Neuigkeiten

Neues Selbsthilfecafé in der Regenbogenfabrik

3. Februar 2020 15:32

nele.ilic

Wir haben Neuigkeiten von unseren Freund*innen aus der Regenbogenfabrik, deren Selbsthilfewerkstätten für Holz und Fahrrad wir 2018 gefördert haben und bei denen wir selbst schon mehrmals unsere gemütlichen Kick-Off Events veranstalten durften. 

Leider mussten sie aus finanziellen Gründen am 01.02.2020 den Betrieb des Regenbogencafés einstellen. Das ist sehr schade, denn der Kiez verliert damit ein tolles Nachbarschaftscafé. 

Aber das Regenbogenfabrik-Kollektiv schaut nach vorne: Abgelöst wird das Nachbarschaftscafé durch ein Selbsthilfecafé, das abends und tagsüber für eure Kulturveranstaltungen, Versammlungen, Infoveranstaltungen, Workshops, Partys, Mitgliederversammlungen und Arbeitsgruppen genutzt werden kann. Workshops sind für bis zu 16 Leute möglich, Partys für bis zu 35. 

Für das Selbsthilfe-Café stehen der Raum, das Inventar und die Getränke der Regenbogenfabrik zur Verfügung. Alle Nutzer*innen leisten eine Kostenbeitrag, der nach „solidarischen“ und „wirtschaftlichen“ Verhältnissen individuell vereinbart wird.
Die Einnahmen durch den Getränkeverkauf gehen an die Regenbogenfabrik und sind somit Teil der Kostenbeteiligung. 

Ihr sucht noch nach einem Ort für eure nächste Veranstaltung und wollt dabei ein starkes Kreuzberger Kollektiv unterstützen? Dann schickt eure Anfrage an cafe@regenbogenfabrik.de. Eure Wünsche könnt ihr dann individuell und persönlich besprechen. 

Wir wünschen dem Kollektiv alles Gute und hoffen, dass das Selbsthilfecafé gut anläuft! 

Der International Women* Space hilft geflüchteten Frauen aus der Isolation

3. Februar 2020 11:29

nele.ilic

 

Mit dem ersten Quartiermeister-Stipendium fördern wir neun Monate lang den feministischen und antirassistischen Frauen*verein International Women* Space (IWS). Zwischen September 2019 und Mai 2020 erhält der Verein monatlich 1000€, wovon 20% in Weiterbildungsmaßnahmen fließen. Hauptziel der IWS-Arbeit ist, die Geschichten von Migrantinnen und geflüchteten Frauen zu erzählen. Ihre Lebensrealitäten und politischen Kämpfe sollen dokumentiert und so für mehr Menschen sichtbar und verständlicher werden.

 

Innerhalb des IWS hat sich eine Gruppe zur „Break Isolation Group“ zusammengeschlossen. Im Oktober 2019 starteten sie mit den Break Isolation Mobilization Tours. In deren Rahmen besuchen sie Erstaufnahmezentren und Unterkünfte, um sich mit geflüchteten Frauen zu vernetzen, sich auszutauschen und ihnen so aus der Isolation zu helfen, mit der sich viele der Bewohnerinnen konfrontiert sehen.

 

Das erste Ziel war die Flüchtlingsunterkunft in Hennigsdorf in der Nähe von Berlin. Doris Messa leitete die Aktion im Oktober 2019. Sie selbst war 2016 in Hennigsdorf untergebracht als sie nach Deutschland flüchtete und kennt das Gefühl der Isolation nur allzu gut. Auch sie erfuhr vor Ort zwei gewaltvolle Abschiebungsversuche. Doch Doris leistete Widerstand und konnte sich gegen die Abschiebung wehren. Spurlos an ihr vorbeigegangen sind diese Erlebnisse aber nicht. Ihre Wut und die traumatischen Verletzungen wandelt sie in Energie um – in Energie, anderen Frauen zu helfen, die heute in vergleichbaren Situationen leben. Mut und Optimismus will sie zu ihnen tragen und sie zum Zusammenhalt inspirieren.

 

Die nächste Station war im November das Erstaufnahmezentrum in Eisenhüttenstadt. Es ist die erste Anlaufstelle für alle Geflüchteten, die nach Brandenburg kommen.

