Neuigkeiten

Nationaler Durchbruch mit unserem Partner Alnatura

21. Juli 2021 11:53

annika.bruemmer

Liebe Leute, wir können es selbst kaum fassen, aber wir nähern uns dem Ziel, eine nationale Handelsmarke zu werden, mit großen Schlücken, denn ab sofort sind unsere Bio-Sorten deutschlandweit in 135 von insgesamt 140 Alnatura-Filialen verfügbar. Das ist ein wunderbarer und sehr wichtiger Meilenstein für uns – insbesondere wegen des knüppelharten letzten Jahres.

Wir haben festgestellt, wie wichtig es ist, seine Vertriebskanäle auf mehr als nur eine Säule zu stützen. War Quartiermeister bis vor wenigen Jahren noch eine reine Gastro-Marke hat uns der Verkauf über den Lebensmitteleinzelhandel in Corona-Zeiten den Arsch gerettet.  

Der Ausbau unserer Partnerschaft mit Alnatura bringt selbstverständlich noch weitere Vorteile mit sich: War Quartiermeister bislang im Regelfall den Menschen vorbehalten, die in einem sogenannten Quartier ansässig sind (Berlin, Dresden, Leipzig, München, Stuttgart, Wien und ein paar kleinere Städte), ist unser Bier nun für alle da. Naja, so richtig stimmt das auch nicht, aber die Chancen, Quartiermeister einkaufen zu können, sind exponentiell gestiegen, denn Alnatura ist in über 60 deutschen Städten aktiv.

Hier gelangt ihr zur Filial-Übersicht von Alnatura.

Übrigens: In allen Filialen innerhalb Bayerns und Baden-Württembergs findet ihr das Bio-Weizen, das Bio-Helle und das Bio-Pils in der Euroflasche und in allen anderen Bundesländern unser Bio-Pils, unser Bio-Alkoholfreies, das Bio-Rotbier und das Bio-Helle in der 0,5er NRW-Flasche.

Diese Aufteilung liegt darin begründet, dass wir Quartiermeister von zwei verschiedenen unabhängigen Brauereien produzieren lassen. Die Genossenschaftsbrauerei Gut Forsting liegt in der Nähe von München. Daher wandern alle Biere, die hier produziert werden, nach Bayern oder Baden-Württemberg. Die Stadtbrauerei Wittichenau versorgt alle übrigbleibenden Bundesländer.

Eine Drag Queen auf unserem Bier

23. Juni 2021 11:01

annika.bruemmer

Quartiermeister ist ein Bier- und Sozialunternehmen, das seine Leidenschaft für eine bunte, solidarische Gesellschaft in alle unternehmerischen Aktivitäten einbezieht.

Als Reaktion auf die Instrumentalisierung von Weiblichkeit und der Reproduktion von Stereotypen in der (Bier-)Werbung startete Quartiermeister 2017 die Quartiermeister*in-Kampagne. Fortan wurden alle Etiketten mit einem Gender-Sternchen versehen und 50% der Flaschen mit dem Gesicht einer fiktiven Dame geziert. Seitdem haben wir mehrere neue Bio-Biere auf den Markt und mit ihnen weitere Gesichter auf seine Etiketten gebracht. Es folgten inspirierende Persönlichkeiten aus dem realen Leben – mit Charakteren, die durch ihre Handlungen, Meinungen und Aktionen beeindrucken. Diese Personen setzen sich für die Werte ein, die auch Quartiermeister lebt: Eine offene, tolerante und diverse Welt, in der das Miteinander großgeschrieben wird und in der Sexismus, Rassismus, Hass, Ausgrenzung und Diskriminierung keinen Platz haben.

Mit dem Platz auf den Etiketten ehren wir Menschen für ihr herausragendes soziales Engagement. Nun hält mit dem neu erscheinenden Bio-Weizen das Gesicht von Drag Queen Susi Sendling Einzug in die Regale der Supermärkte.

 

Drag Queen Susi Sendling – wer ist das?

Susi Sendling ist eine Münchner Drag Queen, die 2017 zur seligen Münchner Maikönigin gewählt wurde. Susi engagiert sich ehrenamtlich im Sub e.V., einem schwulen Kommunikationszentrum in München, das u. a. Beratungen für schwule und bisexuelle Männer* sowie trans*Männer und deren Freund*innen und Angehörige in allen relevanten Themenfeldern anbietet. Neben der beratenden Tätigkeit ist der Sub e.V. ein Ort des Zusammenkommens. Es gibt eine Bar, in der Susi Sendling gemeinsam mit anderen Drag Queens im Rahmen des „Drink'n'Drag“ ehrenamtlich den Tresendienst schmeißt.

 

Warum Susi Sendling?

Der erste Kontakt zwischen Quartiermeister und Susi kam im letzten Jahr durch die Magic Bar Tour zustande. Die Magic Bar Tour ist eine Kneipen-Tour der queeren Münchner Community. Bereits beim ersten Kennenlernen war die Sympathie auf beiden Seiten geweckt. Susi hat uns nicht nur mit ihrem bunten und bodenständigen Wesen beeindruckt, sondern auch mit ihrer Herzlichkeit und ihrem Engagement für die Münchner LGBTQI+ Community.  Mit dem Platz auf dem Etikett des Bio-Weizens ehren wir Susis Einsatz und setzen ein weiteres Statement für eine offene, bunte und vielfältige Gesellschaft.

Denn noch immer erleben Lesben, Schwule, Bi, Trans*, lnter* und queere Menschen (kurz LGBTIQ*) Anfeindungen und Diskriminierung. Als Sozialunternehmen, das eine Haltung gegen Engstirnigkeit und Intoleranz postuliert und sich für Vielfalt, Diversität, Toleranz und ein buntes und gemeinschaftliches Miteinander stark macht, akzeptieren wir diesen gesellschaftlichen Missstand nicht. Wir fordern Toleranz, Akzeptanz und Respekt für gesellschaftliche Vielfalt! Wir begreifen den Menschen als vielschichtiges Wesen, welches nicht auf einzelne Merkmale wie Alter, Aussehen, Religionszugehörigkeit, Kaufkraft oder sexueller Orientierung reduziert werden darf.

