscheiden lässt, was mit den wirtschaftlichen Erlösen vor Ort geschieht.

Unsere Vereinsmitglieder

Auch wenn wir in diesem krisengeschüttelten Jahr nur insgesamt 21.300 € Fördergeld gemeinsam verwalten und verteilen konnten: Wir sind uns sicher, dass die Fördersummen im kommenden Jahr wieder steigen werden. Zudem bemühen wir uns um zusätzliche Einnahmequellen. 2021 konnten wir beispielsweise über die Fördergelder der GmbH hinaus Spenden aus dem Jubiläums-Bier-Menü von Thomas Tyrell, sowie Spenden des stay-social-Clubs, einer Aktion von Landkorb für unsere Mission nutzen. Außerdem ist es neuerdings auch möglich, privat für die Arbeit und den Ausbau der gemeinnützigen Quartiermeister Stiftung gUG zu spenden.

Die bereitgestellten Fördergelder 2021

In unserer bisherigen Arbeit lag der Anteil unserer Verwaltungskosten zur Umsetzung und Koordination der Förderung bei maximal 20%. Zwischen den Jahren 2012 bis 2018 lag dieser Anteil gar bei 0%. Die diesjährige, prozentuale Erhöhung unserer Koordinationskosten liegt einerseits an den gesunkenen Fördergeldern, die uns insgesamt zur Verfügung standen, sowie an der Entscheidung ab November 2021 eine Teilzeitstelle zu schaffen. Längerfristiges Ziel wird es sein, die Koordinationskosten anteilig wieder zu senken, sodass wir wieder mehr Fördergeld direkt in Projekte weiterleiten können.

Die Verwendung der Fördergelder 2021

Eine Übersicht zu den bisher konkret geförderten Projekten und ihrer Arbeit in den jeweiligen Regionen findet ihr hier. Eine Förderung im neuen Quartier Köln ist aktuell noch ausgeschrieben. Projekte vor Ort können sich bis zum 15. Januar 2022 über unser Onlineformular bewerben. In den ersten Monaten des kommenden Jahres werden wir transparent über die Umstellung unseres Fördermodells, die gegründete Stiftung und ihre Kooperation mit dem Quartiermeister e.V. berichten. Falls ihr bis dahin Fragen zu unserer bisherigen Arbeit in den letzten zwei pandemiebedingten Jahren habt, oder selbst die Reise von Quartiermeister mitgestalten wollt meldet euch bei mitmachen@quartiermeister.org

Was zum Hopfen...?!

21. Dezember 2021 09:36

annika.bruemmer

Wir haben bei der letzten Produktion unseres Bio-Alkoholfreien (MHD-Chargen 15.08 & 16.08.2022) eine veränderte Hopfen-Gabe ausprobiert. Ziel war es – ähnlich wie bei unserem Bio-Hellen – eine bessere Aroma-Ausbeute in der Kalthopfung zu erreichen.


In der Verkostung unserer Proben ist uns nun aufgefallen, dass die veränderte Hopfen-Gabe das harzige Aroma des Hopfens stärker als gewünscht betont. Dadurch sind Säure und Bitterkeit in dieser Charge stärker ausgeprägt. Diese Effekte sind völlig harmlos und haben keine Auswirkungen auf die Qualität und den Alkoholgehalt unseres Bieres. Lediglich der subjektive Geschmack kann davon beeinflusst sein. Mit der folgenden Produktions-Charge haben wir die Hopfen-Gabe abgeändert, um den gewohnten Geschmack unseres Bio-Alkoholfreien wieder herzustellen.
Hast du eine Flasche der außergewöhnlichen Charge erwischt? Wie hast du die Geschmacksveränderung wahrgenommen? Melde dich gerne bei uns, falls du Fragen dazu hast unter info@quartiermeister.org

Das Weihnachtsfest von Wunschbäumchen e.V.

15. Dezember 2021 11:13

lenny.bonk

Wunschbäumchen e.V. plante in diesem Jahr ein Weihnachtsfest für bedürftige Familien mit Kindern, das am 28. November auf dem Spielplatz in der Mahlower Straße in Neukölln stattfand. Unter anderem durch unsere Förderung konnte das Fest realisiert werden – das mussten wir uns anschauen!

Ein Bild, das Kuchen, Geburtstag, drinnen, ausgestaltet enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

„Schön, dass du da bist“ – unter diesem Motto sollte jedes Kind ein wenig Wärme im Herzen spüren dürfen, was sich vor Ort durch strahlende Augen und ein breites Grinsen in den Kindergesichtern deutlich zeigte. Leider hat nicht jede Familie genug finanzielle Mittel zur Verfügung, um den eigenen Kindern ein großes Weihnachtsfest zu ermöglichen und persönliche Wünsche zu erfüllen. Genau hier setzt Wunschbäumchen an und organisiert ein Fest mit schönen Momenten und zauberhaften Geschenken für alle.

Um 13 Uhr ging es los. Von Anfang an waren viele Familien vor Ort - ein richtiges Highlight für die Nachbarschaft. Es gab acht Spiel- und Nasch-Stationen, die für jedes Kind gegen einen Coupon die unterschiedlichsten Dinge bereithielten. Außerdem begeisterten der Schneemann Olaf, der sich mit den Kindern vor die Linse stellte und einen Auftritt von Eiskönigin Elsa. Durch die Förderung von Quartiermeister wurden finanzielle Löcher des Events gefüllt. So konnte jedes Kind reichlich beschenkt werden!

Ein Bild, das Baum, draußen, Person, Sport enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Auch Ehrengäste waren vor Ort: Martin Hikel, Bezirksbürgermeister von Neukölln, brachte Malbücher, Buntstifte und Neukölln-Teddys mit. Die Kommunalpolitikerinnen  Gabriela Gebhardt sowie Cordula Klein erkundeten ebenso gemeinsam das Weihnachtsfest. Die Finanzierung des Zuckerwattestandes wurde kurzerhand von Falko Liecke, Bezirksstadtrat für Soziales, übernommen.

Auf die Frage, warum Quartiermeister der richtige Förderpartner für Wunschbäumchen ist, antwortete Dany, Gründerin des Vereins: „Anfangs waren wir ein wenig skeptisch, ob Bier mit Projekten für Kinder vereinbar ist. Aber ich finde es einfach mega, dass ihr – obwohl Bier etwas Kommerzielles ist – trotzdem für soziale Sachen einsteht. Es imponiert mir immer, wenn Unternehmen auch ein Herz für Soziales haben und nicht nur an Profit denken.“

Unterstützung kann der Verein jedoch nicht nur durch höhere Fördersummen gebrauchen. Jede*r Einzelne kann etwas beitragen – egal ob durch Sachspenden für die einzelnen Projekte, Geldspenden  via betterplace.org oder  Aufmerksamkeit durch Social Media. Zusätzlich zum Weihnachtsprojekt gibt es zum Beispiel auch das Schultütenprojekt, mit einem ähnlichen Ansatz. Es wird also auch nach Weihnachten definitiv weitergehen!

Wir haben jedoch nicht nur geschaut, was der Verein auf die Beine gestellt hat und wie glücklich die Familien waren – da vier Helfer*innen ausgefallen sind, haben wir kurzerhand mit angepackt und den Ausschank von Kaffee, Tee und Kakao übernommen, echte Quartiermeister*innen eben. Zum Abschluss wurde dann noch mit einem Bio-Alkoholfreien angestoßen. Was für ein schönes Fest!