Bei beiden Besuchen luden Doris und ihre Kolleginnen Frauen dazu ein, in einer Gruppe von 15-20 Teilnehmerinnen offen über ihre Probleme zu reden. Schnell entwickeln sich intensive Gespräche, die Frauen finden Lösungen und Wege, einander zu helfen. Sie sind aus Kamerun, Kenia, Tansania, Somalia, Togo, Ghana und Nigeria geflohen. In ihrer schweren Lage kann der Austausch mit Frauen ähnlicher Erfahrung aus der Isolation helfen und empowern.

 

In der Erstunterkunft in Eisenhüttenstadt leben die Frauen erst seit einigen Wochen oder Monaten, in Hennigsdorf hingegen schon seit bis zu acht Jahren. Obwohl sie sich also in unterschiedlichen Situationen befinden, sind die Probleme ähnlich.

 

Das Größte davon ist die ständig lauernde Gefahr einer plötzlichen Abschiebung. Gefangen in der konstanten Angst davor haben die Frauen nicht die Möglichkeit, sich von dem zu erholen, was sie vor und während ihrer Flucht durchgemacht haben. Sie berichten von der verzweifelten Anstrengung, sich Strategien zum Schutz vor Deportation auszudenken. Dieser Zustand führt zu weiteren Traumata. Manche der Frauen haben eine Arbeitserlaubnis. Viele von ihnen sind jedoch gezwungen, 80-Cent- bzw. 1-Euro-Jobs in den Lagern anzunehmen, weil die Erlaubnis fehlt und sie auf das Geld angewiesen sind, um so ihren Alltag zumindest ansatzweise zu meistern.

Weitere Probleme, von denen die Frauen in beiden Lagern berichten, sind Rassismus, ein mangelnder Zugang zu Sprachkursen und Launen des Personals in der Unterkunft.

 

Die Frauen in Hennigsdorf erzählen zusätzlich von Konflikten untereinander. Dadurch, dass sie lange auf engstem Raum miteinander leben müssen, gibt es hier viel Reibungsfläche und es kommt schnell zu Streit.
Außerdem berichten sie von Intransparenz von Seiten des Sozialamtes - das Amt streicht ihnen des Öfteren Leistungen, ohne einen Grund für diese Kürzungen anzugeben. Auch sexuelle Belästigung ist ein sehr präsentes Thema.

Gerade die Frauen, die schon lange in Deutschland leben, wollen endlich ein normales Leben anfangen. Dazu brauchen sie eine Arbeitserlaubnis und wünschen sich eine eigene Wohnung. Doch sie begegnen massiven Hürden. Viele ihrer Probleme bedingen einander und halten die betroffenen Frauen in einem Teufelskreis gefangen: wenn sie keinen Zugang zu Sprachkursen haben, können sie kein Deutsch lernen. Damit sinken die Aussichten auf eine Arbeitserlaubnis, und Geld für eine eigene Wohnung können sie so auch nicht verdienen.

 

 

Im Erstaufnahmezentrum in Eisenhüttenstadt ist auch die gesundheitliche Versorgung mangelhaft. Zwar gibt es eine Klinik im Lager, aber sie ist oftmals nicht besetzt. Außerdem werden die Frauen hier ohne einen Termin nicht versorgt. Das Personal geht nicht diskret mit den persönlichen Daten der Patientinnen um: Die Frauen sind hier gezwungen, vor allen anderen Patient*innen ihre gesundheitlichen Probleme zu besprechen. Eine Frau in der Gruppe berichtet, sie habe abgelaufene Medizin bekommen, eine andere erhielt falsche Medikamente.

 

Während des Besuches der Frauen durch den IWS konnte ein interner Konflikt unter den Frauen in Hennigsdorf gelöst werden. Zudem erhielten die geflüchteten Frauen den Kontakt zur Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant*innen sowie zur Rechtsberatung im Büro des IWS. Nur wenige Tage nach dem Besuch nahmen die ersten Frauen die Rechtsberatung bereits in Anspruch.

 

Die Frauen vom IWS bekamen nach ihrem Besuch viel positives Feedback. Eine der Heimbewohnerinnen in Hennigsdorf sagte, sie fühlte sich während des Besuchs wie zuhause und nicht mehr so isoliert.