Im Gespräch mit der Person hinter Drag Queen Susi Sendling

22. Juni 2021 09:52

gesa.hoch

Lasst die Kronkorken knallen, denn unser neues Bio-Weizen Bier da!  Und damit nicht genug. Mit dem neuen Bier haben wir ein weiteres Mitglied in der Etiketten-Familie aufnehmen dürfen. Um wen es sich handelt? Drag Queen Susi Sendling! Susi steht und lebt für eine bunte Gesellschaft, engagiert sich für die LGBTQ+ Community in München und passt zu uns wie Arsch auf Eimer! Wie aus ein paar Runden Schnaps eine fantastische Idee entsprang, eine Perücke niedergerissen wurde und zum Aufstieg verhalf und wer die Person ist, die unser neues Hefeweizen ziert, erfahrt ihr im Interview. Wir waren im Gespräch mit der Person, die sich allzu gerne in Drag Queen Susi Sendling verwandelt.


 

Hallo, für alle die dich noch nicht kennen, kannst du uns kurz erzählen, wer Susi Sendling ist?

Susi Sendling ist eine Münchner Drag Queen.
 

Wie ist die Idee zu Susi Sendling entstanden und wann war ihre Geburtsstunde?

Die Geburtsstunde von Susi war vor ungefähr sieben Jahren. Ich habe in dem Café eines Freundes ausgeholfen, vor dessen Tür die Wahl zur Maikönigin stattfand. Die Wahl ist eine alte Tradition, die bis in das Mittelalter zurück geht. Früher wurde das schönste Mädchen auserkoren und zur Königin des Mais erklärt. Heute ist es ein buntes, lebhaftes Straßenfest der LGBTQ+ Community, das zeigt, dass Schönheit viele Gesichter hat! Alle Drag Queen-Kandidatinnen bekommen die Chance, sich schräg und schrill und nach Herzenslust zu präsentieren, bevor die eigentliche Abstimmung losgeht. Dazu gibt es DJs, Live-Auftritte und Freibier.
Als ich damals das erste Mal dabei war, habe ich von dem eigentlichen Tumult nicht viel mitbekommen. Ich war ja im Café und habe Gläser eingesammelt und gespült. Irgendwann spät in der Nacht, nachdem das Fest längst vorbei war, kamen zwei Kellner auf mich zu und haben mir ein Diadem geschenkt. Sie meinten: „Hier für dich, die Königin der Herzen!“ Das war ein total kitschiges Ding und dann, nach der ein oder anderen Schnapsrunde, habe ich beschlossen, auch einmal an der Wahl zur Maikönigin teilzunehmen. Damit war die Idee zu Susi Sendling geboren.

 

Also im wahrsten Sinne des Wortes eine Schnapsidee! Wie ging es dann weiter?

Das war so: Als ich das erste Mal an der Wahl zur Maikönigin teilgenommen habe, wurde ich Dritte. Im darauffolgenden Jahr habe ich wieder teilgenommen und wurde wieder Dritte. Und im dritten Jahr habe ich mir dann gesagt: „Jetzt höre ich mit blond auf!“. Bis dahin hatte ich immer blonde Perücken getragen. Und dann kamen die für Susi typischen Haare, die ich heute immer noch trage und die inzwischen zu meinem Markenzeichen geworden sind. Eine unaufgeregte dunkle Perücke.

Mit neuer Frisur und anderer Haarfarbe bin ich dann 2017 zum dritten Mal angetreten. Ich stand also mal wieder auf der Bühne. Meine Füße haben geschmerzt in den hohen Schuhen. Ich habe bloß gedacht: “Lass es doch endlich vorbei sein! Ich werde einfach wieder Dritte und dann kann ich endlich aus den Schuhen schlüpfen.“ So stand ich da und hörte die Siegerehrung: „Die Dritte in diesem Jahr ist die Erste aus dem letzten Jahr.“ Da hatte ich einen Platz auf dem Treppchen innerlich schon abgeschrieben, weil der Dritte Platz – mein Platz – nun schon belegt war. Eine andere Kollegin wurde dann Zweite und dann sagte der Moderator: „So lange ist sie jetzt schon dabei und dieses Jahr hat sie es geschafft, Applaus für Susi Sendling!“ Und damit ging es so richtig los.

 

Was für ein Spannungsbogen. Großartig! Was folgte dann? Welche Privilegien oder auch Pflichten hat man als hoheitliche Maikönigin?

Mir war es wichtig, für die LGBTQ+ Community da zu sein. Sichtbarkeit und Repräsentanz zu zeigen. Auf verschiedenen Veranstaltungen, zum Beispiel beim CSD oder auf Straßenfesten. Ich wollte in der queeren Szene aktiv sein. Ich habe ehrenamtlich viel gemacht. Ich habe z.B. Thekendienste im Sub übernommen. Das Sub ist ein Kommunikations- und Kulturzentrum, das sich für die LGBTQ+ Szene engagiert. Neben dem Ort als Treffpunkt für die Community werden dort auch Männer*-Seminare angeboten und es gibt eine Beratungsstelle zur AIDS Hilfe. Das Sub ist ein Ort der Begegnung und des Austauschs.
Das habe ich aber alles freiwillig gemacht. Pflichten hat man als Maikönigin keine. Aber Privilegien gibt es. Als Preis bekommt man ein Dinner auf einer wunderschönen Dachterrasse, mit zwanzig seiner besten Freund*innen und Kolleginnen. Außerdem gibt es einen üppigen Gutschein von einem Sponsor. Ich bin auch oft von Fans und Freund*innen auf ein kleines Schnäpschen eingeladen worden. Das ist auch immer schön.

 

Wie groß ist denn die Münchner Drag Community und wenn uns nicht gerade eine weltweite Pandemie beherrscht, was treibt ihr dann so?

Eine genaue Zahl kann ich dir da gar nicht nennen, aber es sind schon einige. Und jede macht so ihr eigenes Ding. Einige treten in Discotheken auf. Ich bin immer gerne bei Drink & Drag dabei. Das ist auch eine Veranstaltung des Subs, die einmal im Monat stattfindet. Da stehe ich dann auch ehrenamtlich hinter der Theke mit anderen Drag Queens. Wir verbreiten Spaß und begeistern die Leute. Ab und an machen wir auch kleine Shows. Ich habe auch schon als Moderatorin gearbeitet. Das macht auch immer riesigen Spaß. Einmal saß ich in einer Jury von einem Talentwettbewerb, den eine Kollegin von mir ins Leben gerufen hat. Bei Veranstaltungen trete ich auf und singe Lieder und erfreue die Leute oder auch nicht (lacht). Man muss nicht everybody‘s Darling sein.

 

Hast du dich, neben den vielen guten Erfahrungen in der Öffentlichkeit, auch mit Herausforderungen konfrontiert gesehen?

Eigentlich habe ich die Zeit als Drag Queen als durchweg positiv wahrgenommen. Natürlich gabs aber auch hin und wieder negative Aspekte. Eine Sache war mir damals eine Lehre, die mich immer noch graust. Ich bin einmal nach einer Show mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause gefahren. Ich war schon kurz vor meiner Wohnungstür, da kam ein Typ und hat mir die Perücke runtergerissen, auf den Boden geschmissen und mir Beleidigungen hinterhergerufen. Das hat mich dann eine ganze Weile beschäftigt und war mir eine Lehre. Es mag sich traurig anhören, aber ich würde jetzt immer ein Taxi nehmen, bevor mir so etwas oder Schlimmeres nochmal passiert. Manche Leute haben es halt einfach immer noch nicht gecheckt, dass wir auch da sind und unsere Berechtigung haben.

Ansonsten habe ich viele positive Rückmeldungen erhalten, viele tolle Leute getroffen und nachhaltige Freundschaften geschlossen. So eine Freundschaft hält ja selbstverständlich viel länger als der Titel zur Maikönigin. Selbst meine Abwahl im Jahr 2018 war ein Highlight. Die Krone wurde an eine Kollegin übergeben, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Wir sind halt eine Familie.

 

Das ist schön, dass ihr euch so für- und miteinander freut. Wann hast du das erste Mal von Quartiermeister erfahren?

Das erste Mal von Quartiermeister habe ich über Benni gehört, der bei euch den Vertrieb in München macht. Benni ist durch die Magic-Bar-Tour auf mich aufmerksam geworden. Die Magic-Bar-Tour findet einmal im Jahr statt und richtet sich an die queere Szene, die gemeinsam durch die Münchner Gastro zieht. Im Vorfeld handeln wir Deals mit Gastronom*innen aus und fragen z.B. ob wir zwei Schnäpse zum Preis für einen bekommen. Darüber ist der Kontakt mit Benni entstanden, der uns mit Quartiermeister Bier versorgt hat.

 

Und wie fühlt es sich an, das Gesicht unseres Weizens zu sein?

Ich finde das grandios. Das ist so eine Ehre für mich. Euer Team und die ganze Idee zu Quartiermeister finde ich einfach großartig. Dass man mit Quartiermeister nicht nur leckeres Bier trinkt, sondern Teil einer Bewegung ist: Für eine diverse Gesellschaft, in der jede*r seinen*ihren Platz hat und für eine gerechtere Wirtschaft. Ich freue mich Teil dessen zu sein und auf alles, was kommt. Mit euch und mit Quartiermeister.

Das können wir natürlich nur zurückgeben.

 

 

Festival „Offenes Neukölln“ findet vom 4.-6. Juni statt

27. Mai 2021 08:58

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Vom 4. bis 6. Juni 2021 setzen Initiativen aus ganz Neukölln mit fast 100 Veranstaltungen ein klares Zeichen gegen rechte Gewalt und für Solidarität. Ob Ausstellungen oder Workshops, Lesungen oder Kiez-Rundgänge, Konzerte oder Gartenfeste: Mit dem Festival Offenes Neukölln (ONK) ist für jede*n etwas dabei!

 

 

In Neukölln mehren sich seit Jahren Angriffe auf Neuköllner*innen, die sich für Willkommenskultur und Diversität und gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung einsetzen. Sie müssen täglich mit der Angst leben, erneut Opfer rechter Gewalt zu werden und trotz vieler Hinweise auf die Täter*innen scheitern die Behörden an einer glaubwürdigen Aufklärung. Seit Mai 2016 wird Neukölln von einer rechtsextremen Anschlagsserie erschüttert, darunter zwölf Brandanschläge, zwanzig Übergriffe auf Privatwohnungen und die Schändung von 16 Stolpersteinen. Darüber hinaus haben in den letzten Jahren rechte Parteien auch in Neukölln erschreckend hohe Ergebnisse erzielt. Dem dadurch entstandenen Bild und dem immer wieder beschworenen Narrativ des "sozialen Brennpunkts Neukölln" tritt das ONK-Festival entschieden entgegen.

Das erste Festival „Offenes Neukölln“ haben wir 2017 gefeiert. Heute freuen wir uns, zum fünften Mal zu zeigen: Wir überlassen den Rechten weder die Straße noch das Netz. Neukölln ist und bleibt offen, solidarisch und bunt!

 

Das Festival wird organisiert vom Bündnis Neukölln, einem Zusammenschluss von Initiativen, Parteien, Gewerkschaften, Kirchen und Einzelpersonen, die sich für ein offenes und solidarisches Neukölln einsetzen. Mit Veranstaltungen und Protesten stellen wir uns gegen jede Form von Ausgrenzung und Rassismus.

Wegen der Corona-Pandemie finden viele Veranstaltungen online statt: Power of Color  senden z.B. eine Livefolge ihres Podcasts, die WerkStadt lädt zur Videodiskussion mit Künstler*innen ein und das QM Donaustraße-Nord begibt sich in einem Online-Stadtspaziergang auf die Spur der Menschenrechte in Nordneukölln.

Sofern es die Corona-Auflagen zulassen, wird es auch einige Offline-Events geben: u.a. Begegnungen von lateinamerikanischen und deutschen Dichter*innen von Casa Latinoamericana, eine Lesung mit Dr. Karamba Diaby und Hakan Demir der SPD Neukölln, eine Diskussion mit Lann Hornscheidt und Şeyda Kurt von poco.lit.

100% Tempelhofer Feld  ist auch dabei: Mit Tow - Wind- und Wassersport e.V. kann man* während des Festivals alles rund um's Skaten ausprobieren, HILFE-FÜR-JUNGS e.V. ist an allen drei Tagen mit Spielangeboten und Glücksrad dabei und berät, wie sich Jungen* vor sexualisierter Gewalt schützen können und Die Stadtteilmütter Neukölln laden am Freitagnachmittag zum Spielen und Lagerfeuer in die Kinderwelt am Feld.

Mehr Infos & das ganze Programm findet ihr hier.

*

Unterstützt wird das Festival von der Amadeu Antonio Stiftung. Medienpartnerin ist die taz und Enorm - Das Magazin für gesellschaftlichen Wandel.