Eine andere Frau in Eisenhüttenstadt trat gleich dem Verein bei. Die einzige Kritik aus dem Erstaufnahmezentrum: Die Informationen wären noch hilfreicher gewesen, wenn sie gleich zu Beginn des Asylverfahrens verfügbar gewesen wären. Deshalb beginnt der IWS in diesem Jahr ein neues Projekt mit regelmäßigen Besuchen in Eisenhüttenstadt, um Frauen gleich nach ihrer Ankunft in Brandenburg bestmöglich zu unterstützen.

 

Die Berichte der Besuche des IWS machen mehr als deutlich, dass die Arbeit dieser Frauen absolut unverzichtbar ist. Wir sind nach wie vor fest davon überzeugt, dass Quartiermeister mit dem Stipendium genau das richtige Projekt unterstützt. Wir sind stolz darauf, die Arbeit des IWS durch unsere Projektförderung zu unterstützen und wünschen den Frauen des IWS viel Kraft und Erfolg bei ihrer so wichtigen Aufgabe.

 

Über 800 Menschen voten für die Stärkung des ländlichen Raums

3. Februar 2020 10:33

lisa.wiedemuth

Im Förderjahr 2019/20 hat sich der Quartiermeister Verein erstmals entschlossen, auch Projekte aus dem ländlichen Raum zu fördern. Überall dort, wo die Fördersumme nicht aus eigenen Kräften zusammengetrunken werden kann, geben die Städte einen Teil ihrer Summe ab und bilden dadurch Regionaltöpfe. Die erste Förderrunde, die nun Ende Januar endete, hat mit über zwanzig eingesendeten Anträgen gezeigt, dass der Bedarf nicht nur groß ist, sondern dass die Bandbreite und Wirksamkeit an Engagement in Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt kaum zu überbieten ist.

Im Januar haben nun über 800 Menschen online fleißig gevoted, um zu entscheiden, welche zwei Projekte die erste Förderung von jeweils 1.000€ erhalten! Hier nun das Ergebnis:

Den ersten Regionaltopf Ost gewinnen der Dorf-Waldgarten aus Zittau (435 Stimmen), sowie der Denk- und Produktionsort Libken e.V. (337 Stimmen). Der Dorf-Waldgarten unter der Trägerschaft des Kraut und Rüben e.V. plant inmitten eines grünen Dorfplatzes einen essbaren Garten, in dem gemeinsam und spielerisch eine grüne Zukunft erprobt werden kann. Libken e.V. wird dagegen auf seinem Standort (ein ehemaliger LPG-Wohnkomplex in Böckenberg/Uckermark)  mit der Quartiermeister-Förderung eine barrierefreie Ökotoilette bauen und sein Programm dadurch inklusiver gestalten.

Für das Dorf der Jugend (294 Stimmen), das Wächterhaus Zittau (286 Stimmen), die Künstlerstadt Kalbe (174 Stimmen) und das Telux Weißwasser (124 Stimmen) hat es diesmal leider nicht gereicht! Wir wünschen jedoch allen Projekten weiterhin viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Vorhaben und versprechen 2020/21 den Regionaltopf wieder mit Fördergeldern auszustatten bzw. ihn weiter auszubauen. Die Summen und Förderfristen werden auf unserer Jahreshauptversammlung am 7. März in Berlin festgelegt und danach über unsere Homepage und Social-Media-Kanäle verbreitet!

Volle Pulle Quartiermeister: Unsere Teamtage

22. Januar 2020 11:55

annika.bruemmer

Letzte Woche waren wir mit der gesamten Quartiermeister-Bagage drei Tage lang im Brandenburg-Urlaub. Genauer gesagt waren wir in Körba, einem kleinen beschaulichen 200-Einwohner-Kaff. Es war eigentlich auch kein richtiger Urlaub, sondern unsere Abschluss-Teamtage zur Auswertung des abgeschlossenen Jahres. Das machen wir immer so. Uns ist es wichtig, gemeinsam über Geschehenes zu sprechen, Positives wie Negatives zu reflektieren und Pläne für die Zukunft zu schmieden. An Spaß (und Bier) darf es natürlich auch niemals fehlen und Schlafentzug ist vorprogrammiert. Aber das ist egal in anbetracht der tollen Zeit, die wir gemeinsam verbracht haben.