Too Good To Go - Bierverkauf in Berlin

19. Mai 2021 15:39

erik.schiemann

Der lebensmittelrettende Deal zum Wochenende über Too Good To Go – Zum Wohle aller!
That´s right! Bei uns im Büro stehen Kisten über Kisten von unserem Radler - alle auf der Suche nach Menschen, die sich ihrer erbarmen und tun, was richtig ist – austrinken! 

Denn wegtrinken ist seliger als wegschmeißen – und alle Flaschen haben ihr Mindesthaltbarkeitsdatum nur um wenige Tage überschritten.
Beinahe jedes Produkt, vor allem Bier, verliert auch noch geraume Zeit nach Ablauf des MHDs nur wenig an ursprünglicher Qualität.
Doch im regulären Einzelhandel darf es nicht mehr verkauft werden. Dadurch werden Unmengen an guten Lebensmitteln verschwendet...

Hier kommt Too Good To Go ins Spiel! Über die App wird Ware verkauft, die das MHD gerade überschritten hat. Für einen Bruchteil des ursprünglichen Preises (bei uns 1:3) können Kunden Lebensmittel, die nach wie vor gut sind, vor der Verschwendung retten.
Geil oder? Win Win!
Also reserviert euch über die App, was ihr zum Ende der Woche mit euren Freunden trinken wollt und kommt vorbei! Am Freitag dem 21.5. Zwischen 16 und 18 Uhr sind in unserem Büro in der Oranienstraße 183, 10999 Berlin Hof 3 Aufgang C alle Pforten geöffnet.
Einen Kasten gibt´s für n Zehner, ein Sixpack für 3€.
Prost!
 

Danke, wir fördern trotzdem! – Zusammenfassung der Jahreshauptversammlung unseres Quartiermeister e.V.

4. Mai 2021 10:48

lisa.wiedemuth

Nach der fulminanten Mitgliederversammlung im letzten Jahr, kurz vor dem ersten Lockdown in Berlin, fand die diesjährige Jahreshauptversammlung des Quartiermeister e.V. etwas kleiner und das erste Mal online statt. Obwohl unser Förderbudget weiterhin eingefroren ist, wurde gemeinsam fleißig geplant, diskutiert und entschieden. Und wir haben erfreuliche Neuigkeiten für euch: Dank des Jubiläumsbiers von Thomas Tyrell und den fleißigen Spender*innen von Landkorb kann der Quartiermeister e.V. im Sommer soziale Projekte in München und Berlin mit insgesamt 4.000€ fördern. Was sonst noch in der Pipeline des Vereins steht? Lest hier nach!

1. Unser Umgang mit der Pandemie

Bis heute ist unsere Kerntätigkeit - das Fördern - durch den Lockdown pausiert. Wie unser Verein trotzdem handlungsfähig bleibt, hat natürlich alle brennend interessiert. Doch solange die GmbH Überbrückungshilfen erhält, die Gastronomie geschlossen ist und die Mitarbeiter*innen in der Kurzarbeit sind, ist eine eigene Förderung für den Verein nicht vertretbar. Wir warten auf den Sommer und die Erfolge der Impfkampagne, bevor wir wieder starten. Umso schöner ist es, dass mittlerweile andere Partner*innen unsere Arbeit finanziell unterstützen und an die Wirksamkeit unserer partizipativen und lokalen Förderung glauben.
 

2. Stay Social Club – 1000€ für dein Projekt in Berlin - Bewerbungsfrist bis zum 1. Juni               

Dank der fleißigen Spenden der Landkörbler*innen an den Stay Social Club, kann der Verein wieder seine Fördertätigkeit aufnehmen. Auf der Jahreshauptversammlung wurde entschieden: Das Geld bleibt in Berlin und kommt gemeinnützigen Nachbarschaftsinitiativen zugute. Nach dem Ende der Bewerbungsfrist entscheiden unsere Mitglieder, welche vier Projekte zur Onlineabstimmung zugelassen werden. Die zwei Projekte mit den meisten Stimmen erhalten daraufhin jeweils 1.000€. Weitere Infos zu Bewerbung und zum Formular!

Durch den Verkauf des Jubiläums-Bier-Menüs anlässlich unseres 10-jährigen Bestehens sind ebenfalls 2.000€ Fördergeld zusammengekommen. Danke an den Braumeister Thomas Tyrell für diesen Support! Dieses Geld möchte der Quartiermeister e.V. im August an zwei Projekte in München ausschütten. Weitere Informationen zu dieser Ausschreibung folgen in den kommenden Wochen.
 

3. Die Professionalisierung unserer Strukturen

Trotz Pandemie verzeichnen wir 16 neue Mitglieder und liegen mittlerweile bei 134 Ehrenamtlichen in ganz Deutschland. All diese Menschen wollen sich für ihre Nachbarschaft und korrekten Konsum einsetzen und sich mit Gleichgesinnten vernetzen. Dieses ehrenamtliche und kreative Potenzial kann nur durch eine hauptamtliche Koordination gedeckt und genutzt werden, so sind sich die Mitglieder auf der Jahreshauptversammlung einig. Dafür sucht der Verein in den kommenden Monaten Fördermöglichkeiten, außerhalb der 10Cent/Liter, denn A) Gilt es, dieses Geld so gezielt wie möglich direkt an Projekte weiterzuleiten und B) Hängt diese Förderung ausschließlich vom Bierverkauf ab, was uns in den letzten Monaten den Teppich unter den Füßen weggerissen hat. Ihr habt Lust, unsere Arbeit mit einer kleinen Spende zu unterstützen? Hier geht’s einfach mit zwei Klicks!
 

4. Tätigkeitsbericht 2020 & Neuwahl unseres Vorstands

Trotz des Pandemiejahrs konnten wir einiges wuppen, ganz unter dem Stern „Quartiermeister goes digital“

 

  • Wir haben Projekte in Berlin, Stuttgart und Leipzig mit insgesamt 5.000€ gefördert
  • Wir haben sechs interaktive Diskussionen namens „Wertuelle Kneipenabende“ zum Wertewandel in unserer Gesellschaft auf Instagram organisiert
  • Wir haben eine digitale Kneipe „Zum Quartiermeister“ gebaut, in der wir uns nun regelmäßig zum Arbeiten, Quizzen und Biertrinken mit unseren Freund*innen treffen
  • Wir haben einen Fragebogen zur Messung unserer Wirkung erstellt
  • Wir haben unsere Förderanträge digitalisiert
  • Wir haben gemeinsam an dem Jubiläumsbuch „10 Jahre Quartiermeister“ gearbeitet
     

Wir haben auch unser langjähriges Vorstandsmitglied Alexander Weiß aufgrund einer erfreulichen Vaterschaft verabschieden müssen und sind happy, Yulia Suarez Bergmann ganz neu im Vorstand begrüßen zu dürfen! Yulia ist Quartiermeister schon 2013 in den Prinzessinnengärten begegnet. Den richtigen Spirit unseres Vereins lernte sie bei der Wilden Möhre 2019 hinter der Bar kennen und ist seitdem engagierte Überzeugungstäterin. Sie plant nun, eine Quartiermeister Zelle in Hamburg gründen!