Der erste Tag fing freudig an. Nach einem gemeinsamen Frühstück wurden uns von Peter die Zahlen aus 2019 präsentiert. Wir haben es geschafft, zum allerersten mal die 1-Mio-Umsatzmarke zu knacken. Wow! Allesamt vom Hocker gehauen mussten wir schnell feststellen, dass natürlich mit zunhemenden Absatz auch unsere eigenen Ausgaben gestiegen sind, sodass wir vom Betriebsergebnis gar nicht sooo viel besser darstehen als zuvor, aber egal! Wir sind über 30 % gewachsen und haben mehr als 500.000 Liter Quartiermeister verkauft. Hell, yeah! 10 % davon fließen in unsere Projektförderung, d. h. wir können 2020 über 50.000 spenden und somit die 200.000-€-Spendenmarke knacken. Das finden wir richtig gut!

Weiter ging es mit Teambuilding- und Kooperationsübungen mit Rahel vom Institut für multiprofessionelle Kooperation. Einige von uns kannten Rahel schon vom Vereins-Retreat im Oktober. Wir haben lustige Kooperationsübungen durchgeführt, in denen wir u. A. als Team ein immaginäres Moor mit Hilfe von Platten überwinden mussten, ohne vom Krokodiil gefressen zu werden (Rahel hat netterweise die Rolle des Krokodils übernommen). Das hört sich jetzt vielleicht einfach an, ist es aber nicht 😉 Als eingespieltes Team haben wir im ersten Anlauf die Challenge gemeistert ohne Teamverluste zu verzeichnen und wurden im Anschluss von Rahel in den höchsten Tönen für unser gemeinschaftliches Verhalten gelobt. Das ging runter wie Butter und war für uns als Team eine tolle Bestätigung für das, was wir fühlen: Gemeinsam sind wir echt ne geile Bande.

Neben vielen (teilweise emotionalen) Workshops und Sessions zu Themen wie „Quartiermeister im Jahr 2025“ oder „solidarische Gehaltsmodelle“ hatten wir eine ganze Menge Spaß! Vom stundenlangen Rundlauf über gemütliche Lagerfeuer-Abende bis hin zu unzähligen Werwolf-Runden im Kaminzimmer haben wir jede freie Minute gemeinsam genutzt. Die meisten Nächte haben wir nur 3-4 Stunden geschlafen. Zum Glück haben wir unser Teamfoto am 1. Tag gemacht :-D

0% Alkohol, 100% sozial - das passende Sober January-Equipment

6. Januar 2020 16:07

annika.bruemmer

Na? Waren die Feiertage mal wieder etwas ZU feucht-fröhlich? Jetzt fängt sie an, die wilde Detox-Zeit, denn ein bisschen Frühjahrsputz hat noch keinem Körper und keiner Leber geschadet! Wie praktisch, dass wir genau jetzt eine Super-Duper-Aktion am Start haben, die euch hilft, einen Sober January zu überstehen: Unser naturtrübes, isotonisches Bio-Alkoholfreies! Und das zum unschlagbaren Preis von 26,60 € - inkl. Versand & Pfand. Dafür gibt es sage und schreibe 20 halbe Humpen direkt nach Hause*. Und das Beste ist: Für jeden Liter Quartiermeister spenden wir 10 Cent an soziale Gemeinschaftsprojekte Auf diese Weise konnten wir bereits mehr als 150.000 € an über 140 Projekte ausschütten.
Wollt ihr haben? Schickt uns ne Mail an bestellung@quartiermeister.org
Sober January ist nichts für dich? Alle anderen Sorten sind in unserem Shop www.quartiermeister.shop auf regulärem Weg bestellbar.
*MHD: Ende März 2020
 

Das wohl spannendste Jahr neigt sich dem Ende zu - Ein Rückblick des Quartiermeister e.V.