 

5. Und worauf können wir uns in den kommenden Monaten sonst noch freuen?

 

  • Zwei Studierende der HWR entwickeln eine aktualisierte Gemeinwohlbilanz mit uns
  • Ab Mai existiert die Quartiermeister Stiftung, die erste gemeinnützige Organisationsform seit zehn Jahren, die den Unternehmenszweck von Quartiermeister unveräußerbar machen und den Verein administrativ in seiner Fördertätigkeit unterstützen wird. Der Quartiermeister e.V. wird als Beirat Teil der Stiftung und damit Wächter des Förderzwecks!
  • AG Bierbonding entwickelt tolle Merch- und Geburtstagspakete, die direkt die Arbeit unseres Vereins unterstützen werden!
  • Quartiermeister Hamburg und Quartiermeister Stuttgart werden beginnen, Bambule zu machen und suchen dafür fleißige Mitstreiter*innen
  • AG Wissenstransfer wird Formate entwickeln, wie wir mehr Menschen von unserer besonders lokalen und partizipativen Fördertätigkeit lernen lassen können.

    Ihr habt Lust, die Reise von Quartiermeister mitzugestalten oder ganz eigene Projekte umzusetzen? Meldet euch bei mitmachen@quartiermeister.org!

Stay Social Club: Landkörbler*innen machen Quartiermeister-Förderung möglich

3. Mai 2021 13:39

annika.bruemmer

Wir haben tolle Neuigkeiten! Aus dem im Rahmen der Pandemie gegründeten Stay Home Club (ein Lieferdienst innerhalb Berlins, der öko-soziale Produkte mit Mehrwert anbietet) ist Ende des vergangenen Jahres der Stay Social Club entstanden. Hierbei handelt es sich um eine Kooperation vom Landkorb und drei lokalen Getränkeunternehmen: Solidrinks, OSTMOST und – voilà: Quartiermeister.

Das Ganze funktioniert so: Alle Landkörbler*innen – das sind die Menschen, die sich über den Lieferdienst Landkorb Bio-Produkte nach Hause liefern lassen – haben die Möglichkeit, nebst ihrem Einkauf zusätzlich für die gute Sache zu spenden. Die gute Sache ist in diesem Fall der Stay Social Club. Und dieser besteht wiederrum aus den drei Vereinen, die OSTMOST, Solidrinks und Quartiermeister angehören und sich mit ihrem ehrenamtlichen Engagement für die gute Sache einsetzen.

So sind seit Start im November 2020 bis zum Ende des ersten Quartals 2021 sage und schreibe 6.900€ zusammengekommen, die nun unter den drei Vereinen (Äpfel & Konsorten e.V., Solidrinks Empowerment & Support for Refugees e.V. und Quartiermeister e.V.) aufgeteilt werden. Die Vereine können mit diesem Geld trotz Corona-bedingter finanziell schwieriger Lage ihren gesellschaftlichen Aufgaben nachkommen.

Für uns bedeutet das eine Menge, denn wie ihr wisst, können wir momentan aufgrund des Liquiditätsstopp zur Sicherung von Quartiermeister keine Fördergelder ausschütten (lest unser Statement hier). Nun können wir mit der Spende der Landkörbler*innen jedoch endlich wieder das tun, was uns alles bedeutet, nämlich eine neue Förderung innerhalb Berlins ausschreiben.

Und diese startet auch direkt! Ab sofort können sich alle Berliner Initiativen auf die Förderung in Höhe von 2.000€ bewerben. Wir danken dem Landkorb und den lieben Landkörbler*innen, dass diese Förderung zustande kommt! Ohne sie wäre dies nicht möglich! Ein Prost auf euch!

GoodBuy unterstützt Quartiermeister-Förderung und spendet 500€ an Togo Action Plus

15. April 2021 10:59

annika.bruemmer

Wir freuen uns mega! Denn die erste GoodBuy-Förderung macht sich auf den Weg und zwar an die Initiative Togo Action Plus, dessen Anliegen es ist, Rassismus den Kampf anzusagen. GoodBuy ist ein Online-Shop, in dem ausschließlich Produkte mit positivem Impact verkauft werden. Aber damit nicht genug: In Berlin-Friedrichshain hat GoodBuy einen Store, der als Lager fungiert, wo ihr aber auch die Möglichkeit habt, sozial und ökologisch zu shoppen. 1% aller Store-Erlöse fließen in die Quartiermeister-Projektförderung und kommen damit lokalen Initiativen zu Gute, die sich für eine gerechte Welt zum Wohle aller einsetzen. Wie geil ist das denn? Nun ist es soweit und das erste Projekt wurde von GoodBuy mit 500 € unterstützt. Es handelt sich um die Initiative Togo Action Plus, einem Anti-Rassismus-Projekt, das auch wir Quartiermeister*innen schon sehr gut kennen und in der Vergangenheit bereits unterstützt haben.

Der Verein “Initiative Togo Action Plus e.V.“ hat seine Wurzeln im migrantisch-selbstorganisierten Aktivismus gegen Rassismus in Deutschland. Über die Jahre hinweg entwickelte sich die Initiative zu einem wichtigen Ort des Widerstandes mit Aktionen, Demonstrationen und Protestbriefen gegen den alltäglich erfahrenen Rassismus sowie gegen die konstante Bedrohung durch Abschiebungen. Erfahrt mehr über den Verein im Interview mit dem Vorstandsmitglied Komi.

Das Interview wurde von GoodBuy durchgeführt.

 

Was ist eure Hintergrundgeschichte - wie kam es zur Gründung?

Das heutige Vorstandsmitglied Komi Edzro gründete gemeinsam mit anderen Geflüchteten die Initiative im Jahr 2004. Anlass waren nicht nur die gravierend schlechten hygienischen Verhältnisse im Lager Hohenturm bei Halle oder die diskriminierende Behandlung von den dortigen Beschäftigten, sondern allen voran der tragische Selbstmord eines togolesischen Mitbewohners, der sich Aufgrund der rassistischen Zustände erhängt hatte. Im Jahr 2010 wurde dann die Entscheidung getroffen, die Initiative strukturell stärker zu verankern, weshalb sie in einen gemeinnützigen Verein überführt wurde. Die Arbeitsgebiete des Vereins sind sehr vielfältig. Zentral ist und bleibt die Arbeit gegen den in Deutschland tief verankerten Rassismus und die Aufarbeitung der Folgen durch die Kolonialverbrechen Deutschlands, sowie die neokoloniale Gegenwart.

Die Entstehungsgeschichte des Namens geht zu einen auf die Herkunft der Gründer*innen zurück und soll unserem gemeinsamen Freund aus „Togo“ gedenken. „Action“ steht für die Kontinuität in unserer aktivistischen Haltung mit Bezug auf die oben genannten Themen und das „Plus“ soll ausdrücken, dass wir einerseits eine kleinere Initiative sind und somit oftmals als Ergänzung zu Strukturen von größeren Organisationen fungieren und dass wir andererseits mit jeder Person, die wir erreichen und die wir unterstützen, eine positive Wirkung im Kampf gegen Rassismus erzielen.

"Unsere Arbeit hat immer zum Ziel politisch, rassistisch und religiös Verfolgte und Geflüchtete zu unterstützen. Sie richtet sich gegen Alltagsrassismus, gegen die AfD und andere rechtsradikale Organisationen. Und ihr liegt immer eine Kritik an neokoloniale Strukturen zu Grunde". Komi

 

 

 

Wie setzt ihr euch konkret gegen Rassismus, neokoloniale Strukturen und für Geflüchtete ein?

Seit 2012 findet in unseren Räumen in Berlin-Friedrichshain die Umsetzung des Projektes „Deutschkurse für Geflüchtete und Migrant*innen“ statt. Wir richten uns damit an all die Menschen, die keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zu Deutschkursen haben. Unser Ziel ist die Integration durch das Erlernen der deutschen Sprache zu fördern, damit Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen die Chance haben, sich zu bilden, zu studieren und auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen können. Außerdem wollen wir sie darin empowern, ihre Möglichkeiten der Partizipation und Teilhabe zu erkennen und zu verfolgen und sie damit in ihrer persönlichen und politischen Selbstbestimmung zu unterstützen. Auch außerhalb der Kurse ist es uns wichtig emotionale Unterstützung und Beratung zu Asylrecht und für die Bewältigung von Alltagssituationen anzubieten. Zum Beispiel unterstützen wir Kursteilnehmer*innen auf der Suche nach einer Arbeit und/oder einer Wohnung oder begleiten sie zu wichtigen Terminen.

Unsere ehrenamtlichen Kursleiter*innen unterstützen wir in ihrer Tätigkeit und vermitteln ihnen parallel dazu nützliche didaktische und kommunikative Kompetenzen. Wichtig dafür ist auch die Sensibilisierung unserer Kursleiter*innen zu Themen wie Rassismus, Flucht und Migration, da es oftmals an Reflektion und Wissen seitens der Lehrkräfte fehlt. Dafür veranstalten wir regelmäßig unterschiedliche Weiterbildungsmöglichkeiten in Form von verschiedenen Workshops, Infoveranstaltungen und Themenabenden.

 

Wo seht ihr die größten Herausforderungen für eure Arbeit?

Mit den pandemiebedingten Einstellungen des Schulbetriebs, ist es für uns nur sehr vereinzelt möglich unsere Arbeit fortzusetzen. Zum einem mussten wir unseren Unterricht (als Schulen zeitweise geöffnet hatten) mit weniger Teilnehmer*innen durchführen. Zum anderen haben viele Kursteilnehmer*innen zu ihrem eigenen Schutz entschieden erst in den folgenden Semestern den Unterricht wiederaufzunehmen. Die meisten von ihnen verfügen oftmals nicht über die Ressourcen, unseren Unterricht online weiterzuführen.

In der Nachbarschaft gibt es eine breite Akzeptanz und viele positive Rückmeldung zu unserer Arbeit, gleichzeitig haben wir es aber auch immer wieder mit Diffamierungen, Vandalismus und Angriffen gegenüber unserem Verein zu tun. Dies ist in der Vergangenheit bspw. auf Kundgebungen passiert oder in Form von rassistischen Botschaften in unserem Briefkasten („Friedrichshain bleibt Deutsch“). Erst im Dezember letzten Jahres wurde wieder eine Sachbeschädigung begangen und Türschilder und Plakate wurden von der Hausfassade gerissen.

"Mit wenigen Teilnehmer*innen haben wir natürlich auch ausbleibende Semesterbeiträge, die essentiell für Mietzahlungen etc. sind. Gleichzeitig wollen wir die Kiezspende auch in die Organisation unserer Online-Veranstaltungsreihe investieren". Komi

 

 

Wie sehen eure Pläne für die Zukunft aus?

Wir planen zum März 2021 den Unterricht in kleinen Gruppen wieder aufnehmen zu können. Gleichzeitig haben wir bereits einige Veranstaltungen online angeboten und befinden uns gerade in der Planung einer längeren Online-Veranstaltungsreihe und wollen uns im Zuge dessen, um mehr technische Ressourcen kümmern, sodass diese in unseren Räumlichkeiten (unter dem Einhalten unseres Hygienekonzeptes) zum Ausleihen für unsere Teilnehmer*innen zur Verfügung stehen. Außerdem wollen wir zukünftig wieder mehr Kundgebungen in unserem Kiez gegen Anti-Schwarzen Rassismus, Antiziganismus und Antisemitismus organisieren.

 

Komi, was wünscht du dir für unseren Kiez?

Wir werden weiter für eine rassismuskritische Haltung in unserem Kiez kämpfen und wünschen uns von der Nachbarschaft eine klare solidarische Haltung, gerade im Hinblick auf Angriffe von rechts und der Unterstützung bei unseren Kundgebungen gegen Residenzpflicht, Abschiebungen, etc. Wir freuen uns über jegliche Unterstützung von Menschen die unsere Arbeit begleiten wollen - von Spenden für unsere Vorhaben, Teilnahme an unseren Infoveranstaltungen oder auch das Kuchenbacken für Kundgebungen. Es ist natürlich immer schön, wenn Kursleiter*innen oder Kursteilnehmer*innen auch hier im Kiez leben und freuen uns über jedes neue Gesicht in unserem Verein.