13. Dezember 2019 19:50

lisa.wiedemuth

Die Verantwortung wächst. 2019 wachte der ehrenamtliche Quartiermeister e.V. über insgesamt 45.000€, die es galt in sinnvolle Fördertöpfe zu stecken, von denen stets soziale Projekt in der Nachbarschaft profitieren. Mittlerweile findet die Förderung in mehreren Städten gleichzeitig statt, wird vor Ort mit Leidenschaft & Herzblut von Engagierten gestemmt und aus Berlin durch eine Freiwilligenkoordination unterstützt. Auch der ländliche Raum wurde 2019 das erste Mal mit Fördergeldern berücksichtigt. Welche Projekte davon mit insgesamt 2.000€ profitieren werden, könnt ihr ab Januar online mitentscheiden.

Neben der niedrigschwelligen Anschubfinanzierung hat sich der Verein mit dem Quartiermeister-Stipendium auch das erste Mal die Aufgabe gegeben, ein Projekt institutionell zu fördern und durch Weiterbildungsangebote zu begleiten bzw. zu professionalisieren. Eine Art bedingungsloses Grundeinkommen für eine besonders förderwürdige Initiative, ohne ewige Abrechnungen - das gab's bisher noch nie. Während in Berlin acht Projekte von euren Konsum profitieren durften, wurden in Dresden insgesamt sechs, in Leipzig und München jeweils drei Projekte gefördert. In Berlin erhält außerdem der International Woman Space monatlich unser Stipendium von 1.000€, wovon 20% in Weiterbildungmaßnahmen fließen. Was darüber hinaus in diesem Jahr passiert ist und wohin die Reise im nächsten Jahr gehen wird, erfahrt ihr hier in unserem Jahresbericht.

Quartiermeister baut sein Nachbarschaftsnetzwerk aus

2019 hat sich der Verein vorgenommen, gute Ideen nicht nur mit Zauberbier-Förderung zu unterstützen, sondern auch durch ein breites Netzwerk und Präsentationsmöglichkeiten. Dafür wurden mehrere Austauschplattformen geschaffen, sei es beim diesjährigen, zum zweiten Mal stattfindenden Projektsommerfest, bei den Workshops oder auf den Kick-Off-Events vor jeder Onlineabstimmung. Ein herzliches Dankeschön geht hier insbesondere an Andy von der Regenbogenfabrik, der uns für diese Formate immer wieder das Regenbogencafé in Kreuzberg zur Verfügung stellte. Mittlerweile besuchen die Ehrenamtlichen nach den Förderungen auch regelmäßig die Gewinnerprojekte und berichten, was sich durch unsere Förderung bei ihnen getan hat. Jetzt auf ganz frisch auf der eigenen facebook-Seite Quartiermeister e.V.

Das 1. Quartiermeister Stipendium hilft Frauen, die Frauen helfen - "Break Isolation Tours" des International Woman Space

Das wohl größte Projekt in diesem Jahr war die Umsetzung des 1. Quartiermeister Stipendiums. Die Resonanz war riesig: Ganze 36 Projekte hatten sich auf diese Förderung in Berlin beworben. Umso glücklicher waren wir nur eine Vorauswahl treffen zu müssen und die endgültige Entscheidung an eine hammer Jury zu übergeben: Michael Vollmann von nebenan.de, Sabrina Apitz vom Kulturförderpunkt, Helwig Fenner von Mein Grundeinkommen und Marius Hasenheit vom transform Magazin. Auch das war eine Premiere für uns: Den Finalistenprojekten die Möglichkeit zu geben, sich und ihre Idee persönlich einer Jury vorzustellen. Im Juli zeichneten wir dann auf dem Projektsommerfest das Gewinnerprojekt "International Woman Space" aus. Seitdem reisen die Frauen dank unserer Unterstützung mit ihrer "Break Isolation Tour" durch verschiedene Aufnahmelager in und um Berlin, um geflüchtete Frauen vor Ort zu empowern, ihnen mit einem Netzwerk an direkten Unterstützungsmöglichkeiten zur Seite zu stehen, sie über ihre Rechte aufzuklären und über Missstände vor Ort öffentlichkeitswirksam zu berichten. Der erste Stipendium Workshop fand im Dezember zum Thema "Erfolgreiche Kommunikation und PR-Arbeit" in ihren Räumen statt. Der Workshop war ebenfalls für die anderen Bewerber*innen des Stipendiums offen, sodass sich ein bunter Mix an verschiedenen Projekten zusammenfand, der sich mit hilfreichen Tipps und Kontakten gegenseitig weiterhalf.