Der 3. Deutsche Social Entrepreneurship Monitor ist da!

30. März 2021 09:15

annika.bruemmer

Trommelwirbel, denn er ist endlich da: Der 3. Deutsche Social Entrepreneuship Monitor Deutschland (DSEM) - powered by SEND! Und mit ihm kommen eine ganze Menge Zahlen, die uns echt viel Freude bereiten, denn die Sozialunternehmertum-Landschaft ist definitiv auf einem aufsteigenden Ast! Neben konventionellen Kennzahlen, wie Organisationsgröße und Umsatzhöhe, erhebt der DSEM spezifische Daten, die für das Ökosystem relevant sind, z.B. Wahl der Wirkungsmodelle, Arten der Governance, Daten zu Gemeinnützigkeit oder Anzahl von ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen.

Wenn ihr euch schon immer gefragt habt, was Sozialunternehmertum eigentlich bedeutet, was solche Unternehmen anders machen als klassische Wirtschaftsakteur*innen und warum die gut sind und es ganz dringend mehr davon braucht, dann zieht euch den Bericht rein. Es lohnt sich!

Zum 3. Deutschen Social Entrepreneuship Monitor gehts hier.

Der Deutsche Social Entrepreneurship Monitor (DSEM) informiert seit 2018 jährlich über das deutsche Social-Entrepreneurship-Ökosystem. Er möchte damit Entscheidungsträger:innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft eine Entscheidungsgrundlage für die Unterstützung von Social Enterprises geben.

Neben konventionellen Kennzahlen, wie Organisationsgröße und Umsatzhöhe, erhebt er spezifische Daten, die für das Ökosystem relevant sind, z.B. Wahl der Wirkungsmodelle, Arten der Governance, Daten zu Gemeinnützigkeit oder Anzahl von ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen. Seit 2020 ist der DSEM eingebunden in das von EUCLID Network geleitete und durch die Europäische Kommission finanzierte European Social Enterprise Monitor.

Der Deutsche Social Entrepreneurship Monitor (DSEM) informiert seit 2018 jährlich über das deutsche Social-Entrepreneurship-Ökosystem. Er möchte damit Entscheidungsträger:innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft eine Entscheidungsgrundlage für die Unterstützung von Social Enterprises geben.

Neben konventionellen Kennzahlen, wie Organisationsgröße und Umsatzhöhe, erhebt er spezifische Daten, die für das Ökosystem relevant sind, z.B. Wahl der Wirkungsmodelle, Arten der Governance, Daten zu Gemeinnützigkeit oder Anzahl von ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen. Seit 2020 ist der DSEM eingebunden in das von EUCLID Network geleitete und durch die Europäische Kommission finanzierte European Social Enterprise Monitor.

"Unsere Währung ist Begegnung“ - Der 1. Feuerwehrtopf für das Lokallabor Dudenschänke in Kreuzberg

15. März 2021 12:28

erik.schiemann

An einem absurd warmen Februartag treffe ich bei neunzehn Grad und Sonnenschein Johanna, Tobi und Beatrix, Gründer*innen des Lokallabor Dudenschänke e.V. – kurz LoLaDu.
Das Lokallabor wurde von ihnen Anfang 2020 in der ehemaligen Eckkneipe „Dudenschänke“ eingerichtet. Es ist kurzgesagt ein öffentlicher Raum, in dem Menschen aus der Nachbarschaft zusammenkommen können. Sie tauschen dann Projektideen und Anliegen aus und setzen diese gemeinsam um. Ob eine Jamgruppe, oder das Anlegen von Beeten – den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Wichtig ist nur: Ein Beitrag zur Kiezkultur!


Das LoLaDu wurde im Januar aus dem Feuerwehrtopf von Quartiermeister mit 1000€ gefördert – ein speziell für Projekte in Not eingerichteter Fördertopf.
Nach einem freundlichen Hallo gehe ich mit den Dreien in den Viktoriapark, um mir dort bei einem alkoholfreien Quartiermeister von ihrem Projekt und dessen Geschichte erzählen zu lassen.

Wie aus der ehemaligen Eckkneipe „Dudenschänke“ der unkommerzielle Begegnungsraum „Lokallabor Dudenschänke“ wurde? Das ist eine Geschichte mit vielen Umwegen. Sie beginnt mit Erika, der ehemaligen Wirtin. Sie führt die Eckkneipe 44 Jahre lang, bis sie es aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kann. Johanna, die im selben Haus wohnt, bekommt ihr Fehlen mit. Sie studiert zusammen mit Tobi und Beatrix in Potsdam Urbane Zukunft. Sie alle haben sich im Zuge des Studiums viel mit dem rasanten globalen Wandel beschäftigt und mit Wegen, wie jeder seinen Platz darin finden kann.
„Die Welt steht nie still“, sagt Tobi. „Wir sind alle vom Wandel betroffen, aber erfahren und verstehen tun wir ihn alle unterschiedlich stark. Im Studium haben wir festgestellt, was es braucht, um die Allgemeinheit den Wandel begreifen zu lassen und sie darin als handelnde Akteur*innen direkt miteinzubeziehen. Das sind vor allem Räume, in denen die unterschiedlichen Menschen zusammenkommen können, um gemeinsam darüber zu reden, wie man den Wandel auf lokaler Ebene selbst mitgestalten kann und wie man dann auch selbst aktiv werden kann.“
„Das, womit wir uns die ganze Zeit theoretisch beschäftigt haben, tauchte dann - durch die ungenutzte Dudenschänke - plötzlich vor unseren Augen auf“, erzählt Johanna.
Also sprachen sie mit der Wirtin Erika und dem Vermieter, inwieweit sie den Raum übernehmen können. Dahinter stand auch der Antrieb, den Raum mit seiner Geschichte vor der Gentrifizierung und Kommerzialisierung, unter denen die Kiezkultur in Kreuzberg stark leidet, zu bewahren. Die Vision war und ist weiterhin: einen öffentlichen Raum zur Kommunikation in kultureller Eigeninitiative schaffen, mit dem Ziel, den Wandel, den man in der Welt sehen möchte, selbst auf lokaler Ebene herbeizuführen.  

Darauf folgte der Prozess der Umsetzung. Eine Abschlussfeier für Erika markierte den symbolischen Segen für das Projekt. Bei sich anschließenden Bauwochenenden zur Umgestaltung der Dudenschänke gab es erste „Bondingmoments“ mit Menschen aus der Nachbarschaft, die über die Schwelle ins Unbekannte traten. Ungeachtet ihrer verschiedenen Hintergründe zogen sofort alle Beteiligten an einem Strang. Das gemeinsame Projekt, den globalen Wandel auf lokaler Ebene gemeinnützig mitzugestalten, sollte Wirklichkeit werden.

„Das war sehr schön zu sehen“, erinnert sich Tobi. „Menschen, die sonst nie etwas miteinander zu tun gehabt hätten, kamen trotz ihrer unterschiedlichen Ansichten zusammen, um gemeinsam zu arbeiten.“
Die offizielle Eröffnung fand dann am 15.2.2020 statt. „Die Resonanz war riesig. Über den Tag - der war fast so schön wie heute - kamen bestimmt 300 Leute. Alle waren neugierig, was denn jetzt hier passiert. Dann war da auch ein Dokumentarfilmer, aus der Eylauer Straße, der sich gar nicht angekündigt hatte.“
Die erste permanente Maßnahme, um mit den Menschen zu interagieren, war ein Wunschkasten – ein Briefkasten, in den jeder Mensch Wünsche und persönliche Anliegen einwerfen konnte, wie man den Raum nutzen und was für Projekte man starten könne. Die wurden dann für jede*n sichtbar hinter einem Fenster aufgehängt.  

Auch wurde ein offenes „Stammtischtreffen“ etabliert und monatlich einberufen. „Beim ersten Mal waren direkt über 20 Leute da. Da gabs Leute, die gesagt haben: 'Das ist doch eine super Idee, da müssen wir uns überlegen, wie man das auf solide Beine stellt!' Und vom ersten Treffen an, war die Idee einer Vereinsgründung von den Leuten selbst in den Raum gestellt."
"So hat sich das von den ersten Gesprächen hin zu einer Gruppe entwickelt, die eine Satzung ausgearbeitet hat und dann, am 1. Juli, kam es zur Vereinsgründung“, erzählt Johanna.

Diese rasante Entwicklung fand während der Coronakrise statt. Der erste Lockdown kam, als das LoLaDu gerade einmal einen Monat alt war.
„Ja, das war echt hart“, berichtet Johanna.
Doch die Pandemie hat die Entwicklung nicht stoppen können.
„Wir haben im ersten Lockdown viel digitalisiert und dann coronakonforme Kulturprojekte organisiert.“ So gab es eine Kiezjamgruppe, die bei offenem Fenster gespielt und die leeren Straßen mit ihrer Musik geflutet hat. Es gab einen Märchenerzähler, der im Innenhof Märchen vorgetragen hat. Es gab den Coronachor, der auf einer Brücke mit viel Abstand sang. Es gab einen Menschen, der Briefe geschrieben hat, die über den Kontaktkasten und die LoLaDu-Leute an einsame Menschen verteilt wurden… „Da ist noch echt viel gelaufen“, freut sich Johanna.
Auch der Schenkestand vor der Dudenschänke, an dem jede*r Sachen der Allgemeinheit zuführen kann, ist weiterhin ein Ort und Mittel zur Interaktion mit anderen Menschen – wenn auch mit Kontaktbeschränkungen. 
„Ich frage mich schon oft, wo wir ohne die Krise nun stehen würden, auch auf finanzieller Ebene“, sagt Beatrix. „Das war natürlich auch bitter – wir gehen in das Projekt mit unseren privaten Mitteln und bezahlen jeden Monat Miete für einen Raum, den wir faktisch kaum nutzen können.“
„Unsere Währung ist Begegnung“, ergänzt Tobi. „Genau das, was wir als Kernidee haben, nämlich dass sich Leute treffen, die sonst nicht zusammenkommen würden und miteinander sprechen und Ideen aushandeln – das konnte es auf einmal so nicht mehr geben.“
Immerhin konnte Quartiermeister mit dem Feuerwehrtopf ein kleines Finanzpolster liefern und die Miete mitfinanzieren.
„Es hilft uns dabei, uns durch das erste Quartal zu tragen“, sagt Johanna.
Wie die Finanzierung darüber hinaus aussieht, ist weiterhin unklar.
Problematisch ist, dass die meisten Förderungen zweckgebunden sind und es nur wenige Institutionen gibt, die Miete finanzieren. Ein Traum für die Zukunft ist, dass die Kosten durch Mitgliedsbeiträge des Vereins getragen werden können, aber das ist noch sehr fern.
Hier kommt die Möglichkeit aller ins Spiel, das Projekt zu unterstützen. Spenden auf das Konto des Vereins sind gerne gesehen und der direkteste Weg, die tolle Arbeit des LoLaDus weiterhin möglich zu machen. Auch eine Mitgliedschaft beim Lokallabor e.V. hilft dem Projekt ungemein.

Ich möchte noch wissen, mit welchem Gefühl die drei auf das vergangene Jahr zurückblicken.
„Wenn ich auf das letzte Jahr zurückblicke, überwiegt trotz der vielen Hürden, die große Freude und Dankbarkeit über das, was passieren konnte und über die Menschen, wie schnell sie bereit sind, aktiv zu werden“, sagt Johanna. „Es ist DIE Hardcoreerfahrung, die wir machen konnten und wir sind zusammen da durchgekommen. Diese Belastungsprobe hat uns sehr stark gemacht.“
Da stimmen alle zu.

Nichtsdestotrotz ist die Zukunft des LoLaDus weiterhin ungewiss.
„Vieles liegt auf Eis und die Dudenschänke ist für die Öffentlichkeit geschlossen. Aber wir bleiben weiterhin analog über den Kontaktkasten und digital über die Social-Media-Kanäle soweit es geht mit den Menschen in Kontakt.“
Alle freuen sich darauf, die Türen der Dudenschänke wieder offen zu sehen und ihr Engagement wieder ungehindert durchführen zu können. „Wenn es wieder losgeht wäre es am schönsten, wenn jeder einfach vorbeikommt und sich anschaut, was passiert. Im besten Fall werden noch viele weitere Menschen vom Spirit mitgerissen“, sagt Tobi abschließend.
Wir gehen zurück zur Dudenschänke, wo wir uns verabschieden.
Wenn sie wieder öffnet, werde ich auf jeden Fall vorbeikommen.
Und ihr? 😊