Der 1. Regionaltopf berücksichtigt Ortschaften außerhalb der Großstädte

Mittlerweile gibt es Quartiermeister auch in vielen kleineren Orten in Sachsen, Brandenburg und Thüringen. Da diese Städte aus eigener Kraft keine größeren Fördersummen zusammentrinken können, hat der Verein sich in diesem Jahr entschieden, erstmalig einen Regionaltopf auszuschütten, auf den sich alle Orte außerhalb Leipzigs, Dresdens und Berlins bewerben konnten. Insgesamt 22 grandiose Bewerbungen sind bei uns eingegangen. Die Entscheidung fiel den Ehrenamtlichen der Quartiere Leipzig und Dresden unheimlich schwer, die sich das erste Mal überregional zu einer Förderauswahl verabredeten. Das Onlinevoting zum ersten Regionaltopf findet zwischen dem 1. und 31. Januar statt und wir sind gespannt, wer das Rennen für sich entscheiden wird. Es winken insgesamt 2.000€.

Die Vereinszellen wachsen und wir begrüßen ein neues Quartier - Stuttgart geht an den Start

Insgesamt 14 neue Mitglieder konnten wir in diesem Jahr verzeichnen. Nicht wenige davon starten ganz neu in München, Leipzig und Dresden, um den Quartiermeister Gedanken vor Ort unter Menschen und Projekte zu bringen. Die Leidenschaft wächst mit jedem*r neuen*m Quartiermeister*in. Besonders freuen wir uns über den Zuwachs von Julian und Melissa, die nach einem Seminarbesuch in Berlin so begeistert von der Idee waren, dass sie nun ihr ganz eigenes Quartier in Stuttgart starten. Seit diesem Jahr gibt es unser Bio-Helles und Helles aus Gut Forsting vor Ort und es wurde schon fleißig eine gehörige Fördersumme zusammengetrunken. Umso schöner ist es zu wissen, dass wir durch das Engagement der beiden im nächsten Jahr schon fördern dürfen!

Das nimmt sich der Verein im nächsten Jahr vor

Wieviel und wann wir im nächsten Jahr fördern werden, entscheiden alle Mitglieder auf der überregionalen Hauptversammlung am 7. März in Berlin. Einen kleinen Rück- und Ausblick haben wir schon auf dem Retreat im Oktober gewagt. Sicher ist: Wir werden im nächsten Jahr die 50.000€-Marke knacken und wir bleiben dabei unsere Förderung breiter und gezielter einzusetzen. Gleichzeitig wird unser überregionaler Koordinationsaufwand gehörig wachsen. Bierzapfveranstaltungen und Partys werden wir aufgrund dieses Aufwandes erst einmal zurückfahren, dafür versuchen wir unsere vereinsinternen Kosten verstärkt durch Spenden zu decken, damit der größte Teil der Fördersumme weiterhin direkt in die Projekte fließen kann. Gleichzeitig wollen wir zukünftig gezielter auf Probleme und Bedarfe von Projekten reagieren. Aus diesem Grund erarbeitet derzeit eine Arbeitsgruppe ein Konzept für den sogenannten "Solitopf", mit dessen Geldern wir im kommenden Jahr gezielt auf "Notfälle" von Initiativen reagieren können. Einen besonderen Fokus werden wir außerdem wieder auf den ländlichen Raum und Weiterbildungsangebote setzen. Ansonsten bleibt es dabei: Wer unsere Förderung erhält, entscheidet ihr online!

Du hast Anregungen, wie wir unsere Fördertätigkeit verbessern können? Du hast Lust, von unserem Förderkonzept zu lernen? Du willst Quartiermeister direkt mitgestalten? Du hast Lust mehr über nachbarschaftliches Engagement zu erfahren? Dann scheu dich nicht, uns direkt anzuschreiben unter: mitmachen@quartiermeister.org

Wir wünschen allen Projekten, Nachbarschaftshelfer*innen und Menschen, die sich täglich für ein besseres Miteinander einsetzen einen gemütlichen Jahresausklang und einen guten Start ins Jahr 2020!

Trommelwirbel! Unser Bio-Helles gibt’s nun auch im Osten Deutschlands

10. Dezember 2019 16:56

annika.bruemmer

Liebe Leute, zum Jahresabschluss melden wir uns mit grandiosen Neuigkeiten! Und zwar gibt’s schon wieder neues Bier im Hause Quartiermeister! Wir konnten das Rezept unseres Bio-Hellen aus dem Süden erfolgreich in unsere familiengeführte Partnerbrauerei Wittichenau in der Lausitz integrieren. Das heißt, dass wir ganz bald auch in Berlin/Potsdam, Dresden und Leipzig unser Bio-Helles süffeln können. Finden wir gut!

Wie, wo wann?

Zunächst wird es das Helle erst einmal im Bio-Einzelhandel geben. In Berlin & Potsdam ist es seit dieser Woche in allen Alnatura-Filialen verfügbar. Im Januar erhält es dann auch Einzug in allen Bio Company Filialen. Alle Dresdner Quartiermeister*innen können übrigens auch bei Hopfenkult vorbeischauen, denn auch hier werdet ihr fündig, wenn ihr das Helle sucht.

Wir hoffen, dass euch unser neustes Mitglied genauso gut schmeckt wie uns und sind gespannt auf euer Feedback. Prost und #zumwohlealler!

Mehr zu unseren Bieren lest ihr hier.

Der neue Transparenzbericht ist da

5. Dezember 2019 11:25

annika.bruemmer

Liebe Leute, unsere Transparenzzahlen aus dem 3. Quartal sind nun verfügbar und schaut selbst – sie sehen ziemlich gut aus! Ihr habt fleißig getrunken. Das finden wir gut! Allein in Berlin sind über 100.000 Liter durch eure sozialen Adern geflossen. Damit habt ihr mächtig zur Projektförderung beigetrunken. Tausend Dank dafür!

München hat mit 8.455 Litern im Vergleich zu Quartal 2 (5.356 Liter) ordentlich zugelegt und unser jüngstes Quartier Stuttgart geht mit 2.470 verkauften Litern auch gut ab (Q2 waren es 870 Liter). In allen Quartieren wurden insgesamt mehr als 140.000 Liter im dritten Quartal verkauft. 10 Cent pro Liter fließen in die lokale Projektförderung. Das ergibt dann also knapp 14.000 € sozialer Gewinn - nur durch Q3. Wir sind mächtig stolz und sehr glücklich über diese Zahlen. Danke, dass ihr Quartiermeister trinkt! Prost!

Wow! Über 1.500 Stimmen für Berlin

2. Dezember 2019 17:31

lisa.wiedemuth

Wir sind von eurem Engagement überwältigt. Über 750 Menschen haben sich an der Projektabstimmung in Berlin beteiligt und ihre Stimmen für die besten Ideen aus der Nachbarschaft abgegeben. Hier veröffentlichen wir das endgültige Ergebnis:

1. Togo Action Plus e.V.  (506 Stimmen)
Mit eindeutigem Abstand hat die Initiative aus Friedrichshain gewonnen, die schon einmal 2017 unsere Förderung erhielt. Das Projekt hat seine Wurzeln im migrantisch-selbstorganisierten Aktivismus gegen Rassismus (seit 2004) und bietet kostenfreie und ehrenamtliche Deutschkurse an. Neben der Bildungsarbeit organisiert Togo Action Plus e.V. öffentlichkeitswirksame Aktionen, Kampagnen und Demonstrationen, um dem wachsenden Rassismus, der auch vor Friedrichshain nicht Halt macht, etwas zu entgegnen. Allein 2018 wurden fast doppelt soviele rassistisch motivierte Angriffe im Bezirk registriert, als das Jahr zuvor.

2. Katapult (405 Stimmen)
Den zweiten Platz und damit ebenfalls 2000€ Förderung gewinnt der seit 2016 in freier Trägerschaft agierende Kultur- und Artistikraum "Katapult", seit 2019 an einem neuen Standort in einer Lagerhalle in Schöneweide. Der offene Trainingsraum bietet über 150 Mitgliedern und vielen freien Workshopteilnehmer*innen einen Ort des Ausprobierens, Austausches in einer freien, nicht komerziell orientierten Kunst- und Artistikszene, mit der die Stadt Berlin zwar gern für sich wirbt, aber der sie kaum noch Platz anbietet.

3. Kiez macht Druck (398 Stimmen)
Auch diese Initiative haben wir schon einmal beim Bau ihres Nachbarschaftshauses 2018 unterstützt. Umso schöner ist es zu sehen, wie sich ihr Angebotsprogramm im Wedding erweitert hat. Für die Förderung in diesem Quartal hat es leider ganz knapp nicht gereicht. Im Rahmen der Empowerment-Strategie möchte der solidarische Treffpunkt einen Technikpool für Vereine in der Nachbarschaft anbieten. Vielleicht hat der ein oder die andere ausrangiertes Equipment (Boxen, Mixer, Mikrophone), die er deim Verein zur Verfügung stellen möchte?

4. Black International Cinema Berlin (264 Stimmen)
Seit nunmehr 35 Jahren präsentiert das transnationale, interkulturelle und interdisziplinäre Festival unter der Leitung des Fountainhead® Tanz Théâtre/Cultural Zephyr e.V. Filme von internationalen unabhängigen Filmemacher*innen mit Beiträgen zu sozio- und interkulturellen Themen. 2020 steht das Festival unter dem Motto "Despite of all...?" und findet zwischen dem 7. und 10. Mai (kostenfrei!) im Rathaus Schöneberg statt. Unterstützt das Festival mit eurem Besuch und lasst euch von dem starken Programm inspirieren.

Auch wenn es für die letzten beiden Projekte leider nicht gereicht hat, wünschen wir allen Engagierten viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Vorhaben und stehen als Netzwerkpartner/Unterstützer gern weiterhin bereit!

Wir sind dabei: “Oft länger gut”-Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung

6. November 2019 16:14

annika.bruemmer

Ein Phänomen, das uns allen bekannt ist: Viele Konsument*innen verwechseln den Hinweis “mindestens haltbar bis” mit "absolut tödlich ab". Die Folge: Schnell den Joghurt wegwerfen, wer weiß, was sonst für katastrophalen Konsequenzen folgen. Dabei ist das Mindesthaltbarkeitsdatum eher eine Orientierung, bis wann das entsprechende Lebensmittel auf jeden Fall ohne wesentliche Geschmacks- und Qualitätseinbußen sowie gesundheitliches Risiko zu konsumieren ist. Durch die Verwechslung von "Mindesthaltbarkeitsdatum" mit "Verfallsdatum" werden Tonnen von leckeren, noch genießbaren Lebensmitteln entsorgt, die eigentlich noch einwandfrei verzehrbar sind. Das darf so nicht weitergehen! Wir sollten lernen, dass unsere Sinne viel mehr Auskunft über den Zustand eines Produktes geben, als ein paar Zahlen, die jemand auf die Verpackung druckt. Um ein Zeichen zu setzen gegen die unglaubliche Lebensmittelverschwendung, machen wir mit bei der “Oft länger gut”-Kampagne von Too Good To Go. Das Unternehmen zur Lebensmittelrettung hat einen Zusatzhinweis zum Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf Produkten initiiert, der Verbraucher*innen darauf aufmerksam macht, dass Produkte auch oft nach dem Erreichen des MHDs noch absolut genießbar sein können. Wir werden in Zukunft (vrsl in ca. einem Jahr), sobald wir neue Etiketten drucken lassen, auf unseren Flaschen zusätzlich zum Mindesthaltbarkeitsdatum den Hinweis “Oft länger gut” drucken, um so gemeinsam mit euch und allen Quartiermeister-Trinker*innen Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen.

Warum machen wir mit?

Die weltweite Lebensmittelverschwendung stellt durch ihre zusätzliche CO2-Produktion und ihre Ressourcenverschwendung ein großes Problem für die Umwelt dar. Ein Drittel aller Lebensmittel wird verschwendet. Mit dem zusätzlichen Hinweis “Oft länger gut” wollen wir Quartiermeister-Trinker*innen dazu anregen, auch ihre Sinne zur Beurteilung unseres Bieres einzusetzen, damit kein Bier zu Unrecht im Abfluss landet, was gegebenenfalls noch völlig einwandfrei ist. 

Zusammen bekommen wir die Lebensmittelverschwendung in den Griff!

Mehr Informationen zur Kampagne und zum Thema Lebensmittelverschwendung gibt es hier.